"Auto stark beschädigt": Kostete Bortolotti-Crash Preining das Podium?
Beschädigte Autos, verlorene Punkte und Ärger bei Manthey: Wie Thomas Preining unter der Kollision in der Boxengasse litt und Feller in der SC-Phase gerammt wurde
Platz acht hinter Marco Mapelli: Thomas Preinings "Grello" ist deutlich ramponiert
Foto: ADAC Motorsport
Die Kollision zwischen Mirko Bortolotti und Thomas Preining in der Boxengasse war die kontroverse Situation beim Sonntagsrennen der DTM in Zandvoort: Der Lamborghini-Toppilot wurde mit einer Penalty-Lap bestraft, obwohl er in der "Fast Lane" war, was bei ihm und seinem Teamchef Gottfried Grasser für scharfe Kritik sorgte. Aber auch Manthey-Pilot Preining litt unter den Folgen des Zwischenfalls.
"Nach dem Start waren wir schnell schon Fünfter und sind dann um das Podium mitgefahren. Leider gab es nach dem zweiten Boxenstopp in der Boxengasse eine Kollision mit einem anderen Fahrzeug", sagt Preining, der am Ende Achter wurde. Wie er den Zwischenfall sieht? "Das kann einfach immer passieren, da es in Zandvoort sehr eng in der Pitlane ist. Dabei wurde das Auto leider stark beschädigt."
Das zeigten auch die TV-Bilder, denn in der Endphase lösten sich beim "Grello" links vorne Teile der Verkleidung und hingen weg. Das lag daran, dass Preining in die Tür des Grasser-Lamborghini gekracht war. "Daher war es dann nur noch wichtig, im Rennen zu bleiben und das Auto nachhause zu bringen", sagt der Ex-Champion. "Ich bin froh, dass wir am Ende noch gute Punkte für die Meisterschaft geholt haben."
Manthey-Renneinsatzleiter: "Dritter Rang war in Reichweite"
Preining, der das Auftaktrennen in Spielberg gewann, ist nun im Gesamtklassement Vierter - ihm fehlen 21 Punkte auf Leader Maro Engel im Winward-Mercedes. Auch Mantheys Renneinsatzleiter Patrick Arkenau trauert den verlorenen Punkten nach: "Das ist schade, denn der dritte Rang war auf jeden Fall in Reichweite."
An der Kollision trifft Preining keine Schuld, da er nach dem Stopp selbstständig auf die Bremse stieg, um Thierry Vermeulen passieren zu lassen, und dann - dem Reglement entsprechend - in die "Fast Lane" fuhr, ohne dass sich sein Fahrzeug mit dem von Bortolotti überlappte. Dennoch löste der Zwischenfall eine Reglementdebatte aus, weil Bortolotti keine Möglichkeit hatte, auf Preining zu reagieren.
Feller von Wittmann in Safety-Car-Phase gerammt
Aber nicht nur Preining war in einen Zwischenfall verwickelt, sondern auch Teamkollege Ricardo Fellers Porsche wurde beschädigt: Der von Platz 16 gestartete Schweizer arbeitete sich im ersten Teil des Rennens auf Platz zehn nach vorne, wurde aber während der Safety-Car-Phase von Schubert-BMW-Pilot Marco Wittmann, der später Dritter wurde, im Heck getroffen.
"He fully hit me, my rear is fucked", ärgerte er sich am Boxenfunk. Der Zwischenfall wurde von den Sportkommissaren untersucht, und Wittmann erhielt dafür eine Verwarnung.
"Es war eine Art Kettenreaktion in der Safety-Car-Phase, kurz bevor wir das Rennen wieder aufgenommen haben", erklärt der BMW-Werksfahrer. Das Beschleunigen und Abbremsen im Feld habe ihn "in der Schikane etwas überrascht. Als ich bremsen musste, ging das Auto voll ins ABS, und ich bin ihm hinten draufgefahren."
"Nur noch Passagier": Wie Wittmann seinen Fehler erklärt
Er habe sich bei Feller "entschuldigt, und zum Glück ist nichts passiert", sagt Wittmann. "Wenn die Vorderreifen im Gefälle entlastet werden, kommt man sehr leicht ins ABS. Dann ist man fast nur noch Passagier, wenn es darum geht, das Auto zu stoppen oder abzubremsen." Feller kam am Ende auf den zehnten Platz.
Schon im Qualifying hatte er Pech, denn der Manthey-Neuling litt wie Timo Glock und Markenkollege Bastian Buus unter einem Ausritt von Landgraf-Mercedes-Pilot Tom Kalender vor ihnen, bei dem die Strecke verschmutzt wurde, und kam nur auf Startplatz 16. Abgesehen vom ungünstigen Timing habe man auch "etwas ausprobiert, was nicht ganz funktioniert hat", verweist der in der Gesamtwertung auf Platz elf liegende Feller auf die Strategie.
Auch der Samstag lief für Manthey nicht perfekt: Nach den Startplätzen zehn und elf kamen Preining und Feller auf die Plätze sieben und zehn. Beide profitierten von der Disqualifikation von Porsche-Markenkollege Bastian Buus, zudem legte die Manthey-Boxencrew bei Preining mit 6,133 Sekunden den schnellsten Stopp des Tages hin.
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