DTM 2026: Was steckt hinter dem mysteriösen U-Teil auf dem Dach?
Was aussieht wie ein simples Anbauteil, ist in Wahrheit Hightech und könnte die TV-Übertragungen deutlich verbessern: Die DTM setzt erstmals auf 5G-Technologie
Alle Boliden fielen beim DTM-Auftakt mit einem ungewöhnlichen Anbauteil auf (Pfeil)
Foto: ADAC ADAC
Ein weißes Anbauteil in Form eines "U" auf dem Dach der meisten DTM-Boliden sorgte bereits beim offiziellen Test in Spielberg Mitte April erstmals für Aufsehen. Interessant ist, dass am vergangenen Wochenende beim Saisonauftakt auf dem Red-Bull-Ring plötzlich alle Fahrzeuge mit dem Teil ausgestattet waren, dessen Kabel ins Innere des Fahrzeugs führt. Worum handelt es sich bei der Vorrichtung, die in den vergangenen Jahren nicht zu sehen war?
Die Antwort: Die DTM-Boliden werden diese Saison erstmals mit einer Onboard-Antenne ausgestattet, die Daten in 5G-Geschwindigkeit überträgt. 5G steht für die fünfte Generation und ist der aktuell leistungsfähigste Mobilfunk-Standard, der die Übertragung großer Datenmengen ohne Verzögerung in Echtzeit erlaubt.
Die Onboard-Antenne ist auf dem Dach des Boliden so positioniert, dass sie nicht von anderen Funksignalen gestört wird. Sie verfügt sogar über einen eingebauten Router und verbindet sich mit anderen Zugangspunkten rund um die Rennstrecke, wodurch das Videomaterial der Onboard-Kameras, die sich im Auto befinden, über ein eigenes Internetnetzwerk übertragen wird.
Neue Technologie ermöglicht Onboard-Kameras in allen Autos
Nicht nur die DTM-Boliden sind seit 2026 mit dem System der Firma Riedel ausgestattet, sondern auch die Autos im ADAC GT Masters und in der GT4 Germany. Da jedoch nicht alle Fahrzeuge über Onboard-Kameras für die TV-Übertragung verfügen - in Spielberg waren es sieben von 21 DTM-Autos - muss bei den anderen Boliden aus Gewichtsgründen eine Attrappe fixiert werden.

Onboard-Antenne: So sieht die Einbau-Anleitung für die Teams aus
Foto: ADAC
Zudem müssen die Teams dafür Sorge tragen, dass der Kühlungskanal der Antenne nicht blockiert ist. Es ist geplant, dass durch die Einführung von 5G künftig nicht nur ein Drittel des Feldes mit Onboard-Kameras für die TV-Übertragung ausgestattet ist, sondern alle Autos.
Bisher wurden statt der 5G-Technologie konventionelle Signaltechnik und eine Glasfaserleitung rund um die Strecke genutzt, damit das Onboard-Videomaterial in den Übertragungswagen gelangt.
Antennen beim Auftakt weniger auffällig als beim Test
Interessant ist, dass sich die Position der U-förmigen Antennen bei einigen Boliden im Vergleich zum Test verändert hat - und sie teilweise in Teamfarben lackiert wurden. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich die DTM-Verantwortlichen nach dem Test um eine weniger auffällige Optik bemüht haben. Beim Mercedes-AMG GT3 war das Teil beim Test noch vorne am Dach fixiert, rückte dann aber nach hinten ans Ende des Dachs.

Detailansicht: Die Onboard-Antenne auf dem Dach des Mercedes von Lucas Auer
Foto: Sven Haidinger/smg
Die Innovation könnte noch weitere Fortschritte bringen. Denn aktuell sind die Boliden mit bis zu drei Kamerasystemen ausgestattet: der Kamera für die TV-Übertragung, dem System des Teams und dem Incident-Kamerasystem, das den Sportkommissaren Bildmaterial für strittige Situationen liefert.
Aktuell sind die Incident-Kameras mit einer versiegelten Speicherkarte ausgestattet, die vom Techniker nach der Session ausgelesen wird, damit das Material genutzt werden kann. Über das 5G-System könnte es in Zukunft möglich sein, nur noch ein Kamerasystem zu nutzen und alle Videodaten in Echtzeit zu übertragen.
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