BMW-Sportchef sieht AMG-Teamorder kritisch: "Hätten nicht eingegriffen"

Warum sich BMW-Motorsportchef Mike Krack gegen die Mercedes-AMG-Teamorder am Norisring ausspricht und wovor er beim DTM-Support für 2022 warnt

BMW-Sportchef sieht AMG-Teamorder kritisch: "Hätten nicht eingegriffen"
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Die Mercedes-AMG-Herstellertaktik beim DTM-Saisonfinale auf dem Norisring, die Maximilian Götz zum Titel verhalf, sorgte für heftige Diskussionen. Aber hätten auch die anderen Hersteller so gehandelt? BMW-Motorsportchef Mike Krack wehrt sich gegen diese Annahme. "Das Finale am Norisring war ein Rückfall in das alte DTM-Schema, das hat aus meiner Sicht keine Zukunft", holt Krack aus.

"Wenn wir im Finale in der Situation gewesen wären, hätten wir sicher nicht mit Stallregie eingegriffen, das haben wir intern bereits diskutiert", legt sich Krack gegenüber 'Motorsport aktuell' fest. "Ich bin Sportsmann und will, dass der Beste gewinnt. Andere sehen solche Fragen ausschließlich durch die Markenbrille, und ich will das gar nicht verurteilen. Aber das ist nicht der Weg von BMW."

Eine klare Aussage des Luxemburgers, der seit diesem Jahr den Motorsportbereich in München leitet, aber diesbezüglich könnte es auch eine Rolle spielen, dass die Münchner ihre Teams 2021 nicht annähernd so stark unterstützt haben wie Mercedes-AMG.

Unterschiedlicher DTM-Support bei BMW und AMG

Man hatte DTM-Boss Gerhard Berger zwar die Zusage gegeben, die DTM wie Audi auch nach dem Herstellerausstieg zu unterstützen und vier Boliden zu ermöglichen, doch die Einlösung wurde wegen der GT3-BMW-Fahrzeugumstellung vom M6 auf den M4 auf 2022 verschoben.

Einem DTM-Einsatz des Auslaufmodells M6 GT3 stand man in München laut Informationen von 'Motorsport.com' ursprünglich sehr skeptisch gegenüber, schließlich erlaubte man Walkenhorst und dem Rowe-Team dann aber doch den Einsatz, wenn auch ohne große Unterstützung. Mercedes-AMG lieferte hingegen bereits diese Saison für drei Teams und fünf Boliden Werks-Support.

Dieser umfasste kostenlose Fahrzeuge, einen Ingenieur, Werksfahrer, Ersatzteile und einen finanziellen Zuschuss pro Auto zwischen 150.000 und 200.000 Euro. So stark unterstützte kein anderer Hersteller die Traditionsserie, wodurch man einen entscheidenden Beitrag zu ihrer Rettung leistete. Und im Gegenzug für die Leistungen von den Teams auch die Unterstützung der Markeninteressen einforderte.

BMW-Support für DTM 2022? "Intern noch nicht ganz einig"

Wie man die DTM im Hause BMW in Zukunft unterstützen möchte? Diesbezüglich scheint man noch keine endgültige Entscheidung getroffen zu haben. "Was unser Engagement in der DTM betrifft, so diskutieren wir das intern sehr kontrovers, denn in der Vergangenheit war die DTM für uns ein Werkseinsatz", erklärt Ex-BMW-Sauber-Renningenieur Krack.

"Jetzt fährt die DTM mit einem Kundensportauto, das jeder kaufen kann. Wo soll man die Serie einordnen? Da sind wir und intern noch nicht so ganz einig. Bei einem Werkseinsatz sagt das Werk an, aber das Interesse des Werkes ist nicht deckungsgleich mit dem des Kunden. Werksunterstützung ist wie ein Schieberegler - da gibt es verschiedene Stufen."

Doch in welchem Bereich siedelt man diesbezüglich die DTM an? "Was ich als Hersteller in der DTM nicht mehr machen will, ist einen Truck voll mit Ingenieuren an die Strecke zu bringen", stellt Krack klar. Mit dieser Herangehensweise würde man "die Fehler aus der Vergangenheit wiederholen", warnt Krack. "Und dann fangen wir in drei Jahren wieder bei null an."

Noch ist übrigens unklar, welche Teams 2021 den neuen M4 GT3 in der DTM einsetzen werden. Das Walkenhorst-Team hat bereits angekündigt, dass man gerne zwei Boliden einsetzen will, noch ist diesbezüglich aber keine Entscheidung gefallen und noch kein Fahrzeug eingeschrieben. Auch das Rowe-Team hat noch kein Fahrzeug genannt.

Mit Bildmaterial von BMW.

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