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Datenaustausch bei Mercedes-AMG in DTM: Audi- und BMW-Teams im Nachteil?

Mercedes-AMG fordert als einziger DTM-Herstellern ein, dass die Daten unter den Teams geteilt werden: Was man sich verspricht und wieso nicht alle glücklich sind

Datenaustausch bei Mercedes-AMG in DTM: Audi- und BMW-Teams im Nachteil?

Während die Teams von Audi oder BMW nach dem Ende der DTM als Herstellerserie auf sich alleine gestellt sind, setzt man bei Mercedes-AMG auf Teamwork: Die fünf Rennställe GruppeM, das Haupt-Team, Winward, GetSpeed und Mücke haben die Möglichkeit, untereinander ihre Daten und Set-ups zu vergleichen.

"Es besteht die Möglichkeit, die Daten der anderen Teams einzusehen", bestätigt Mercedes-Kundensport-Koordinator Thomas Jäger im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Was das Set-up angeht, tauscht man sich auch in Meetings aus."

Ziel dieser Vorgabe aus Affalterbach ist, dass man dadurch das Leistungsniveau der Mercedes-Teams anheben möchte.

Mercedes-AMG will interne Leistungsdichte erhöhen

"Wir sind daran interessiert - und das ist generell unser Performance-Team-Ansatz -, dass die Marke stark ist. Wir wollen uns austauschen, damit wir gemeinsam vorne sind", so Jäger.

Das sei auch "Teil des Support-Konzepts, das vorsieht, dass den Teams Performance-Ingenieure beigestellt werden, die ihnen möglichst gut unter die Arme greifen sollen, damit sie bestmöglich performen. Auch diese Ingenieure tauschen sich untereinander aus. Teamübergreifend gibt es eine ganz enge Kooperation."

Anders ist die Situation bei der Mercedes-AMG-Konkurrenz: Da die BMW-Teams Walkenhorst und Rowe kaum Unterstützung aus München erhalten, arbeitet jeder für sich. Aber auch bei den Audi-Teams Abt und Rosberg gibt es keinen Set-up-Austausch mehr, wie er in der Ära der Werksteams üblich war.

Begeisterung nicht bei allen Mercedes-Teams groß

Bei Mercedes-AMG legen auch die nicht werksunterstützten Teams GetSpeed und Mücke ihre Daten offen. Das darf nicht verwundern, denn die beiden Rennställe setzten jeweils nur ein Auto ein. Dadurch sind zusätzliche Informationen noch wertvoller. Doch nicht bei allen Mercedes-AMG-Teams stieß die Herangehensweise laut Informationen von 'Motorsport.com' auf große Begeisterung.

"Der vermeintlich Beste möchte natürlich nicht gern teilen", zeigt Jäger Verständnis. "Wir haben aber über die Jahre gesehen, dass unterm Strich jeder profitieren kann. Und die Vorteile gegenüber den Nachteilen ganz klar überwiegen", verteidigt er die Vorgabe.

Aber verliert dadurch ein Team, das besonders gut arbeitet, seinen Vorteil? "Der beste ist ohnehin immer einen Schritt voraus, denn die Session ist bereits vorbei, wenn du gewisse Sachen teilst", relativiert Jäger. "Und was dann in den nächsten Sessions die richtigen Schritte sind, gibt man ja noch nicht preis."

Wie sehr mischt sich der Hersteller bei Kundenteams ein?

Mercedes-AMG kann es sich außerdem leisten, dass man Bedingungen stellt, schließlich bietet keine DTM-Marke 2021 so viel Support: Neben kostenlosen Boliden kommen GruppeM, das Haupt-Team und Winward auch in den Genuss von Zugang zu Ersatzteilen, einem Support-Ingenieur und 150.000 bis 200.000 Euro pro Fahrzeug.

Aber besteht dadurch die Gefahr, dass sich der Hersteller auch bei der Strategie der Teams einmischt? Der Mercedes-AMG-Kundensport-Koordinator schüttelt den Kopf. "Die Teams finanzieren das ja zum Großteil mit", argumentiert Jäger. "Wenn ich einen kompletten Werkseinsatz machen würde, könnte ich jeden anweisen, was zu tun ist, aber grundsätzlich sollen die Teams so fahren, wie sie wollen."

Mit Bildmaterial von DTM.

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Urheber Sven Haidinger