Gerhard Bergers Ziel: DTM kann auch ohne Mercedes wachsen

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Gerhard Bergers Ziel: DTM kann auch ohne Mercedes wachsen
Gerald Dirnbeck
Autor: Gerald Dirnbeck
Co-Autor: Julia Spacek
18.09.2017, 13:35

Mit neuem Motorenreglement ab 2019 in die Zukunft: Gerhard Berger sieht die DTM als starke Plattform und ist von einer positiven Entwicklung überzeugt.

Gerhard Berger, ITR-Chef
Augusto Farfus, BMW Team RMG, BMW M4 DTM
Timo Glock, BMW Team RMG, BMW M4 DTM, Bruno Spengler, BMW Team RBM, BMW M4 DTM
Tom Blomqvist, BMW Team RBM, BMW M4 DTM, Gary Paffett, Mercedes-AMG Team HWA, Mercedes-AMG C63 DTM
Robert Wickens, Mercedes-AMG Team HWA, Mercedes-AMG C63 DTM
Robert Wickens, Mercedes-AMG Team HWA, Mercedes-AMG C63 DTM
Paul Di Resta, Mercedes-AMG Team HWA, Mercedes-AMG C63 DTM
Start zum DTM-Sonntagsrennen am Nürburgring

Sportlich gesehen biegt die DTM auf eine spannende Zielgerade ein. Zehn Fahrer haben an den verbleibenden Wochenenden in Spielberg und in Hockenheim noch Chancen auf den Meistertitel. Hinter den Kulissen werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Die Performance-Gewichte wurden kurzfristig abgeschafft. Nun werden die technischen Details für das neue Motorenreglement beziehungsweise "Class One" ab 2019 festgelegt. ITR, DMSB und die verbliebenen Hersteller Audi und BMW sind im Dialog.

Gerhard Berger, der Vorsitzende der ITR, sieht die notwendigen Schritte auf dem Weg. "Wir haben jetzt auch das neue Motorenreglement ab 2019: 600 PS, Vierzylinder-Turbomotor", nennt er im ORF die Eckdaten. "Es gibt auch im aerodynamischen Bereich einige Änderungen. Jetzt hat man das Paket fertig, wo sich der eine oder andere Hersteller überlegen kann, ob diese Plattform für ihn gut ist." Ob schon 2019 ein neuer Hersteller einsteigen wird, ist noch offen. Ansonsten würde die DTM nach dem Mercedes-Aus mit Audi und BMW weiterfahren.

"Es ist eine starke Plattform", betont Berger den Stellenwert der DTM in Mitteleuropa. "Im deutschen Fernsehen haben wir eine Reichweite von 2 Millionen Zusehern. Das ist in Europa hinter der Formel 1 die zweitstärkste Plattform. Ich glaube, es wird in Zukunft eine starke Serie sein." Dafür will der Österreicher auf überschaubaren Wachstum setzen: "Das Ziel war es sowieso, dass man mehr Hersteller bekommen möchte, und dass man in Europa wachsen will. Es soll schon einen starken Kern in Deutschland geben, aber mehr nach Italien, England und so weiter gehen."

Das neue Reglement soll die Initialzündung für eine erfolgreiche Zukunft darstellen und den Ausstieg von Mercedes kompensieren. Der neue Motor hatte mit der Entscheidung nichts zu tun, wie Mercedes-DTM-Chef Ulrich Fritz betont: "Nein. Wir waren überzeugt, dass wir eine andere Plattform betreten wollen. Wenn wir in der DTM geblieben wären, dann wären wir offen für das neue Reglement gewesen." So liegt die Zukunft der Marke mit dem Stern neben der Formel 1 in der Elektrorennserie Formel E. Einen Hybrid sieht das neue DTM-Reglement nicht vor.

Ein Verlust ist der geplante Ausstieg von Mercedes dennoch. "Es war natürlich ein Rückschlag für uns, keine Frage. Mercedes war ein Rückgrat der DTM, sie waren 30 Jahre dabei. Trotzdem haben sie nun diese Entscheidung getroffen. Man muss das respektieren", hegt Berger keinen Groll. Er fügt außerdem hinzu: "Wir sind in Diskussion mit mehreren Herstellern." Die Zeit für 2019 drängt, denn inklusive Vorbereitungszeit müsste ein neuer Hersteller bald eine Entscheidung treffen.

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Rennserie DTM
Fahrer Gerhard Berger
Urheber Gerald Dirnbeck
Artikelsorte News