DTM-Qualifying Assen 2: Pole für Auer, van der Linde rettet sich nach Drama

Überraschende Pole für Lucas Auer beim Sonntags-Qualifying in Assen vor Marco Wittmann und Liam Lawson: Kelvin van der Linde verhinderte ein Abt-Debakel

DTM-Qualifying Assen 2: Pole für Auer, van der Linde rettet sich nach Drama

Erste Saison-Pole für Winward-Mercedes-Pilot Lucas Auer: Der Österreicher sicherte sich beim Sonntags-Qualifying die Poleposition in Assen vor Walkenhorst-BMW-Pilot Marco Wittmann (+0,073) und dem neuen DTM-Leader Liam Lawson im AF-Corse-Ferrari (+0,087).

Entsprechend erleichtert zeigt sich Auer nach dem Qualifying. "Gestern nach dem Rennen war mein Auto wegen der Startphase kaputt und die Mechaniker haben das Auto hergerichtet", erzählt der Pole-Setter bei 'ran.de'. "Das war 1a. Und es ist wirklich cool, heute das Geschenk an die Jungs zurückzugeben."

Nun hält er auch den Sieg für möglich: "Wir brauchen eine gute Strategie beim Boxenstopp, aber ansonsten spricht nichts dagegen: Wenn du Poleposition fahren kannst, kannst du auch gewinnen."

Wittmann nach Platz zwei: "War auf Messers Schneide"

Die Session wurde von einem Ausrutscher von Sophia Flörsch 2:14 Minuten vor Schluss geprägt, der für einen Abbruch sorgte. Somit hatten die Piloten am Ende nur noch drei Minuten Zeit, sich zu verbessern.

Das sorgte auch bei Samstag-Sieger Wittmann, der durch seinen zweiten Startplatz in der Meisterschaft (hier geht's zum Gesamtstand) an Kelvin van der Linde vorbeigeht, für Stress: Seine erste Rundenzeit war wegen eines Tracklimits-Verstoßes gestrichen worden.

"Das war auf Messers Schneide", sagt er bei 'ran.de'. "Dass meine Runde gestrichen wurde, haben wir erst erfahren, als die Session wieder gestartet wurde. Wir wussten, dass es mit dem Benzin extrem knapp ist, denn die Rote Flagge hatten wir nicht einkalkuliert. Und du versuchst immer, so wenig Sprit wie möglich mitzunehmen."

Lawson von Daten auf dem Lenkrad verwirrt

Daher wurden die letzten drei Minuten für den zweimaligen Champion zur Nervenprobe. "In der Outlap und auch in der Inlap war Spritsparen angesagt, Lift and Coast, um irgendwie Benzin zu sparen - und dann muss auch die Runde irgendwie passen: Kein Tracklimit, alles zusammenzukriegen ... also ich schnaufe gerade wirklich durch und bin deswegen natürlich superhappy über Platz zwei."

Auch Lawson ist nach Platz drei zufrieden - und zeigte sich überrascht über das Ergebnis: "Wir haben Live-Daten auf unserem Lenkrad, und ich dachte auf meiner zweiten Runde, dass ich hinten bin. Aber das war die Runde von gestern. Ich habe also gar nicht gemerkt, wie gut die Runde war. Poleposition wäre super gewesen, aber P3 ist auch gut. Es gibt einen Punkt und es ist eine gute Startposition für das Rennen."

Kelvin van der Linde behält Nerven und entgeht Debakel

Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde fuhr am Ende hinter Lawsons Teamkollege Alex Albon mit 0,133 Sekunden Rückstand den fünften Platz ein und zog den Kopf gerade noch aus der Schlinge. Denn der lange in der Meisterschaft führende Südafrikaner hatte auf seinen ersten Versuch verzichtet und war gerade auf seiner schnellen Runde, als ausgerechnet Teamkollegin Flörsch ins Kiesbett rutsche und für einen Abbruch sorgte.

Die verbleibende Qualifying-Zeit wurde daraufhin von der Rennleitung auf 3:00 Minuten verlängert. Van der Linde, der zu diesem Zeitpunkt Letzter war, behielt aber die Nerven und fuhr auf Platz fünf.

"Meine erste fliegende Runde hat sich gut angefühlt und die Sektoren waren auch okay, aber dann kam in der vorletzten Kurve rot", schildert der Abt-Audi-Pilot bei 'ran.de' das Drama. "Dieses Wochenende habe ich einfach nicht das Glück, auf das ich hoffe. Ich hatte keine Runde, weil ich den ersten Run nicht gefahren bin."

"Die beste Runde, die ich bisher hier gefahren bin"

Entsprechend groß war die Anspannung. "Es war viel Druck da, vor allem, weil wir haben ja dieses Tracklimits-Thema", sagt er. "Wenn du einmal von der Strecke runterfährst, ist deine Runde eh vorbei. Ich hatte also nur eine Chance und musste wegen der Tracklimits wenig Risiko gehen - und trotzdem eine schnelle Runde liefern." Die Rechnung ging auf: "Das war wirklich die beste und anspruchsvollste Runde, die ich hier bisher gefahren habe."

Warum das Abt-Team das Risiko einging, bei Kelvin van der Linde nur auf einen Versuch zu setzen? "Wir haben das Gefühl: Wenn das Auto kalt ist, performt es vielleicht ein bisschen besser. Da kannst du dir ein oder zwei Zehntel noch rausholen", erklärt van der Linde. "Wer weiß, ob das wirklich was bringt. Auf jeden Fall bin ich happy mit Platz fünf. Und bester Audi."

Und zwar ganz deutlich: Denn Nico Müller, Mike Rockenfeller, Dev Gore und Sophia Flörsch mussten sich mit den Plätzen 15, 18, 19 und 21 zufriedengeben. Van der Linde startet als Fünfter zwar hinter seinen Titelrivalen Wittmann und Lawson, ließ aber immerhin HRT-Mercedes-Pilot Maximilian Götz hinter sich.

Götz hadert nach Platz sieben mit der Bremse

Der Viertplatzierte in der Meisterschaft, dem am Ende nur 0,207 Sekunden auf die Pole fehlten, erklärt den Rückschlag bei 'ran.de' mit unglücklichen Umständen: "Am Ende konnte ich mich nochmal leicht verbessern, aber ich war mit der Bremse heute nicht so zufrieden und habe es da verbockt. Es ist schon sehr eng und ich habe heute kein gutes Gefühl gehabt."

Warum die Bremse nicht nach Wunsch funktioniert hat? "Mit den kühleren Temperaturen war die Bremse zu aggressiv für den Reifen, der keinen Grip auf die Strecke bringen konnte", geht Götz ins Detail. "Das heißt, ich hatte leichtes Untersteuern in die Kurve rein. Aus solchen kleinen Fehlern müssen wir lernen."

Götz hofft auf Mercedes-AMG-Rückendeckung

Für das Rennen ist der Routinier dennoch guter Dinge: "Wir sind schon aufs Podium gefahren von P7. Wir hatten gestern eine gute Strategie, einen guten Pitstop, und wenn wir heute das Gleiche machen, dann sind die Chancen schon da, nach vorne zu kommen." Zudem rechnet er nicht mit Gefahr von hinten: "Hinter mir stehen eine Reihe von Mercedes. Die werden mich hoffentlich in Ruhe lassen, damit ich mich darauf konzentrieren kann, um nach vorne zu attackieren."

Wie es den Gaststartern erging? Lamborghini-Werksfahrer Mirko Bortolotti, der beim Samstagsrennen einen Podestplatz einfuhr, fuhr auf den sechsten Startplatz. Und JP-McLaren-Pilot Christian Klien kam bei seinem vorerst letzten DTM-Qualifying in dieser Saison auf Startplatz zwölf.

Das DTM-Sonntagsrennen wird wie gewohnt um 13:30 Uhr gestartet. Es werden Temperaturen an die 17 Grad erwartet, wodurch es etwas kühler ist als am Vortag. Trotz des bedeckten Himmels soll es aber erneut nicht regnen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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