"Auf Schnauze gefallen": Wie Abt nach verpatztem Auftakt die Wende schaffte

Wie es Abt nach dem mäßigen Saisonauftakt mit zwei Imola-Siegen gelang, die Kurve zu kriegen und warum man dieses Jahr nicht von Anfang an bei den schnellsten war

"Auf Schnauze gefallen": Wie Abt nach verpatztem Auftakt die Wende schaffte
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Beim Saisonauftakt in Portimao stand das Audi-Topteam Abt noch im Schatten des wiedererstarkten Rosberg-Teams, das mit Nico Müller triumphierte. Doch es dauerte nur zwei Wochenenden, ehe sich die Kemptener mit zwei Siegen in Imola durch Rene Rast und Ricardo Feller eindrucksvoll an der Spitze der DTM zurückmeldeten.

"Ich glaube, dass jedem im Team ein Stein vom Herzen gefallen ist", sagt Teamchef Thomas Biermaier erleichtert - und blickt in Richtung Norisring. "Noch wichtiger ist, dass wir nun eine super Basis und eine gute Richtung für die nächsten Rennen haben."

Aber woran lag es, dass man dieses Jahr nicht auf Anhieb ganz vorne mitmischte? "Ich glaube, dass wir im Vorjahr einen relativ guten Job gemacht haben und ein gutes Standard-Set-up hatten", erklärt Teamchef Thomas Biermaier auf Nachfrage von 'Motorsport.com'.

"Haben Auto nicht wie erhofft ins Fenster gebracht"

"Und jetzt mit der Evo-II-Umstellung hat das Standard-Set-up nicht so gut funktioniert und wir haben das Auto nicht wie erhofft ins Fenster gebracht", stellt er klar, dass die Set-up-Philosophie aus dem Vorjahr nicht mehr zu 100 Prozent mit dem neuen Evo-Paket harmoniert hat, das seit diesem Jahr zum Einsatz kommt.

Das Paket verfügt über einen verbesserten Motor, einen größeren Heckflügel und einen überarbeiteten Diffusor und sorgt auch in schnellen Passagen für eine stabilere Straßenlage des Audi R8 LMS.

"Als wir alleine beim Test waren, hatten wir ein ganz gutes Gefühl", verweist Biermaier auf die zwei privaten Testtage in Portimao, die man nach dem Audi-Test in Imola absolvierte. "Beim ITR-Test in Hockenheim ist keiner voll gefahren, also hatten wir auch da noch ein relativ gutes Gefühl. Dann sind wir nach Portimao gegangen und sind ein bisschen auf die Schnauze gefallen."

Erfolg in Imola "sehr wichtig" für das Team

Gut möglich, dass das auch eine Konsequenz des Abgangs des langjährigen Abt-Technikchefs Florian Modlinger Ende 2021 war, der laut Rast "in der Führungsrolle war und ganz klar vorgegeben hat". Und der für sein Verständnis für das Zusammenspiel aller Bereiche eines Rennautos und die Fertigkeiten beim Finden des optimalen Set-ups bekannt war.

Doch das Team hat sich durch den schwierigen Saisonstart nicht entmutigen lassen - und trotz geringer Testmöglichkeiten, weil keine neuen Michelin-Reifen verfügbar sind, die Kurve gekriegt. Die Erfolge in Imola seien "sehr wichtig" für das Team gewesen, stellt Biermaier klar.

"Was uns auszeichnet: Wir haben Fahrer, Ingenieure und Mechaniker, die mit Ideen kommen und intensiv daran gearbeitet haben, dass wir jetzt wieder Rennen gewinnen können", so Biermaier. "Deswegen bin ich sehr stolz auf die Truppe. Das haben sie in den vergangenen Wochen echt gut gemacht."

Mit Bildmaterial von ABT Sportsline.

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