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DTM Spielberg
DTM: Marco Wittmann wirft Audi erneut "Unsportlichkeit" vor
Als einziger BMW-Fahrer stellte sich Marco Wittmann in Spielberg der Audi-Dominanz. Seinem Unmut über "unfaire" Manöver macht er hinterher Luft.
Rebecca Friese Julia Spacek
Bearbeitet: 25.09.2017, 11:52
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Die DTM-Saison 2017 neigt sich dem Ende zu. Im engen Titelkampf haben sich eine handvoll Favoriten herauskristallisiert. Und auf der Strecke wird sich nichts mehr geschenkt. Am vorletzten Rennwochenende bekam das Wittmann in Spielberg seiner Meinung am meisten zu spüren. Dass seine Rivalen dabei von der Abschaffung der Performance-Gewichte profitierten, stieß ihm schon am Samstag sauer auf. Am Sonntag platzte ihm dann endgültig der Kragen.
"Sie haben mir mein Rennen kaputtgemacht", schimpft er gegenüber 'Motorsport.com' auf Audi und deren vermeintliche Verschwörung gegen die Konkurrenz. "Beim Neustart waren sie auch nicht gerade fair. Ich war da vorne der einzige im Audi-Sandwich. In Kurve 1 wurde ich rausgeschoben, in Kurve drei noch extremer."
Einmal mehr im Fokus der Kritik: Nico Müller
Sein größter Vorwurf geht jedoch in Richtung Nico Müller, von dem er sich eingebremst fühlte. Es ist nicht das erste Mal, dass der Teamkollege von Tabellenführer Mattias Ekström mit einem "unsportlichen" Verhalten von Audi in Verbindung gebracht wird.
Müller erlebte sein bisher bestes Rennwochenende in dieser Saison. Bereits am Samstag hatte er sich auf Startplatz zwei stellen und das Podium mit seinen Audi-Kollegen feiern können. Am Sonntag qualifizierte er sich als fünfter - hinter Wittmann. Nach den Pflicht-Boxenstopps ging der Positionskampf dann in seine heiße Phase.
Ekström hatte seine Reifen bereits nach der ersten Runde wechseln lassen. Auch Wittmann hatte nicht lange mit seinem Stopp gewartet. Die Audi-Kollegen Mike Rockenfeller und Müller waren hingegen auf frischeren Pneus unterwegs. Wittmann hatte beiden nichts entgegenzusetzen. Fühlte sich aber vor allem von Müller stark eingebremst. Das ließ er schon während des Rennens lautstark wissen.
"Klar habe ich mich über Funk beschwert - wenn es nun mal so ist", erklärt er hinterher. "Ich denke, es hat auch jeder gesehen. Audi hatte sicherlich eine starke Pace und sie waren schneller als wir. Er ist ja auch an mir vorbei gekommen. Aber von da an hat er mich eingebremst - so wie er es schon das ganze Jahr gemacht hat. Ich kann mich nur wiederholen: Das grenzt an Unsportlichkeit."
Wittmann spielt auf Rennen wie die in Moskau, Zandvoort oder auf dem Nürburgring an. Wiederholt war es Müller dabei gelungen, durch späte Reifenwechsel in den Kampf um die Spitzenplätze einzugreifen und seinem Teamkollegen Ekström dabei unter die Arme zu greifen. Auch BMW-Fahrer Timo Glock hatte Audi deswegen schon "Manipulation" vorgeworfen.
- Am Nürburgring wirft Timo Glock Audi Manipulation vor
- Nico Müller wehrt sich gegen die Vorwürfe
- Marco Wittmann prangert Audi schon in Moskau an
"Man hat gesehen, wer hier das dominanteste Auto hatte ich denke, dann hat man es nicht nötig, anderen das Rennen kaputtzumachen", sagt Wittmann. "Nach der Nürburgring-Aktion hätte er das nicht noch einmal bringen müssen."
Der Fürther glaubt, Müllers Verhalten beweisen zu können: "In den Kurven kann man natürlich gut ausbremsen. Wenn man in einer Kurve, die du üblicherweise im vierten oder fünften Gang fährst, auf einmal im dritten Gang fahren musst, dann ist schon etwas seltsam. Nachdem er mich überholt hat, waren wir zwei Sekunden langsamer und Ekström war ja hinter mir - die Aufgabe war also klar."
Audi wehrt sich
Audi lässt sich den Vorwurf auch diesmal nicht gefallen. "Sich über Nico Müller zu beschweren, der eine knappe Sekunde vorausgefahren ist, und dann irgendetwas von Ausbremsen zu erzählen, das ist lächerlich", betont Audi-Motorsportchef Dieter Gass. "Man muss damit auch mal aufhören. Nico hat hier eine einwandfreie Performance hingelegt und ist zweimal auf den dritten Platz gefahren."
Müller selbst will auch nicht mehr als Sündenbock hingestellt werden. Die Vorwürfe gingen ihm, Zitat: "Auf den Sack". Wittmanns Beschwerden entgegnet er: "Er sollte vielleicht mal aufhören zu jammern. Ich weiß nicht, was er meint. Ich habe ihn auf der Strecke überholt und war vor ihm. Wenn er schneller ist, dann soll er mich zurück überholen. Ich bin es langsam leid, um ehrlich zu sein."
Müller war jedoch nicht der einzige Audi-Pilot, der Wittmann im Weg stand. Auch Rockenfeller spielte im Teamgefüge eine Rolle. Vor allem beim Neustart nach der Safety-Car-Phase fühlte sich Wittmann von ihm bedrängt - noch mehr aber von Ekström selbst. Dabei griffen sogar die Rennkommissare ein.
Wegen des Abdrängens von der Strecke zwangen sie Ekström, seine gewonnene Position wieder zurückzugeben. Allerdings hatte sich da schon der Mercedes von Gary Paffett mit vorbeigezwängt. Und Ekström konnte die Position wiedererlangen. "Deswegen bin ich logischerweise nicht gut darauf zu sprechen", so Wittmann.
Wittmann über seine Titelchancen
Der 27-Jährige hat sich in Österreich als einziger BMW-Fahrer der Audi-Dominanz in den Weg stellen können. Bereits am Samstag hatte er jedoch angeprangert, die kurzfristige Abschaffung der Performance-Gewichte würde in den Titelkampf eingreifen.
Seine immerhin 19 Punkte aus Spielberg halten ihn noch im Titelrennen - er liegt als Gesamtfünfter 38 Punkte hinter Tabellenführer Ekström. Beim Finale in Hockenheim sind noch insgesamt 56 Zähler zu holen.
Zu Seinen Titelchancen sagt der amtierende Meister: "Theoretisch ist es noch machbar, aber realistisch gesehen glaube ich eher nicht. Ich habe es gestern schon gesagt: Man hat den Meisterschaftskampf mit den Gewichen ein wenig verzerrt. Das wird jetzt wahrscheinlich ein Hersteller unter sich ausmachen."
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