DTM-Chef: Teamorder ja, solange ehrlich kommuniziert wird

Stallregie ist und bleibt ein Streitthema in der DTM. Serienchef Hans Werner Aufrecht will sie jedoch nicht verbieten.

Denn das aktuelle Starterfeld der Rennserie, das sich aus Fahrzeugen der drei Marken Audi, BMW und Mercedes zusammensetzt, lasse keine Alternative zu, meint Aufrecht.

„Solange es acht Autos eines Herstellers gibt, müssen wir Teamorder akzeptieren. Denn wenn wir es verbieten, passiert es heimlich.“

Er selbst finde Stallregie „gar nicht so schlimm“, sagt Aufrecht und fügt hinzu: „Im Radsport wird das ja auch so gehandhabt. Auch die DTM ist in gewisser Weise ein Teamsport.“

„Mir ist nur wichtig, dass dieses Vorgehen nach einem Rennen auch ehrlich kommuniziert wird. Alles andere ist doch Irreführung der Fans.“

Mercedes-Stallregie erhitzt die Gemüter

Mercedes hatte zuletzt reichlich Kritik einstecken müssen. Die Marke hatte am Nürburgring den Meisterschaftsführenden Pascal Wehrlein an mehreren Markenkollegen vorbeigelotst. Wehrleins Mercedes-Stallgefährten hatten ihr Tempo dafür teilweise erheblich reduziert.

Der ehemalige Formel-1-Pilot Timo Glock, jetzt in Diensten von BMW, sprach damals von „Verarsche“ und bezeichnete dieses Vorgehen als „unsauberes Racing“.

Auch Audi-DTM-Leiter Dieter Gass, der die Diskussion mit seinen Äußerungen direkt nach dem Rennen in der Pressekonferenz angestoßen hatte, fand deutliche Worte.

„Wir haben eine Absprache unter den Herstellern, dass wir fairen Sport bieten und keine künstlichen Überholmanöver zeigen wollen. Zwei Hersteller halten sich daran, der dritte hat das nicht getan. Ich persönlich bin sehr enttäuscht davon.“

Mercedes räumte nach dem Rennen ein, teamtaktisch agiert zu haben, doch DTM-Teamchef Ulrich Fritz wollte nichts von einer verletzten Absprache wissen.

Er sagte damals: „Ja, wir haben untereinander bestimmte Absprachen getroffen, was wir in der DTM sehen wollen und was nicht. Ich bin nicht der Meinung, dass wir etwas gesehen hätten, dass unter diese Absprache fällt.“

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