DTM-Qualifying Assen 1: Ferrari-Pilot Lawson setzt mit Pole Aufholjagd fort

Poleposition in Assen für Kelvin van der Lindes Verfolger Liam Lawson: Der Ferrari-Pilot setzt sich gegen Marco Wittmann durch - Kollision beim DTM-Leader

DTM-Qualifying Assen 1: Ferrari-Pilot Lawson setzt mit Pole Aufholjagd fort

Ferrari-Pilot Liam Lawson sichert sich beim Samstags-Qualifying in Assen seine zweite DTM-Pole und setzt damit nach seinen zwei Siegen in Spielberg die Aufholjagd gegen DTM-Leader Kelvin van der Linde fort. Der Abt-Audi-Pilot war in einem ersten Ergebnis Fünfter, da die Rundenzeiten einiger Piloten wegen Tracklimits-Verstößen gestrichen wurden. Da diese aber nachträglich doch gezählt wurden, startet van der Linde nun nur von Platz acht. 

"Es ist gut, so in das Wochenende zu starten", freut sich der Red-Bull-Junior bei 'ran.de', der den Kurs vor dem Wochenende nicht kannte. "Mir hat es sofort gefallen - und die Strecke passt zu unserem Auto."

Dennoch rechnet er wegen des rauen Asphalts mit einem schwierigen Rennen: "Der Reifenverschleiß ist ziemlich hoch hier. Es wird schwierig, wir werden viel Drop-off sehen. Ich werde versuchen, die Reifen durch das Rennen zu bringen."

Bortolotti nun doch Dritter

Durch die drei Punkte für die Pole fehlen dem Neuseeländer im Gesamtklassement nur noch zehn Punkte auf den Südafrikaner. Auf Platz zwei landete Walkenhorst-BMW-Pilot Marco Wittmann mit nur 0,016 Sekunden Rückstand, Dritter wurde Mirko Bortolotti, dem 0,099 Sekunden fehlten. Auch seine Rundenzeit war ursprünglich gestrichen worden, wurde aber nachträglich für gültig erklärt, weshalb er nun doch nicht Zwölfter ist. Und HRT-Mercedes-Pilot Maximilian Götz von Platz drei auf Platz vier zurückfällt.

Wie man das Chaos erklärt? "Die Rennleitung hat wegen Unregelmäßigkeiten bei den Tracklimits-Verstößen das Qualifying noch einmal überprüft und das Ergebnis noch einmal korrigiert", heißt es von Seiten der DTM-Dachorganisation ITR. Bei der Überprüfung der Tracklimits sind mehrere Personen beteiligt, so dürfte es zu den Unregelmäßigkeiten gekommen sein.

Was sich dadurch abgesehen von Bortolottis drittem Platz ändert? JP-McLaren-Pilot Christian Klien ist nicht 16., sondern Sechster. Alex Albon ist nicht 14., sondern Siebter. Daniel Juncadella rückt vom elften auf den neunten Platz vor. Rosberg-Audi-Pilot Nico Müller ist durch die Verschiebungen nicht mehr Sechster, sondern nur noch Zehnter.

Dem amtierenden Vizemeister platzte nach dem Qualifying bei 'ran.de' der Kragen. "Ich finde es ein bisschen lächerlich", so der amtierende Vizemeister bei 'ran.de'.

"Wir sind hier auf einem Niveau unterwegs, wo man es eigentlich hinkriegen sollte, dass das am Ende nicht das Qualifying oder ein Rennen entscheidet. Es gibt hier viele Stellen, bei denen du sowieso nichts gewinnst, sondern langsamer wirst, wenn du ein bisschen über die weiße Linie hinausfährst. Und wenn dir dann die Runde gestrichen wird, dann bringt es nur noch mehr Verwirrung rein. Das könnten wir besser machen."

Ex-Formel-1-Pilot Klien findet ebenfalls, dass die Regel, dass zumindest ein Rad immer innerhalb der weißen Linie sein muss, nicht in allen Kurven angewendet werden sollte. "Wir haben stellenweise auch Tracklimits, bei denen einen halben Meter weiter außen Kies wäre. Wenn man da sagt, das ist das Limit, dann ist es auch das Limit. Das wäre einfacher für die Rennleitung und einfacher für uns."

Rote Flagge: Gore-Crash wirft Fragen auf

Für besondere Spannung sorgte ein Crash von Rosberg-Audi-Pilot Dev Gore, der 5:50 Minuten vor Ende des Qualifyings aus unbekanntem Grund auf der Geraden abflog und heftig in die Leitplanken donnerte. Die rechte Aufhängung des Boliden ging dabei zu Bruch.

Auch Teamchef Kimmo Liimatainen wurde aus dem Zwischenfall zunächst nicht schlau, wie er bei 'ran.de' klarstellte: "Für mich sah es auch komisch aus, fast so, als wäre er geradeaus einfach abgeflogen. Ich weiß nicht, ob irgendetwas gebrochen ist oder was da genau passiert ist."

Auch am Funk habe Gore nur gesagt, er habe einen Crash gehabt, ohne die Situation aufzuklären. Er versuchte zunächst, das havarierte Auto zurück an die Box zu bringen, haben den R8 LMS dann aber mit kaputter Antriebswelle abstellen müssen. Die Rennleitung entschied sich, das Qualifying abzubrechen, um die Unfallstelle zu räumen. Zu diesem Zeitpunkt lag Lawson vor Wittmann und Kelvin van der Linde.

DTM-Leader van der Linde: Reifenschaden nach Kollision

Nach der erneuten Freigabe gab es heftiges Gedränge auf der Strecke - und es kam zu einer Berührung zwischen Kelvin van der Linde und Winward-Mercedes-Pilot Philip Ellis. Der Südafrikaner zog sich dabei einen Reifenschaden rechts hinten zu und musste an die Box, um den Reifen wechseln zu lassen.

Er konnte seine Rundenzeit beim zweiten Versuch nicht mehr verbessern und war entsprechend enttäuscht. Wegen des Zwischenfalls wurde eine Untersuchung der Rennleitung eingeleitet.

"Der erste Run war ganz okay, wir haben alles rausgeholt", sagt er bei 'ran.de'. "Wieder bester Audi, das ist alles, was wir aktuell machen können." Zur Berührung mit Ellis, der bei ihm schon in Zolder mit seiner Blockade für Unmut gesorgt hatte, wollte er sich nicht vorschnell äußern: "Ich habe einen Treffer vom Ellis bekommen auf der Outlap. Ich will mir gerne mal die Onboard anschauen und schauen, was genau passiert ist."

Der Start erfolgt wie gewohnt um 13:30 Uhr. Es werden Temperaturen um die 20 Grad erwartet. Trotz des bedeckten Himmels droht laut der Wetterprognose kein Regen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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