DTM-Piloten in Macau: Wieso Habsburg Formel 3 fährt

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DTM-Piloten in Macau: Wieso Habsburg Formel 3 fährt
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13.11.2019, 12:15

Welche DTM-Piloten sich dieses Wochenende in der Formel 3 und im GT-Weltcup der Herausforderung Macau stellen und gegen wen sie sich behaupten müssen

Ab Donnerstag dröhnen wieder die Motoren in den engen Gassen von Macau - und mit dabei sind auch zwei DTM-Piloten! Aston-Martin-Pilot Ferdinand Habsburg und BMW-Fahrer Joel Eriksson werden beim legendären Formel-3-Rennen sowie im GT-Weltcup versuchen, die Siege einzufahren, die ihnen 2017 dort durch die Finger glitten.

Aber wieso fährt Habsburg nach seinem Wechsel in die DTM plötzlich wieder Formel 3? "Es kam auch für mich überraschend, als ich vom Formel-3-Team ART vor rund drei Wochen den Anruf bekam, ob ich eventuell für Macau Interesse hätte", erklärte der Österreicher Anfang November gegenüber der 'Kleinen Zeitung'. "Da war mein erster Gedanke: ja, natürlich. Wenn es ein Auto für Macau gibt, dann sollte man sich diese Chance nicht entgehen lassen."

Denn Habsburg, der zum vierten Mal auf dem Guia-Kurs antritt, hatte sich 2017 mit einem beherzten Rennen in die Notizbücher vieler Entscheidungsträger gefahren: Nach einigen spektakulären Überholmanövern war Habsburg nicht zu bremsen und attackierte in der Zielkurve den führenden Brasilianer Sette Camara. Er war bereits vorbei, landete aber mit Geschwindigkeitsüberschuss in den Reifenstapeln - wie auch sein Rivale.

Habsburg: Furioses Macau-Finale 2017 als Türöffner

Den Sieg staubte Dan Ticktum ab, doch plötzlich war Habsburg trotz Platz vier berühmt. "Das Duell mit Camera war ausschlaggebend für meine Zukunft", bestätigt der Aston-Martin-Pilot. "Da war ich durch die TV-Bilder von heute auf morgen ein Popstar auf YouTube. Das hat mir auch die Tür in die DTM geöffnet."

 

Auch im Vorjahr, als Habsburgs Freundin Sophia Flörsch einen Horrorunfall überlebte, war Habsburg am Start, dieses Jahr will er seine offene Rechnung endlich begleichen. Macau sei eine seiner "Lieblingsstrecken" und ein "besonderer Ort", sagt Habsburg. Da man dieses Jahr aber mit den für ihn bis auf einen Test in Valencia im Oktober völlig unbekannten Boliden aus der FIA-Formel-3-Meisterschaft fährt, sei alles "Neuland".

Formel 3 "Neuland" für Habsburg

"Ich fahre gegen Piloten, die schon das ganze Jahr über damit gefahren sind. Aber dafür fahre ich für das erfolgreiche ART-Team, das in der Vergangenheit auch mit Hamilton und Bottas in Macau gewonnen hat. Deshalb ist für mich das Vertrauen da und die Überzeugung, dass das aufgehen kann."

Ferdinand Habsburg, Sophia Flörsch

Ferdinand Habsburg trifft in Macau auch auf Ex-Kollegin Sophia Flörsch

Foto: FIA F3

Habsburgs Rivalen? Ex-Red-Bull-Junior Ticktum, der in den vergangenen zwei Jahren gewonnen hatte, der frischgebackene Formel-3-Champion Robert Schwartzman, Emerson Fittipaldis Neffe Enzo Fittipaldi sowie Ralf Schumachers Sohn David Schumacher. Und auch die wieder genesene Flörsch wird nach ihrem Crash ein Macau-Comeback geben.

Doch der 22-Jährige, der nach wie vor auf eine Vertragsverlängerung bei Aston Martin hofft, ist nicht der einzige DTM-Vertreter beim Klassiker: BMW-Werksfahrer Eriksson, der dieses Jahr in seiner zweiten DTM-Saison Elfter wurde, wird mit einem BMW M6 GT3 des aus Taiwan stammenden FIST-Teams AAI im GT-Weltcup antreten.

Eriksson will es Ex-DTM-Pilot Farfus nachmachen

Für den 21-Jährige ist Macau keine Unbekannte, schließlich trat er bereits dreimal beim Formel-3-Klassiker an und holte 2018 Platz zwei und 2017 die Pole. Damals wurde er in Führung liegend von einem Rivalen aus dem Rennen gerissen, was Habsburgs große Show erst ermöglichte. Sein Ziel ist es nun, den ebenfalls am Start stehenden Ex-DTM-Pilot Augusto Farfus als Macau-Triumphator in GT-Weltcup zu beerben.

Joel Eriksson

BMWs DTM-Pilot Joel Eriksson tritt erstmals in Macau im GT-Weltcup an

Foto: BMW

"Fahrerisch habe ich mich sehr intensiv im Simulator vorbereitet, denn es ist etwas völlig anderes, in Macau mit einem Formel- oder mit einem GT-Fahrzeug unterwegs zu sein", erzählt der Schwede. "Zum Glück ist Augusto mit all seiner Erfahrung auch dort. Wir haben oft miteinander geredet, und er hat mir bereits viele wertvolle Tipps gegeben."

Während mit dem Audi-Werksteam Phoenix und dem -Kundenteam WRT auch zwei DTM-Rennställe am Start sind, trifft Eriksson neben Farfus auch auf zwei weitere Ex-DTM-Piloten: Edoardo Mortara und Maro Engel starten in Mercedes-AMG GT3 der Rennställe Craft-Bamboo und GruppeM.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie DTM
Urheber Sven Haidinger