AMG-Team Winward zieht Protest zurück: Weg frei für DTM-Titelentscheidung!

Eine DTM-Titelentscheidung am grünen Tisch ist abgewendet: Das Winward-Team hat den Protest gegen Liam Lawson zurückgezogen - wie AMG das argumentiert

AMG-Team Winward zieht Protest zurück: Weg frei für DTM-Titelentscheidung!

Eine DTM-Titelentscheidung am grünen Tisch ist abgewendet: Denn das Winward-Team, das am Samstag gegen die Entscheidung der Rennkommissare, DTM-Leader Liam Lawson nach der Kollision mit Winward-Mercedes-Pilot Philip Ellis nicht zu bestrafen, Protest eingelegt hatte, hat die angekündigte Berufung heute um 11:15 Uhr zurückgezogen. Ob diese durchgegangen wäre, war wegen eines Formfehlers ohnehin unklar.

Aber nun ist der Weg in jedem Fall frei zu einer sportlichen Titelentscheidung, denn zur einer Verhandlung vor einem DMSB-Berufungsgericht wäre es voraussichtlich erst in einigen Wochen gekommen.

Das wurde inzwischen auch von DTM-Manager Frederic Elsner bestätigt: "Wir haben zur Kenntnis genommen, dass die Berufung seitens Winward Racing zurückgenommen wurde. Wir freuen uns als Promoter voll fokussiert auf einen hochspannenden Finaltag hier am Norisring blicken zu können."

AMG-DTM-Verantwortlicher Jäger: "Sind Sportsmänner"

Doch wie argumentiert man bei Mercedes-AMG die Entscheidung? "Wir sind Sportsmänner", erklärt Thomas Jäger, DTM Verantwortlicher von Mercedes-AMG, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Wir haben mit Winward gesprochen und wir wollen hier keine Meisterschaftsentscheidung gegebenenfalls offenhalten, sondern es soll heute ordnungsgemäß der DTM-Champion gekürt werden."

Dafür habe sich Mercedes-AMG "sehr eingesetzt. Und das Team hat dann auch gesagt: 'Was soll das Ganze?' Sie fühlten sich ungerecht behandelt - und das meiner Meinung nach zurecht. Aber aus Mercedes-AMG-Sicht - und auch aus Teamsicht - wollen wir das nicht unnötig in die Länge ziehen. Und deshalb haben wir großes Interesse, das auch sportlich fair auf der Strecke auszufahren."

Die Entscheidung sei zum Wohle der DTM gefallen. "Wir hatten eine gute Saison - und das wäre der Saison auch nicht würdig, das jetzt wegen so einer Geschichte aufrecht zu erhalten", erklärt der ehemalige DTM-Pilot. "Nichtsdestotrotz sollte in Zukunft bei so einer professionellen Serie mehr Aufmerksamkeit drauf gelegt werden, dass das auch dem Anspruch gerecht wird."

Jäger versteht Argumentation der Rennkommissare nicht

Die Kritik an der Entscheidung Jägers bleibt aber aufrecht. Er kann die Argumentation der Rennkommissare, die auf Artikel 13.5 des DMSB-Rundstreckenreglements verwiesen, nicht nachvollziehen.

Dort heißt es, dass "ein Fahrer, der seine Position auf einer Geraden und vor einer Bremszone verteidigt", die "volle Streckenbreite während des ersten Spurwechsels" nur nutzen darf, wenn "kein 'erheblicher Teil' eines anderen Fahrzeuges, das zu überholen versucht, neben ihm ist."

Was Jäger dazu sagt? "Was die Linienwahl oder die Fahrzeugpositionierung angeht, ist es ein Unterschied, ob ich von so einer Kurvenkombination oder von einer einzelnen Kurve spreche. Das ist ganz anders zu bewerten. Denn hier weiß jeder, was passiert, wenn man so etwas macht. Außerdem muss ich in so einer Passage immer den Ausgang vorbereiten", verteidigt er Mercedes-AMG-Pilot Philip Ellis.

Lawson reicht bei Finalrennen Platz sechs

Durch den Rückzug des Protests liegt Pole-Setter Lawson nun vor dem finalen DTM-Rennen der Saison in der Meisterschaft 19 Punkte vor Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde, der neben ihm aus der ersten Reihe startet.

Für HRT-Mercedes-Pilot Maximilian Götz, der am Vortag siegte, ist die Ausgangssituation von Startplatz acht ungünstig, da er in der Meisterschaft 22 Punkte Rückstand hat. Platz sechs reicht Lawson in jedem Fall zum Titel.

Mit Bildmaterial von ITR GmbH.

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