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Bortolottis Defensivschlacht gegen Feller: Fußballtaktik als Schlüssel zum Sieg?

Obwohl Ricardo Feller am Lausitzring schneller war, hatte er gegen Sieger Mirko Bortolotti keine Chance: Wie Fahrstil und Motorleistung den Unterschied machten

Bortolottis Defensivschlacht gegen Feller: Fußballtaktik als Schlüssel zu Sieg?

Es war ein Duell der Spitzenklasse um den Sieg zwischen SSR-Lamborghini-Pilot Mirko Bortolotti und Abt-Audi-Herausforderer Ricardo Feller, die beinahe das ganze Rennen lang Stoßstange an Stoßstange fuhren (hier geht's zum Rennbericht). Aber wie gelang es dem Italiener, den sichtlich schnelleren Schweizer trotz zehn Kilogramm Erfolgsgewicht und Windschatten hinter sich zu halten?

"Beim Fußball würde man sagen: 'Du hast den Bus hinten reingeparkt!'", grinst Bortolotti, der seine Taktik auch mit "Catenaccio" vergleicht - dem Verteidigungsriegel, für den der italienische Fußball bekannt ist.

"Ich habe versucht, den Bus überall zu parken. Sicherstellen, dass ich jeden Scheitelpunkt treffe, das Auto dort platziere", so der neue DTM-Leader. "Ich habe mich hin und wieder über ein kleines 'Liebestatscherl' (wienerisch für anstupsen; Anm. d. Red.) von ihm am Scheitelpunkt gefreut, aber für mich war es wichtig, mich für den Ausgang gut zu positionieren."

Feller nach "fairem" Duell: "Ich hatte keine Chance"

Denn Bortolotti wusste genau: "Wir sind stark auf der Bremse, gleich stark wie der Audi. Und wenn ich den Bremspunkt nicht verpatze, dann hat er kaum eine Chance. Das habe ich das ganze Rennen lang versucht."

Der Kampf sei "fair und gleichzeitig hart" gewesen, sagt Bortolotti nach der Hitzeschlacht. "So wollen wir fahren - und wir hatten das bessere Ende. Ich bin wirklich stolz auf diesen Sieg." Ein Kompliment, das Feller, dem am Ende 0,353 Sekunden fehlten, an Bortolotti zurückgab: "Es war fair und cool. Er hat keinen Fehler gemacht, ich hatte also keine Chance."

Tomczyk sieht Leistungsnachteil: "Uns geht die Luft aus"

Das hatte trotz der gleichen Fahrzeugbasis vor allem damit zu tun, dass Feller trotz Windschattens auf der Geraden nicht näherkam. Denn selbst als der Audi einige Male in elften Kurve, die auf die Vollgaspassage bei Start-Ziel führt, den Lamborghini berührte, war er beim Anbremsen auf die erste Kurve nicht nahe genug dran, um Bortolotti auszubremsen.

"Uns geht ein bisschen die Luft aus", Abt-Sportdirektor Martin Tomczyk im Gespräch mit 'Motorsport.com', der gestern mitansehen musste, wie sich Kelvin van der Linde an Bortolotti die Zähne ausbiss. "Wir wollen nicht das BoP-Thema aufmachen, aber wir haben einfach den Topspeed nicht, um am Ende der Geraden was machen zu können."

"So kannst du noch so nah dran sein am Kurvenausgang"

Obwohl Feller laut Tomczyks Einschätzung pro Runde um "drei, vier Zehntel" schneller war als Bortolotti, hatte er ohne Fehler des Gegners keine Chance. Die Topspeed-Messung bei Start-Ziel im Rennen führt Bortolotti mit 248,17 und Feller 249,9 km/h an, doch man darf nicht vergessen, dass der Abt-Pilot im Gegensatz zu seinem Vordermann stets Windschatten hatte.

Wie groß der Unterschied wirklich war? "Schwierig zu sagen", meint Tomczyk. "Das sind meistens auch nur ein zwei km/h, es muss gar nicht viel sein. Aber wenn du im Windschatten bist und der zum Schluss wieder wegzieht, dann hast du einfach keine Chance. Dann kannst du noch so nah dran sein am Kurvenausgang. Da geht einfach nichts."

Abgesehen davon ist Tomczyk auch der Meinung, dass die beiden Boliden durch das dieses Jahr erstmals eingesetzte Evo-Paket des Lamborghinis trotz der gleichen Plattform nicht mehr so ähnlich sind. "Beim 'Lambo' wurde bei der Motorcharakteristik und bei der Aerodynamik was gemacht", weiß der Abt-Sportdirektor, dessen Team auf der Nürburgring-Nordschleife den italienischen Boliden einsetzt. "Das sind inzwischen schon zwei verschiedene Autos."

Bortolotti: Hat das Streckenlayout geholfen?

Ein Vorteil, den Bortolotti aber auch zu nutzen wusste. "Ich habe mich immer darauf konzentriert, den bestmöglichen Ausgang aus der letzten Kurve zu haben", offenbart der Italiener. "Da hatten wir wirklich gute Traktion. Und die Gerade ist wahrscheinlich nicht lange genug, um einen Windschatten zu kriegen."

Denn obwohl Feller kaum Chancen hatte, obwohl er in der Zielkurve im Heck des Lamborghini klebte, glaubt Bortolotti, dass auch die Streckenvariante ohne die Steilkurve Turn 1 für ihn ein Vorteil war. "So kommen wir kaum auf den sechsten Gang am Ende der Geraden. Und die Leistung von Audi und Lamborghini ist recht ähnlich. Wenn man keinen großen Fehler macht, ist es schwierig für den anderen, einen Windschatten zu bekommen."

Mit Bildmaterial von ADAC Motorsport.

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