Drei Teams opfern einzigen Joker-Test: Emil-Frey-Team ohne DTM-Reifen?
Die DTM-Teams haben diese Saison nur eine private Testmöglichkeit: Wer diese bereits vor Zandvoort genutzt hat und wieso ein Team ohne DTM-Reifen fuhr
Das Emil-Frey-Team fuhr beim einzigen privaten DTM-Testtag ohne DTM-Reifen
Foto: Gruppe C Photography
Die DTM-Saison hat erst begonnen, doch drei Teams haben ihren einzigen privaten und frei wählbaren Joker-Testtag bis zum Finale in Hockenheim auf DTM-Strecken bereits verbraucht. Dabei handelt es sich um das Lamborghini-Team Abt, das Mercedes-AMG-Team Landgraf und die Ferrari-Truppe Emil Frey.
Alle drei Teams haben in Zandvoort getestet, wo dieses Wochenende das zweite Saisonwochenende auf dem Programm steht (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.) und wo der neue etwas weichere DTM-Spezialreifen von Pirelli seinen wahren Härtetest erlebt. Denn der Dünenkurs gilt wegen seines rauen Asphalts als absoluter Reifenkiller, zudem ist mit hohen Temperaturen zu rechnen.
Kurios: Während Abt und Landgraf am 8. Mai bei Temperaturen von an die 20 Grad in den Niederlanden testeten, war die Emil-Frey-Truppe bereits am 19. März mit den Stammfahrern Thierry Vermeulen und Matteo Ciaroli vor Ort - allerdings noch mit dem DHG-Reifen von Pirelli, der im Vorjahr zum Einsatz kam.
Warum testete Emil-Frey-Team ohne DTM-Reifen?
Wie die Schweizer den Zandvoort-Test im März erklären, als der neue DTM-Spezialreifen von Pirelli noch nicht verfügbar war und noch nicht einmal feststand, wie dieser aussehen wird?
"Emil Frey Racing hat sich für Zandvoort entschieden, da wir in der DTM und in der GT-World-Challenge Europe auf dieser Strecke Rennen fahren", erklärt Technikchef Jürg Flach. "Somit hatten alle vier Fahrer je einen Testtag. Zudem ging es darum, mit dem Evo-Paket auf dieser Strecke weitere Abstimmungsarbeit zu leisten, um eine gute Basis für die Rennen zu erlangen."
In der Sprintserie der GT-World-Challenge Europe, die erst im September in Zandvoort gastiert, kommt noch der DHG-Reifen von Pirelli zum Einsatz. Im Vordergrund stand beim Test aber das neue Evo-Paket des Ferrari, mit dem die Truppe im Vorfeld intensiv getestet hat und nach wie vor kämpft.
"Wir verstehen es noch nicht gut genug", verweist Thierry Vermeulen vor dem DTM-Wochenende in Zandvoort auf den schwierigen Auftakt. "Wir hatten in Brands Hatch in der GT-World-Challenge und auf dem Red-Bull-Ring speziell im Qualifying wirklich Probleme, das Auto so wie gewohnt und mit einer ordentlichen Balance hinzubekommen. Wir haben als Team noch viel Arbeit vor uns."
Abt-Team testet nur mit einem Temerario: "Brauchen viele Kilometer"
Sogenannte Joker-Testtage ergeben dieses Jahr neben Zandvoort auch auf dem Nürburgring und in Oschersleben Sinn, denn auf den verbleibenden vier DTM-Strecken findet ohnehin je ein offizieller Testtag statt, der vom ADAC organisiert wird und der verfällt, wenn er nicht genutzt wird (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!).
Dass die Abt-Truppe den einzigen privaten Testtag auf DTM-Strecken bereits genutzt hat, kommt nicht überraschend, denn das Lamborghini-Team aus Kempten hatte ähnlich wie das Grasser-Team, das auf dem Fahrdynamik-Prüfstand von Rosberg nach Fortschritten suchte, mit dem neuen Temerario GT3 einen schwierigen Auftakt.
"Wir benötigen mit dem neuen Auto noch viele Testkilometer, damit wir es besser kennenlernen und auch weiterentwickeln können", sagt Abt-Teamchef Thomas Biermaier. "Darum sind wir nach Zandvoort gefahren. On top kommt noch die Vorbereitung auf das nächste DTM-Wochenende in Zandvoort."
Interessant ist, dass die Abt-Truppe nicht mit beiden Temerario GT3 vor Ort war, obwohl der Testtag so oder so verfällt. "Wir waren nur mit einem Auto beim Test, da wir mit dem zweiten Auto andere Verpflichtungen hatten", erklärt ein Abt-Sprecher auf Nachfrage. Am Steuer wechselten sich die Stammfahrer Luca Engstler und Marco Mapelli ab.
Landgraf-Team testet, HRT zieht Test zurück
"Zum genauen Einsatz des zweiten Autos möchten wir in diesem Fall keine weiteren Angaben machen, wir bitten um Verständnis."
Beim Mercedes-AMG-Team Landgraf nutzte man die Testgelegenheit in Zandvoort, weil sowohl Lucas Auer, der zuletzt durch das Nordschleifen-Programm, die GTWCE und die DTM unter einer Mehrfachbelastung stand, als auch Tom Kalender keine Überschneidungen hatten.
Das Ford-Team HRT war ebenfalls in Zandvoort, allerdings mit den ADAC-GT-Masters-Piloten. Den Antrag, auch mit dem DTM-Duo zu testen, zog die Mannschaft rechtzeitig zurück, wodurch der Mannschaft nun ein privater Test in Oschersleben oder auf dem Nürburgring als Option bleibt.
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