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"Über Nacht eingebremst": Konkurrenz zeigt Verständnis für AMG-Frust

Mercedes-AMG verlor am Lausitzring in der DTM an Boden und äußert sich kritisch zur BoP-Anpassung: Selbst die Konkurrenz zeigt Verständnis für den Frust

"Über Nacht eingebremst": Konkurrenz zeigt Verständnis für AMG-Frust

Trotz neuer Reifen: Lucas Auer beißt sich am Sonntag an Preining die Zähne aus

Foto: ADAC Motorsport

Mercedes-AMG hat nach dem bärenstarken Saisonauftakt mit Maro Engels Sieg in Spielberg und vier weiteren Podestplätzen an den ersten zwei Wochenenden in Zandvoort einen Dämpfer erlitten: Obwohl der Lausitzring dem Boliden eigentlich liegt, kam man trotz einer zwischenzeitlichen Doppelführung am Samstag nicht über Platz sechs durch Vizemeister Lucas Auer hinaus.

"Wir hatten am Samstag im Qualifying gute Ausgangspositionen, haben aber im Rennen nicht die Punkte geholt, die wir hätten holen können", verweist Thomas Jäger, der bei Mercedes-AMG als Sportlicher Leiter des DTM-Bereichs agiert, auf die Startplätze drei bis fünf für Auer, Jules Gounon und Engel.

Dabei nennt er die unglückliche Full-Course-Yellow-Phase als einen Grund, zudem erwies sich der Regenreifen, mit dem das Trio losfuhr, nur zu Beginn als perfekte Wahl. Für die Enttäuschung am Sonntag macht Jäger auch die für den zweiten Renntag geänderte Balance of Performance (BoP) mitverantwortlich. "Die Änderungen haben uns heute schon ein bisschen getroffen", sagt er.

"Sind über Nacht von der BoP ziemlich eingebremst worden"

Maro Engel war am Sonntag mit Platz sieben in Qualifying und Rennen der stärkste Mercedes-AMG-Pilot. Jäger ist bewusst, dass das Ergebnis auch auf die Strafen für das Winward-Team bei den Boxenstopps von Engel und Gounon zurückzuführen war, als ein Mechaniker das Rad kurz ablegte, um seine Brille zu richten - was laut Reglement verboten ist.

"Im Rennen sind leider Fehler und Strafen passiert, die ein besseres Ergebnis verhindert haben, also müssen wir auch bei uns optimieren und besser werden", fordert er. "Wir schauen uns das im Detail an, um am Norisring hoffentlich wieder zu gewohnter Performance zurückzufinden." (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!)

Jäger ist nicht der Einzige bei Mercedes-AMG, der mit der BoP-Änderung unglücklich war. Engel machte schon nach dem Qualifying eine klare Ansage. "Wir sind über Nacht von der BoP ziemlich eingebremst worden - insofern war das glaube ich ein sehr guter Job von uns als Team", sagt er nach Platz sieben und 0,258 Sekunden Rückstand bei ran.de.

Konkurrenz-Team: "Was mit Mercedes passiert ist, war Stufe zu viel"

Ob der Mercedes am Samstag zu schnell war? "Wenn ich mir das Rennen gestern anschaue, dann stimme ich dem nicht ganz zu", verweist Engel darauf, dass sein Bolide am Samstag nicht der schnellste gewesen sei. "Weder im Qualifying noch im Rennen, wenn du dir die Longrun-Performance anschaust. Deswegen war es ein bisschen verwunderlich."

Und selbst HRT-Teamchef Ulrich Fritz von der Ford-Konkurrenz meinte: "Ich habe jetzt kein Mitleid, aber was mit Mercedes passiert ist, war irgendwie eine Stufe zu viel. Als Mercedes-Team wäre ich nicht glücklich drüber gewesen."

Gleichzeitig ist er angesichts der starken Positionen in der Meisterschaft der Meinung, dass Mercedes-AMG "dieses Jahr nicht unbedingt von der BoP benachteiligt wurde".

Starke Rennperformance am Samstag Ursache für Änderung?

Während auch der Aston Martin und der Ford vor dem Sonntag eingebremst wurden, erhielt der Mercedes-AMG GT3 über Nacht einen um 0,5 Millimeter kleineren Restriktor und zehn Kilogramm Ballast ins Auto. Wie man hört, waren die Verantwortlichen für die BoP der Meinung, dass der AMG-Bolide im Qualifying am Samstag noch nicht ganz top war, aber im Rennen die Lücke zur absoluten Spitze geschlossen habe.

Das dürfte auch der Grund für die Anpassung gewesen sein, mit der man im AMG-Lager hadert - zumal am Sonntag Ferrari, Aston Martin und Ford die Nase vorne hatten. "Heute hat uns als Hersteller einiges an Pace gefehlt", sagt auch Auer, nachdem er am Sonntag mit Platz elf die DTM-Führung verlor und nun gemeinsam mit Engel nur einen Punkt Rückstand auf Emil-Frey-Ferrari-Pilot Cairoli hat.

Seiner Meinung nach waren die Top 5 außer Reichweite. Zudem biss er sich in der Endphase sogar mit neuen Reifen die Zähne am zehntplatzierten Landsmann Thomas Preining im "Grello"-Porsche aus, dessen Reifen 39 Runden mehr auf dem Buckel hatten. "Wenn jemand an den richtigen Stellen schnell ist, dann ist es auch mit neuen Reifen schwierig, an ihm vorbeizukommen", sagt der Österreicher.

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