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Beinahe Skistar? Dieser DTM-Pilot forderte Abfahrts-Olympiasieger heraus

140 Skitage pro Jahr, Duelle mit heutigen Olympiasiegern - und doch wurde Fabio Scherer kein Skiprofi: Wie der DTM-Pilot heute von seiner Skikarriere profitiert

Beinahe Skistar? Dieser DTM-Pilot forderte Abfahrts-Olympiasieger heraus

Fabio Scherer in Aktion: Der Rennfahrer war eines der großen Schweizer Skitalente

Foto: Fabio Fabio

Die Schweizer Herren sind bei Olympia die großen Ski-Alpin-Stars: Franjo von Allmen holte Abfahrts- und Super-G-Gold, Marco Odermatt Bronze im Super-G und eine Silbermedaille im Riesenslalom. Aber nur wenige wissen: Auch der Schweizer DTM-Pilot Fabio Scherer, der bei von Allmens Goldfahrt im Zielraum von Bormio die Daumen drückte, war bis zum Alter von 16 Jahren auf dem Weg zu einer Profikarriere im Skisport und trat sogar gegen die beiden an.

"Ich hatte damals Gegner, die den Sprung geschafft haben und heute absolute Weltspitze sind, zum Beispiel von Allmen und Odermatt, der schon ein bisschen älter war", erinnert sich der HRT-Ford-Pilot, der sich vor zehn Jahren zwischen einer Ski- und einer Motorsport-Karriere entscheiden musste, im Gespräch mit Motorsport-Total.com.

"Mein Herz hat immer für den Motorsport geschlagen", blickt der Mann aus Engelberg zurück, der vor allem die Rad-an-Rad-Duelle auf der Strecke nicht missen wollte. "Alle anderen in meinem Umfeld haben gesagt: Bleib beim Skifahren, das ist vom drumherum her viel einfacher. Ich wohne in den Bergen, das ist bei mir vor der Haustüre."

"Mehr Tage auf Skiern als die meisten im ganzen Leben auf dem Rad"

Abgesehen davon wuchs Scherer, dessen Vater im Kartsport Schweizer Meister war, quasi mit Skiern auf den Füßen auf: Bereits im Alter von zweieinhalb Jahren wurden die Bretter erstmals angeschnallt, ein Jahr später ging er in die Skischule - und mit siebeneinhalb Jahren war er bereits im Rennkader seiner Heimatgemeinde Engelberg und entwickelte sich zu einer der talentiertesten Zukunftshoffnungen der Schweizer Skination.

"Ich habe mehr Tage auf Skiern verbracht als die meisten in ihrem ganzen Leben auf dem Rad", schmunzelt Scherer. "Es gab sogar ein Alter, in dem ich besser Ski fuhr als ich zu Fuß unterwegs war. In den Spitzenjahren hatte ich 130 bis 140 Skitage."

Beinahe im Ski- und im Kartsport parallel Schweizer Meister

Insofern brachte Scherer, der 2023 mit einem gebrochenen Fuß die LMP2-Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans gewann, wenig Verständnis dafür auf, wenn ihm Motorsport-Teams aus Angst vor einer Verletzung das Skifahren verbieten wollten. "Umgekehrt war es aber schwieriger", erinnert sich Scherer. "Der Skiverband fand das Kartfahren weniger lustig."

Tatsächlich pendelte Scherer in seiner Jugend zwischen Skipiste und Kartbahn, was für die Skikarriere eine Herausforderung darstellte: "Ich hatte immer weniger Training, weil ich länger Kart gefahren bin und im Herbst zwei Monate später als die anderen mit dem Skifahren begonnen habe."

Dennoch konnte er den heutigen Stars Allmen & Co. immer wieder Paroli bieten. Und erzählt nicht ohne Stolz: "Ich war sogar mal nahe dran, in beiden Disziplinen Schweizer Meister zu sein."

Wie Scherer heute im Rennauto von der Skikarriere profitiert

Heute ist Scherer davon überzeugt, dass er im Motorsport von seinen Skijahren profitiert. "Man lernt kämpfen und beißen, weil es mit den Schmerzen nicht immer angenehm ist", verweist er darauf, dass Verletzungen im Skirennsport ein ständiger Begleiter sind. "Daher glaube ich, dass ich dem auch zum Teil meinen Le-Mans-Sieg zu verdanken haben."

Aber auch das Gefühl für die richtige Linienwahl und die Geschwindigkeit habe er aus dem Skisport, glaubt Scherer. "Das Dosieren mit Gefühl und all diese Dinge sind sehr ähnlich", erklärt er. "Und auch dieses explosionsartige Losstarten, das du beim Skifahren brauchst, könnte eine Rolle spielen, denn ich habe meistens sehr gute erste Runden."

Dazu kommt die Grundkondition durch das harte Training. "Vielleicht habe ich noch heute wegen dem Skifahren - vor allem an den Oberschenkeln - zwei, drei Kilo mehr", grinst Scherer, der sich im Motorsport etabliert hat und 2026 weiter mit dem Ford Mustang in der DTM an den Start gehen möchte.

Auch wenn er seit dem Alter von 16 Jahren, als er sich auf den Start seiner Formel-4-Karriere konzentrierte, nur noch zum Spaß auf den Skiern steht, ist die Leidenschaft geblieben. "Heute bin ich aber mehr neben als auf der Piste unterwegs", sagt Scherer, der auch vor Skiakrobatik-Einlagen nicht zurückschreckt.

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