DTM Norisring 2018: Wittmann will den Heimspiel-Bann brechen

geteilte inhalte
kommentare
DTM Norisring 2018: Wittmann will den Heimspiel-Bann brechen
Autor: Julia Spacek
20.06.2018, 08:28

Heimspiel für Audi, BMW und Marco Wittmann am Norisring: BMW-Fahrer aus Fürth noch ohne Podium beim Heimrennen - Mercedes der Favorit der DTM-Piloten

Die DTM steht vor dem ersten Saisonhighlight: Am Wochenende (22. bis 24. Juni) gastiert die deutsche Tourenwagenserie am Norisring. Der Stadtkurs in Nürnberg wird wegen der spektakulären Lage und einzigartigen Atmosphäre auch als das "Monaco der DTM" bezeichnet. Mit einer Länge von 2,3 Kilometern ist der Norisring die kürzeste Strecke im DTM-Kalender, die seit 1987 Austragungsort der deutschen Tourenwagenserie ist. 

Der Stadtkurs hat lediglich vier Kurven und verläuft auf öffentlichen Straßen rund um den Dutzendteich und das Fußballstadion des 1. FC Nürnberg. Obwohl die Rundenzeiten unter 50 Sekunden liegen, fordert der Kurs von den Fahrern höchste Konzentration und gilt als einer der anspruchsvollsten der gesamten Saison. "Der Norisring sieht einfach aus, ist aber eine absolute Herausforderung", sagt Audi-Pilot Nico Müller.

In diesem Jahr ist die Belastung für die Fahrzeuge sogar noch höher, erklärt Audi-Motorsportchef Dieter Gass: "Die Belastung wird in diesem Jahr noch größer, weil die Autos durch den reduzierten Abtrieb auf den Geraden schneller sind und der Bremsweg zugleich länger wird." Aus diesem Grund werden die Bremssättel zusätzlich mit Wasser gekühlt.

Glock will Tabellenführung verteidigen

2017 erreichte Audi-Mann Loic Duval am Ende der Start-Ziel-Geraden im Qualifying am Sonntag einen Spitzenwert von 261 Kilometer pro Stunde. Beim anschließenden Anbremsen der mit 50 Kilometer pro Stunde langsamsten Kurve der Strecke wird eine Belastung von über 2,4 g erreicht - ein Härtetest für Mensch und Maschine.

In der Fahrerwertung führt Timo Glock (90 Punkte) mit elf Zählern vor dem zweitplatzierten Gary Paffett (79). Dahinter liegen Paul di Resta (67), Lucas Auer (55) und Lokalmatador Marco Wittmann (51).

BMW-Pilot Glock möchte auch nach dem vierten Rennwochenende mit Vorsprung in der Tabelle nach Hause fahren. Doch er weiß, dass es mit den starken Mercedes-Fahrern im Nacken schwierig wird. "Auf dem Norisring haben wir uns in der Vergangenheit schwer getan", so der Tabellenführer. "Wir wissen natürlich auch, dass Mercedes beim Top-Speed sehr stark ist, deshalb bin ich gespannt, wie wir im Vergleich dazu aufgestellt sind. Audi war am Norisring in der Vergangenheit ebenfalls stark, aber ich sehe Mercedes als klaren Favoriten. Wir müssen schauen, dass wir so gut wie möglich aussortiert sind."

Holt "Mister Norisring" den fünften Sieg?

Mit 18 Siegen auf dem Norisring ist Mercedes die mit Abstand erfolgreichste Marke auf dem Stadtkurs in Nürnberg. Doch der letzte Sieg auf dem Stadtkurs in Nürnberg liegt fast drei Jahre zurück: 2015 gewannen Pascal Wehrlein und Robert Wickens für die Stuttgarter. Klappt es 2018 wieder? Paffett glaubt nicht, dass es für ihn und seine Kollegen ein Selbstläufer wird.

 

"Auf dem Norisring wird das Kräfteverhältnis meiner Meinung nach viel ausgeglichener sein, da der Streckenverlauf niemandem besonders entgegenkommt", so der Brite. "Natürlich wäre es großartig, dort erneut zu gewinnen. Aber ehrlich gesagt, glaube ich, dass dort alle die gleichen Siegchancen haben werden, weshalb wir versuchen müssen, so viele Punkte wie möglich einzufahren."

Die 18 DTM-Piloten fahren nah entlang an den Leitplanken und Mauern in den Straßen Nürnbergs - manchmal auch zu nahe. Die Teams packen deshalb mehrere Ersatz-Rückspiegel ein, die beim Herantasten ans Limit und dem Küssen der Mauern regelmäßig davon fliegen.

Für Audi, BMW und Marco Wittmann ist das Event im "fränkischen Monaco" ein waschechtes Heimspiel. Das Werk der Ingolstädter ist nur 90 Kilometer entfernt und das der Münchner 160 Kilometer. Marco Wittmann ist in Fürth geboren und wohnt nur einen Steinwurf von der Steintribüne entfernt. "Ich freue mich schon riesig auf das Wochenende, denn ich bin wohl der einzige Fahrer im Feld, der solch ein Heimrennen hat, weil er so nah an einer Strecke wohnt", sagt der BMW-Mann.

Die Heimstrecke war allerdings kein gutes Pflaster für Wittmann, denn auf ein Podium oder gar einen Sieg wartet es bisher vergeblich. Zweimal wurde er Vierter, einmal Fünfter und zweimal Sechster. 2018 will er den Bann brechen und vor heimischer Kulisse auf dem Podium stehen. "Das ist mein Ziel", sagt der zweimalige DTM-Champion, der mit einem Sieg in Budapest auf einer Erfolgswelle ist.

Mit vier Siegen ist Jamie Green der erfolgreichste aktive DTM-Pilot in Nürnberg und kam so zu seinem Spitznamen "Mister Norisring". Ein Sieg mit Audi fehlt ihm noch am Norisring. Nach einem schlechten Saisonstart hofft der Brite, dass der Nachteil von Audi nach der Reduzierung der Aerodynamik nicht so groß ist wie auf anderen Strecken und er den fünften Erfolg auf dem Stadtkurs einfahren kann. "Vielleicht haben wir eine Chance", hofft der Rosberg-Fahrer auf eine Kehrtwende.

Im kostenlosen Live-Stream unserer Schwesterseite Motorsport-Total.com können Sie alle Sessions der DTM am Norisring live mitverfolgen. Im Live-Ticker halten wir Sie mit Informationen rund um das Saisonhighlight in Nürnberg auf dem Laufenden.

Nächster Artikel
"Mister Norisring" Jamie Green: Heimsieg mit Audi fehlt noch

Vorheriger Artikel

"Mister Norisring" Jamie Green: Heimsieg mit Audi fehlt noch

Nächster Artikel

BMW in Gesprächen mit Kundenteams für die DTM

BMW in Gesprächen mit Kundenteams für die DTM
Kommentare laden

Artikel-Info

Rennserie DTM
Event Norisring
Urheber Julia Spacek