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Berger ist gespannt auf DTM-Saison 2019: "Es gibt einige Fragezeichen"

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Berger ist gespannt auf DTM-Saison 2019: "Es gibt einige Fragezeichen"
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08.01.2019, 10:32

Gerhard Berger und Dieter Gass erwarten durch die Neuerungen in der DTM-Saison 2019 mehr Rennaction, aber auch mehr Arbeit - "Sorgt für Reiz und Spannung"

In der DTM bricht 2019 eine neue Ära an: die Turbo-Ära. Schon bei den ersten Testfahrten Ende 2018 äußerten sich die Piloten mit großer Begeisterung über die neuen Vierzylinder-Turbomotoren, die rund 100 PS mehr Leistung haben. DTM-Chef Gerhard Berger spricht von ​"einer neuen Leistungsgewichtsebene, die Fahrer und auch Techniker vor neue Anforderungen stellen wird​. Davon versprechen wir uns noch aufregenderes Racing."

Die Einführung der neuen DTM-Motoren war schon für 2017 geplant, erklärt Audi-Motorsportchef Dieter Gass, aber: ​"Das wurde damals aufgrund eines Vetos von Mercedes um zwei Jahre verschoben. Umso ärgerlicher, dass Mercedes trotzdem Ende 2018 aus der DTM ausgestiegen ist."

Für Gass ist es umso erfreulicher, dass neben neuer Motoren 2019 auch neue Teams und Hersteller in die deutsche Tourenwagenserie kommen. ​"Wir werden mit unserem neuen Partner WRT erstmals mit einem Kundenteam operieren, das technologisch auf Werksniveau sein wird. Und last but not least freut mich der Neueinstieg von Aston Martin enorm. Die Teilnahme dieses internationalen Premiumherstellers tut der gesamten Serie sehr gut​", so der Audi-Verantwortliche.

Neue Motoren sorgen für mehr Arbeit

Auch Berger ist gespannt auf die Neuerungen in der DTM 2019 und welche Auswirkungen diese auf den Wettbewerb haben werden. ​"Es gibt einige Fragezeichen: Werden Audi und BMW angesichts neuer Motoren und geänderter Aerodynamik auf Anhieb auf Augenhöhe kämpfen? Wie schlägt sich die neue Marke Aston Martin? Wie kommt das reichhaltige Rahmenprogramm bei den Fans an?", so der Österreicher.

 

Der Startschuss für die neue Saison fällt mit dem ersten Freien Training am 3. Mai in Hockenheim. Zuvor treffen die Hersteller und Teams beim offiziellen ITR-Test vom 15. bis 18. April am Lausitzring aufeinander. Die Einführung der neuen Motoren bringt viel Arbeit und auch viele Unbekannte mit sich. Die gesammelten Daten aus den Vorjahren sind durch die Leistungssteigerung kaum noch relevant, wie Berger erklärt. ​

"Für Fahrer und Techniker ändert sich einiges. Die Daten, die in den letzten Jahren mit den V8-Autos gesammelt wurden, sind nicht mehr brauchbar. Ansprechverhalten, Leistungsentfaltung und Drehmomentkurve der Turbomotoren sind anders - und damit für die Fahrer auch Bremspunkte, Kurvenradien und Fahrstil. Die Zähler stehen auf null. Das allein sorgt für Reiz und Spannung​", ist er überzeugt.

Größere Herausforderung für die Fahrer

​"Es wird eine neue, schwierige Aufgabe. Denn so ein Turbomotor ist in der Abstimmung viel schwieriger. Das heißt: Wir müssen sehr viel in die Fahrbarkeit des Motors investieren​", ergänzt Audi-Sportchef Gass. ​"Unsere Fahrer sind davon seit dem ersten Test total begeistert. Für sie ist die Mehrleistung deutlich spürbar. Der damit verbundene höhere Reifenverschleiß, vor allem bei den Antriebsrädern an der Hinterachse, wird fahrerisch besonders herausfordernd."

Galerie: DTM-Test in Estoril

Noch setzt die DTM auf Verbrennungsmotoren, aber man beschäftige sich auch mit dem Thema Hybrid- und Elektromotoren. ​"Hybrid oder andere zukunftsweisende Antriebstechnologien sind durchaus ein Thema für die DTM. Wir verschließen uns dem nicht​", sagt Berger, der ​"einen Schritt nach dem anderen​" machen und nichts überstürzen möchte.

​"Ein Hybrid muss einen positiven Effekt auf die Performance der Rennfahrzeuge haben. Eine teure Technologie, die das Auto zwar deutlich schwerer und im ungünstigsten Fall damit langsamer macht, bringt nichts. Das wäre nicht glaubhaft zu vermitteln und somit nicht relevant für Hersteller​", erklärt er.

Die Einführung neuer Technologien müsse einen Mehrwert für den Sport bringen und dürfe nicht als reines Marketinginstrument dienen. ​"Und die Technologie muss für eine solche Motorsport-Kategorie bezahlbar sein. Außerdem darf es nicht zulasten eines spektakulären und authentischen Rennsports gehen. Andernfalls wenden sich die Fans ab​", warnt er.

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Urheber Julia Spacek