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DTM im Aston Martin? Preining hätte Porsche fast wegen Class-1-Sitz verlassen

Porsche-Werksfahrer Thomas Preining dachte zweimal daran, seinen Arbeitgeber wegen der DTM zu verlassen: Wieso ihm bei der Unterschrift fast die Tränen kamen

DTM im Aston Martin? Preining hätte Porsche fast wegen Class-1-Sitz verlassen

Hatte Thomas Preining 2019 Aussichten auf ein Class-1-Cockpit im Aston Martin?

Foto: Getty Images

Thomas Preining ist heute aus der DTM nicht mehr wegzudenken: Der österreichische "Grello"-Porsche-Pilot holte 2023 den Titel und beeindruckt seit dem Einstieg im Jahr 2022 mit seiner beherzten und aggressiven Fahrweise. Doch nur wenige wissen, dass der 27-Jährige einst sogar überlegte, seinen Porsche-Vertrag wegen der DTM sausen zu lassen!

"Es war für mich wirklich schwierig, meinen Juniorenvertrag bei Porsche zu unterschreiben, obwohl ich wusste, dass sonst die Chance wahrscheinlich bei einem Prozent liegt, weiterhin auf irgendeinem Niveau Rennsport zu betreiben", erinnert er sich an das Jahr 2017 und den Wechsel in den GT-Sport. "Ich wusste, dass ich damit eine mögliche Zukunft in der DTM aufgebe, denn Porsche war damals nicht in der DTM."

Daher habe er bei der Unterschrift im Büro des damaligen Porsche-Motorsportchefs Frank-Steffen Walliser, der heute Bentley-Geschäftsführer ist, "beinahe geweint", gibt Preining im Podcast Over the Limit seiner Rennfahrer-Kollegen Laurens und Dries Vanthoor zu. Und das war nicht das einzige Mal, dass er seine Porsche-Zukunft in Frage stellte.

"Hatte Chance, in der Class-1-Zeit in die DTM zu wechseln"

"Nachdem ich das Juniorenprogramm beendete und die Chance hatte, Werksfahrer zu werden, hätte ich Porsche beinahe erneut wegen der DTM verlassen", erklärt Preining. "Ich hatte eine Chance, in der Class-1-Zeit in die DTM zu wechseln. Dieses Projekt sah aber nicht wie eine ordentliche mittel- oder langfristige Lösung aus."

Da Preining zugunsten des Rennsports auf ein Studium an der Universität verzichtet hatte, "wollte ich damals nicht zu viel riskieren", stellt er klar. Und gab trotz der reizvollen Gelegenheit, schon damals seinen Traum von der DTM zu verwirklichen, dem sicheren Herstellerumfeld bei Porsche den Vorzug.

Wieso es sich nur um R-Motorsport-Projekt handeln kann

Doch von welcher Class-1-Gelegenheit spricht Preining? Das lässt der Linzer offen, es kann sich aber nur um das Aston-Martin-Projekt von R-Motorsport gehandelt haben, mit dem 2019 kurzfristig die Lücke nach dem Ausstieg von Mercedes-AMG in der DTM geschlossen wurde.

Denn Preining testete vom 10. bis 12. Dezember 2018 in Jerez beim Young-Driver-Test der DTM für HWA den Class-1-Boliden von Mercedes - neben Ferdinand Habsburg, Jake Dennis und Jake Hughes. Referenzfahrer war damals Daniel Juncadella.

Der Spanier, Habsburg und Dennis stellten 2019 neben Paul di Resta das Fahreraufgebot für das Aston-Martin-Projekt, bei dem HWA für den Einsatz in der DTM zuständig war. Der damals 20-jährige Preining, dessen Juniorenvertrag bis Ende 2018 lief, trat stattdessen 2019 als "Young Professional" für das Porsche-Team Herberth Motorsport im ADAC GT Masters an, wo er bereits am ersten Wochenende siegte.

"Jede Woche angerufen": Wie Preining bei Porsche Druck machte

Seine Entscheidung für Porsche erwies sich als richtig, denn R-Motorsport stieg nach nur einem Jahr, in dem man große Mühe im Kampf gegen Audi und BMW hatte, aus finanziellen Gründen aus der DTM aus. 2020 wurde die Herstellerserie komplett eingestellt - und der damalige DTM-Chef Gerhard Berger wagte 2021 mit dem GT3-Reglement und Privatteams einen Neustart.

Thomas Preining

Thomas Preining bescherte Porsche 2022 auf dem Norisring den ersten DTM-Sieg

Foto: Porsche

Dadurch war die Tür auch für Porsche offen - und 2021 wurde der GT3-erfahrene Preining von seinem Arbeitgeber zum Werksfahrer befördert. "In der ersten Saison war Porsche nicht dabei", erinnert sich Preining. "Ich habe sie jede Woche angerufen, ob es irgendeinen Weg gibt, damit da was passiert. Und so kam es dann auch - und darüber habe ich mich wirklich gefreut."

Tatsächlich stieg Porsche 2022 mit dem Bernhard-Team und SSR Performance in die DTM ein - und Preining gelang noch im selben Jahr nach einem schwierigen Saisonauftakt auf dem Norisring der erste Sieg der Sportwagen-Marke in der DTM. Der Rest ist Geschichte.

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