Chassistausch nötig: Wie DTM-Debütjahr für Gounon zu "Charaktertest" wurde
Die "Mamba" war schnell, aber etwas stimmte nicht: Wieso AMG-Pilot Jules Gounon sein Potenzial im ersten DTM-Jahr nicht ganz umsetzen konnte und was nicht passte
Die Mamba machte 2025 nicht immer, was DTM-Debütant Jules Gounon wollte
Foto: Markus Toppmöller
Was war bei "Mamba"-Pilot Jules Gounon in seiner ersten DTM-Saison los? Der Winward-Mercedes-Rookie startete mit einer Pole, zwei Podestplätzen und regelmäßigen Top-5-Plätzen bärenstark in sein DTM-Abenteuer, hatte dann aber immer größere Schwierigkeiten mit seinem Mercedes-AMG GT3.
"Diese Saison war bisher ein echter Charaktertest, zäh und hart", ließ der Mercedes-Werksfahrer am Nürburgring-Wochenende, als er auch noch zwei unglückliche Rennen erlebte, auf Instagram Dampf ab. "Manchmal ist der Sport einfach brutal und fühlt sich nicht fair an, aber ihr kennt mich. Ich stecke nicht zurück und werde bis zum Ende nicht aufgeben."
Bei Gounon, der als Kämpfernatur bekannt ist, musste nach dem DTM-Wochenende in der Eifel - ähnlich wie bei Timo Glock im Dörr-McLaren - sogar das Chassis gewechselt werden, weil er sich in seinem Boliden nicht wohlfühlte. Dennoch hielt er sich bis zum Ende im Titelkampf und wurde am Ende mit drei Podestplätzen Neunter in der Gesamtwertung.
Was war das Problem bei Gounons Chassis?
"Ehrlicherweise habe ich mir von den Resultaten her von meiner ersten DTM-Saison mehr erhofft. Aber ich habe viel gelernt, und darüber bin ich sehr happy", lautet das Fazit des Mannes, der schon lange von der DTM träumt, nach dem Saisonfinale in Hockenheim.
Aber was genau war das Problem an seinem Boliden? Auffällig ist, dass Gounon in den ersten vier Saisonrennen stets in die Top 5 kam, was ihm danach sechs Rennen lang nicht mehr gelang, ehe der Chassistausch vorgenommen wurde. Erst dann war Gounon wieder stark - und lag regelmäßig im Spitzenfeld.
"Es ging ums Fahrverhalten, ums Gefühl", erklärt Mercedes-AMG-Kundensportleiter Stefan Wendl auf Nachfrage von Motorsport-Total.com. "Er war ja trotzdem schnell, aber ihm hat manchmal die Konstanz und das Fahrgefühl gefehlt." Das führt Wendl auf ein "unpräzises Verhalten" des Fahrzeugs zurück, das schwierig zu identifizieren war.
"Haben etwas im mechanischen Bereich gefunden"
Aus diesem Grund entschied man sich drei Wochenenden vor Saisonende dazu, den Winward-Mercedes-Piloten mit einem neuen Chassis auszustatten. "Wir haben Jules' Auto aus dem Verkehr gezogen und gegen ein anderes Auto aus unserem Stock getauscht, nachdem wir es beim Test gegengefahren haben", verweist Wendl auf den Sachsenring-Test.

Jules Gounon am Nürburgring: Der Chassistausch war unausweichlich
Foto: Alexander Trienitz
Dadurch sei das Problem, das Gounon laut Wendl "am Nürburgring an seinem Auto entdeckt hat", gelöst gewesen. Was es genau war, wollte Wendl nicht im Detail preisgeben: "Es war etwas Mechanisches."
Wie man hört, soll es bei einer Chassis-Charge des Mercedes-AMG GT3, die 2025 ausgeliefert wurde, Probleme mit der Befestigung der Querlenker an der Hinterachse gegeben haben. Ein Zusammenhang mit Gounons Problem ist nicht auszuschließen. Inzwischen ist das Chassis aber wieder im Einsatz, wenn auch nicht beim 31-Jährigen.
"Wir haben das Auto analysiert und später etwas im mechanischen Bereich gefunden. Das ist alles - und das Auto ist wieder im Einsatz", erklärt Wendl. "Aber nicht mehr in der DTM."
Mercedes-AMG mit Gounons DTM-Premierenjahr zufrieden
Mit der Debütsaison des Winward-Mercedes-Piloten ist Wendl zufrieden: "Wir wussten, was wir von ihm zu erwarten haben - und er hat wie die anderen immer wieder gezeigt, dass er auch einen raushauen kann."
Gleichzeitig habe Gounon, der zu Saisonmitte laut Wendl "einen kleinen Durchhänger" hatte, "auch noch was zu lernen, um sich an die DTM, die Regeln und an die Fahrweisen anzupassen".
Beim Finale war der Franzose nach Startplatz sechs am Ausfall von Schubert-BMW-Titelkandidat Rene Rast beteiligt, wodurch er eine Penaltylap-Strafe erhielt, nur 17. wurde und am gesamten Wochenende keine Punkte holte. "Sonst wäre er auf dem Weg zum Podium gewesen", glaubt Wendl. "Also für mich war das ein sehr guter Einstand", zeigt er, was die gesamte Saison angeht, mit dem Daumen nach oben.
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