"Dort sind alle stark": So sieht die BoP für das DTM-Finale in Hockenheim aus

Welche Sektoren in Hockenheim welchen GT3-Boliden liegen und wie AVL Racetech die Einstufung für den Titelshowdown in der DTM geändert hat

"Dort sind alle stark": So sieht die BoP für das DTM-Finale in Hockenheim aus
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Welchem GT3-Fahrzeug liegt die Strecke in Hockenheim, wo die Entscheidung im Titelkampf zwischen sechs Piloten fällt, am besten? "In Hockenheim sind in der Vergangenheit immer alle Hersteller stark gewesen", sieht Abt-Audi-Pilot Rene Rast, der einer der Jäger von Schubert-BMW-Pilot Sheldon van der Linde ist, keinen Favoriten. "Da gab es keinen, der immer herausgestochen ist."

Und auch Teamchef und Le-Mans-Legende Timo Bernhard gibt Rast recht. "Ich denke, dass in Hockenheim alle Marken irgendwie okay sein sollten", sagt der Teamchef von Porsche-Titelaspirant Thomas Preining. "Die Strecke hat von allem ein bisschen."

Eigentlich eine optimale Ausgangssituation für ein Titelfinale mit sechs Piloten von fünf verschiedenen Marken. Nur Ferrari spielt im Kampf um den Titel trotz der Siege von Nick Cassidy nicht mehr mit. Aber wie hat AVL Racetech die Boliden für das Finale eingestuft?

Ladedruck: BMW nach Spielberg wieder auf Spa-Niveau

Die Balance of Performance (BoP) für Hockenheim beinhaltet im Vergleich zu Spielberg Änderungen bei allen Boliden: BMW darf den Ladedruck wieder um 0,041 bar auf den Stand von Spa-Francorchamps erhöhen.

Grund dafür ist, dass der M4 GT3 von DTM-Leader Sheldon van der Linde auf der Bremse und bei der Traktion nicht das stärkste Fahrzeug ist, was AVL Racetech über den Topspeed ausgleicht. Da es aber in Spielberg gleich drei lange Geraden gibt, musste man diesen Vorteil über den Ladedruck etwas kompensieren.

In Hockenheim, wo es mit der über einen Kilometer langen Parabolika hingegen nur eine lange Gerade gibt, ist man nun wieder auf dem Niveau vor Spielberg.

Audi, Lamborghini und Ferrari dürfen ausladen

Während der BMW seine Stärken im ersten Sektor ausspielen können sollte, könnte der letzte Sektor mit dem kurvigen Motodrom zur Problemzone werden. Dafür sollte dort der Mercedes-AMG GT3 gut laufen. Beim Fahrzeug von Lucas Auer und Luca Stolz, die beide noch im Titelrennen sind, müssen im Vergleich zur Einstufung am Sonntag in Spielberg fünf Kilogramm Ballast eingeladen werden.

Das gilt übrigens auch für den Porsche von Bernhard-Pilot Thomas Preining, der ebenfalls im dritten Sektor und mit dem Heckmotor und der guten Traktion vor allem auf nasser Strecke seine Vorzüge haben sollte. Der 911 GT3 R wird daher - sollte es keine weiteren Änderungen geben - fünf Kilogramm über dem Leergewicht eingesetzt.

Abgesehen davonkommen bei Preining beim Samstagsrennen wegen seines Spielberg-Sieges 25 Kilogramm Erfolgsballast ins Auto.

Je zehn Kilogramm ausladen dürfen dafür die Teams von Audi, Lamborghini und Ferrari. Das führt dazu, dass die Boliden von Mercedes-AMG, Audi und Lamborghini gleich schwer sind, während der Ferrari fünf Kilogramm leichter ist. Der BMW ist um 25 Kilogramm leichter, der Porsche wie gewohnt um satte 55 Kilogramm.

DTM-BoP Hockenheim 2022:

Mercedes-AMG GT3: 1.335 kg/2 x 36 mm (Restriktor)

Audi R8 LMS GT3 Evo II: 1.335 kg/2 x 37 mm (Restriktor)

BMW M4 GT3: 1.310 kg/2,721 bar (Ladedruck)

Ferrari 488 GT3 Evo: 1.330 kg/1,590 bar (Ladedruck)

Lamborghini Huracan GT3 Evo: 1.335 kg/2 x 41 mm (Restriktor)

Porsche 911 GT3 R: 1.280 kg/2 x 48 mm (Restriktor)

 

Mercedes: +5 kg

Audi: -10 kg

BMW: +0,041 bar

Ferrari: -10 kg

Lamborghini: -10 kg

Porsche: +5 kg

 

DTM-BoP Spielberg 2022 (Sonntag):

Mercedes-AMG GT3: 1.330 kg/2 x 36 mm (Restriktor)

Audi R8 LMS GT3 Evo II: 1.345 kg/2 x 37 mm (Restriktor)

BMW M4 GT3: 1.310 kg/2,680 bar (Ladedruck)

Ferrari 488 GT3 Evo: 1.340 kg/1,590 bar (Ladedruck)

Lamborghini Huracan GT3 Evo: 1.345 kg/2 x 41 mm (Restriktor)

Porsche 911 GT3 R: 1.275 kg/2 x 48 mm (Restriktor)

Mit Bildmaterial von DTM.

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