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Qualifyingbericht

DTM-Qualifying Nürburgring 2: Dörr holt Sensations-Pole im Glock-Auto!

Erste DTM-Pole für Ben Dörr ausgerechnet nach dem Wechsel ins vermeintlich schlechtere Auto von Teamkollege Timo Glock, der eine herbe Enttäuschung erlebt

DTM-Qualifying Nürburgring 2: Dörr holt Sensations-Pole im Glock-Auto!

Pole als klares Zeichen: Ben Dörr hat mit Timo Glocks Auto kein Problem

Foto: Alexander Trienitz

Was für eine Überraschung beim Sonntags-Qualifying auf dem Nürburgring: Ben Dörr sichert sich in 1:25.620 seine erste DTM-Pole (Ergebnis) - und das nach dem Wechsel ins von Teamkollege Timo Glock ungeliebte McLaren-Fahrzeug! Glock kam hingegen mit 0,725 Sekunden Rückstand im neueren McLaren 720S GT3 Evo nur auf den 19. Platz, rückt aber durch die Gridstrafe von Ben Green um einen Platz vor (Startaufstellung).

"Mega-geil - ich habe keine Worte dafür!", freut sich der 20-jährige Youngster aus Frankfurt bei ran.de. "Das Team hat so hart gearbeitet die letzten Monate und auch das letzte Jahr. Es ist einfach Wahnsinn, was für Fortschritte wir gemacht haben. So schön anzusehen, wie das ganze Team wächst."

Warum der Erfolg noch süßer schmeckt? Ausgerechnet heute feiert Ben Dörrs Vater Rainer Dörr - Besitzer der McLaren-Truppe - seinen 55. Geburtstag. "Ich glaube, das ist das beste Geschenk, was ich machen konnte", sagt Ben Dörr.

Ben Dörr nach Autowechsel: "Ich fühle mich superwohl"

Zumal das Team in den vergangenen Monaten enorme Anstrengungen unternommen hat, weil Glock mit seinem Fahrzeug unzufrieden war. Vor dem Nürburgring hatte der Youngster sogar seinen neueren McLaren-Boliden an Glock abgetreten und übernahm das vermeintlich schlechtere Auto.

Ben Dörr

Ben Dörr war im Dörr-McLaren auf dem Nürburgring nicht zu schlagen

Foto: Alexander Trienitz

"Also ich fühle mich superwohl, wie man sieht", grinst er. "Die Runde war auch on-point getroffen. Ich bin einfach nur happy."

Starke Reaktion von Auer auf verlorene DTM-Führung

Auf Platz zwei landete Lucas Auer, der die DTM-Führung am Samstag an Jack Aitken abgeben musste. Ihm fehlte exakt eine Zehntelsekunde auf die Pole. An den Titelkampf (aktualisierte Gesamtwertung) denkt der Österreicher laut eigenen Angaben nicht und peilt einen Podestplatz an.

"Ist noch zu früh", sagt er bei ran.de. "Wenn du dir die DTM über die letzten Jahre anschaust, kannst du ab Red-Bull-Ring strategisch an die Sache rangehen. Jetzt musst du Speed zeigen, gewinnen, auf das Podium fahren und Punkte mit nach Hause nehmen."

Aston-Martin-Sensation in der zweiten Reihe

Auf Platz drei die nächste Sensation: Comtoyou-Pilot Gilles Magnus stellt seinen Aston Martin mit 0,131 Sekunden Rückstand in die zweite Startreihe. "Es war wirklich ein gutes Qualifying", freut sich der Belgier bei ran.de. "Wir haben am Anfang der Saison sehr viel gekämpft, aber bei jedem einzelnen Rennen Schritte gemacht." Und auch der zusätzliche Ladedruck durch die Änderung der Balance of Performance dürfte kein Nachteil gewesen sein.

Vierter wurde Grasser-Lamborghini-Pilot Jordan Pepper (+0,192), der aber wegen seiner Gridstrafe nach der dritten Verwarnung am Samstag um fünf Startplätze zurück muss und nur als Neunter startet. Dadurch rückt Winward-Mercedes-Pilot Jules Gounon (+0,244) auf den vierten Platz vor. Auf Platz fünf steht mit Arjun Maini (+0,271) der beste Ford-Mustang-Pilot von HRT.

Rast: "Komisch, dass man sich über Platz sieben freut"

Sechster ist durch Peppers Strafversetzung Schubert-BMW-Pilot Rene Rast (+0,305). "Gestern Platz 17, heute Platz sieben, also zehn Positionen besser", rechnet der dreimalige DTM-Champion bei ran.de. "Es ist komisch, dass man sich über Platz sieben freut, aber es ist so."

Jetzt möchte er "ein Wörtchen um das Podium mitsprechen". Die zwei Stopps am Sonntag sollten seinem Team dabei entgegenkommen. "Wir haben eine extrem starke Crew, gerade beim Boxenstopp", weiß er. "Wir haben eine gute Strategie und auch eigentlich ein gutes Rennauto. Hoffen wir mal, dass es gut geht."

Ferraris nach BoP-Änderung deutlich geschlagen

Einen Rückschlag setzte es für die Ferrari-Truppe Emil Frey Racing, nachdem man den Samstag klar dominiert hatte: Thierry Vermeulen kam als bester Pilot der Schweizer mit 0,411 Sekunden Rückstand immerhin auf den zehnen Platz, während DTM-Leader Aitken nur 16. wurde. Dem Briten fehlten 0,6 Sekunden.

Diesbezüglich spielte mit Sicherheit auch die BoP-Änderung eine Rolle, die eine Ladedruck-Reduktion beim Ferrari 296 GT3 vorsah. Zudem muss er nach dem Samstagsieg im Rennen am Sonntag mit 20 Kilogramm Erfolgsballast klarkommen.

Aber auch Ricardo Feller, der im Land-Audi am Samstag seinen ersten DTM-Podestplatz des Jahres einfuhr, blieb hinter den Erwartungen: Der Schweizer wurde mit 0,611 Sekunden Rückstand 18., rückt aber durch die Gridstrafe für Emil-Frey-Ferrari-Pilot Green, der auf Platz 22 nach hinten gereiht wird, um einen Platz nach vorne.

Katastrophal lief das Qualifying erneut für DTM-Meister Mirko Bortolotti. Nach dem Motorwechsel, der durch die Kollision mit Rast am Samstag nötig war, kam der Abt-Lamborghini-Pilot mit 0,951 Sekunden Rückstand nur auf den 21. Platz. Er rückt durch die Green-Strafe auf Platz 20 nach vorne. Das Sonntagsrennen wird wie gewohnt um 13:30 Uhr (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.) gestartet.

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