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"Das war nicht nötig": Matteo Cairoli wütet nach Kollision mit Marco Mapelli

Nach dem Unfall mit Marco Mapelli schimpft Ferrari-Pilot Matteo Cairoli über seinen Landsmann: Es war nicht das erste Mal, dass die Streithähne aneinander geraten sind

"Das war nicht nötig": Matteo Cairoli wütet nach Kollision mit Marco Mapelli

Ferrari-Pilot Matteo Cairoli war nach dem Unfall stinksauer auf Mapelli

Foto: ADAC Motorsport

Die Kollision zwischen Matteo Cairoli und Marco Mapelli war einer der großen Aufreger beim zweiten DTM-Rennen (kompletter Rennbericht) auf dem Norisring: Der Abt-Lamborghini-Pilot fuhr dem Emil-Frey-Ferrari seines Landsmanns beim Anbremsen auf die erste Kurve ins Heck und riss ihn damit aus dem Rennen.

"Das war nicht nötig", schimpft Matteo Cairoli nach seinem ersten Ausfall der Saison. "Ich kann akzeptieren, wenn ich ein Rennen nicht beende, weil ich selbst daran schuld bin, wegen meines Fehlers. Aber auf diese Weise aus dem Rennen genommen zu werden, ist nicht die Art, wie ich Rennen fahren möchte."

Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls waren alle Fahrer auf Slickreifen unterwegs, obwohl kurz nach dem Start teils heftiger Regen eingesetzt hatte. "Wenn die Strecke nass ist, muss man das Auto vor einem etwas bewusster respektieren", lässt der DTM-Rookie, der schon zwei Saisonsiege feiern konnte, jedoch keine Ausrede gelten.

"Ich denke, der Fahrer hinter mir ist einfach draufgegangen, in dem Glauben, dass es trocken ist", schimpft Cairoli, der sich nach dem Kontakt in die Leitplanken drehte, das Heck seines Emil-Frey-Ferrari beschädigte und das Rennen vorzeitig beenden musste. "Ich bin total enttäuscht."

Matteo Cairoli schimpft über seinen Kontrahenten

Nach seinen beiden Siegen in Zandvoort und auf dem Lausitzring war der Italiener als Tabellenführer nach Nürnberg gekommen, liegt nach dem Wochenende nun aber nur noch auf dem vierten Rang der Gesamtwertung, mit einem Rückstand von 34 Punkten auf den neuen Spitzenreiter Nicki Thiim im Aston Martin.

Doch nicht nur die sportliche Situation sorgt für Frust: "Ich hatte dieses Jahr in der DTM zwei Berührungen, zwei Kontakte mit demselben Fahrer", attackiert der Emil-Frey-Pilot seinen Kontrahenten Mapelli und macht unmissverständlich klar: "Ich denke, das ist genug."

Denn schon in Zandvoort waren die beiden Italiener aneinandergeraten, als sich Mapelli im zweiten Rennen kurz vor Schluss in der ersten Kurve mit einem Kontakt am Ferrari von Cairoli vorbeidrängte, ihn am Ausgang der Kurve von der Strecke drückte und dafür sogar eine Verwarnung (alle Verwarnungen im Überblick) erhielt.

"Ich weiß nicht, was der Grund ist, aber ich kann sagen, dass die einzigen zwei Kontakte, die ich dieses Jahr hatte, nur mit ihm waren", ärgert sich der Ferrari-Pilot. Auch für die Sportkommissare, die Mapelli als alleinigen Verursacher sahen, war der erneute Vorfall klar.

Marco Mapelli bekommt Strafe für Cairoli-Kollision

Nach der Auswertung von Videoaufnahmen und der Anhörung beider Fahrer kamen die Rennkommissare zu dem Schluss, dass Mapelli "seinen Bremspunkt falsch eingeschätzt" habe und damit den Unfall verursachte. Für das nächste Rennen in Oschersleben wird der Abt-Pilot deshalb in der Startaufstellung um drei Plätze zurückversetzt.

Abt-Geschäftsführer Thomas Biermaier nahm seinen Fahrer zunächst noch in Schutz. "Ich weiß nicht, ob es eine Berührung gegeben hat zwischen Cairoli und Mapelli", sagte er im Gespräch mit ProSieben. "Da ist es wie auf Eis und du bist nur noch Passagier, darum würde ich jetzt erst einmal vorsichtig sein, wem wir die Schuld zusprechen."

Die Situation sei für ihn zwar "sehr unglücklich" gewesen, aber "wenn wir wirklich schuld waren, dann tut es uns leid, [Cairoli] fährt natürlich vorne um die Meisterschaft mit, dass der sauer ist, ist verständlich", räumt Biermaier zugleich ein.

"Dass er in dieser Situation ist, hat er sich selber zuzuschreiben", ergänzt der Abt-Boss, "weil er die Penalty-Lap bekommen hat, da können wir nichts dafür und darum, das ist Racing." Tatsächlich wäre Cairoli zuvor kaum in Reichweite von Mapelli gewesen, doch ein Frühstart des Italieners zog eine Strafe nach sich, die ihn an das Ende des Feldes zurückwarf.

Matteo Cairoli wurde von Marco Mapelli abgeschossen

Matteo Cairoli wurde in der ersten Kurve von Marco Mapelli abgeschossen

Foto: ADAC Motorsport

"Ich verstehe wirklich nicht, wie das möglich war, weil ich nur auf Nicki Thiim vor mir reagiert habe", gab sich Cairoli im Gespräch mit Motorsport-Total.com schuldlos. "Aus meiner Sicht war ich definitiv nahe am Limit, aber es als Fehlstart zu bezeichnen, ist meiner Meinung nach etwas zu viel."

Cairoli: "Diese Dinge geben einen richtigen Schub"

Darüber hinaus gab es in der ersten Kurve nach dem Start noch einen Kontakt mit dem Winward-Mercedes von Maro Engel. "Ehrlich gesagt ist es jedes Mal ein großes Chaos, also ist es schwierig, jemanden in Kurve 1 zu beschuldigen", meint der Italiener.

"Aus meiner Sicht habe ich genug Platz für alle gelassen, wie ich es normalerweise tue, weil ich gerne fair fahre. Aber dann gab es plötzlich keinen Weg mehr", ergänzt der Emil-Frey-Ferrari-Pilot über den Kontakt mit Engel. "Er hat bereits sein Lenkrad aufgemacht und ich musste zurückstecken."

"Ich habe die Mauer und ein paar Autos getroffen, also war es wahrscheinlich eines der schlimmsten Wochenenden", zieht der 30-Jährige eine enttäuschende Bilanz, doch sein Ziel bleibt klar: "Ich werde weiterhin extrem hart arbeiten, sogar noch härter als bisher."

"Ich muss jetzt einfach etwas freie Zeit haben, zurücksetzen und stärker zurückkommen", sagt Cairoli. "Diese Dinge geben mir einen richtigen Schub, um stärker zurückzukommen. Es ist noch nicht vorbei und ich werde weiterpushen wie ein Tier."

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