DTM-Qualifying Nürburgring 2: Regen-Pole für Albon, Titelrivalen kollidieren!

Erste DTM-Pole für AF-Corse-Ferrari-Pilot Alex Albon beim Regen-Qualifying auf dem Nürburgring - Porsche erstarkt, DTM-Leader van der Linde und Lawson kollidieren

DTM-Qualifying Nürburgring 2: Regen-Pole für Albon, Titelrivalen kollidieren!

Sonntags-Qualifying der DTM auf der Nürburging-Sprintstrecke - und das typische Eifelwetter schlägt zurück: Bei Regen und durchgehend feuchter Strecke sicherte sich AF-Corse-Ferrari-Pilot Alex Albon seine erste DTM-Pole! Der Red-Bull-Pilot war in 1:37.773 um 0,185 Sekunden schneller als GruppeM-Mercedes-Pilot Daniel Juncadella.

"Wir hatten uns im Nassen einige Sorgen gemacht, denn normalerweise sind wir da nicht so stark, aber das Auto hat sich richtig gut angefühlt", zeigt sich der ehemalige Formel-1-Pilot bei 'ran.de' überrascht. "Ich musste es jetzt einfach nur um die Strecke bringen. Die Runde war gut, aber das Auto fühlte sich noch besser an. Es ist schön, an der Spitze zu sein."

Da Walkenhorst-BMW-Pilot Marco Wittmann (+0,283) und SSR-Porsche-Gaststarter Michael Ammermüller (+0,349) auf die Plätze drei und vier kamen, liegen vier Marken auf den ersten vier Plätzen. Fünfter wurde HRT-Mercedes-Pilot Maximilian Götz, wodurch sich der Zweitplatzierte in der Meisterschaft (Gesamtstand) in eine gute Ausgangsposition bringt.

Lawson erklärt Kollision mit DTM-Leader van der Linde

Denn DTM-Leader Kelvin van der Linde litt unter dem Zusatzgewicht, das er durch die veränderte Balance of Performance erhielt, und kam als bester Audi-Pilot nur auf Platz sieben. Beim ersten Versuch kam es zwischen dem Südafrikaner und AF-Corse-Pilot Liam Lawson, der am Ende nur Elfter wurde, zu einer heiklen Situation.

Der Drittplatzierte in der Meisterschaft berührte ausgangs der Mercedes-Arena den vor ihm fahrenden DTM-Leader und zwang ihn in einen Dreher. Der Zwischenfall wurde von den Rennkommissaren untersucht, blieb aber ohne Folgen. Doch wie erklärt Lawson die Kollision? "Wir haben um die Track-Position gekämpft, er kam dann vor meine Nase und hat sich gedreht", schildert der Neuseeländer auf 'ran.de' die Situation.

Und zeigt sich von Platz elf enttäuscht. "Auf dem zweiten Reifensatz habe ich überhaupt keinen Grip gefunden", sagt er. Und gratuliert seinem Teamkollegen zur Pole: "Alex hat das gut gemacht, das war eine gute Runde. Für mich könnte es ein schwieriges Rennen werden."

"Ich glaube, er hat gedacht, wir würden ein Rennen fahren"

Doch wie reagiert Kelvin van der Linde auf das Manöver seines Rivalen? "Ich glaube, er hat gedacht, wir würden ein Rennen fahren", zeigt sich der 25-Jährige verwundert. "Dabei geht es um die schnellste Rundenzeit." Ob er Lawsons Argument nachvollziehen könne, dass es um die Position auf der Strecke für die Qualifying-Runde gegangen sei? "Kann auch sein", zuckt er mit den Schultern "Cooles Racing, ich freue mich auf das Rennen."

Er mache seinem Rivalen "keinen Vorwurf. Solange es im Rennen nicht nochmal passiert, ist es okay." Mit dem Qualifying selbst zeigt er sich nicht zufrieden: "Das ist auf jeden Fall unser schlechtestes Qualifying in diesem Jahr, daher müssen wir schauen, wo das Problem im Regen liegt. Wir hatten auch die Probleme im Freien Training in Zolder, daher wussten wir, dass wir heute nicht um die Pole kämpfen."

Götz-Ansage Richtung van der Linde: "Er bleibt hinter mir"

Dennoch wünscht er sich wegen des zusätzlichen Gewichtes auch im Rennen Regen. "Da spürt man es etwas weniger." Und auch Startplatz sieben kann der Abt-Audi-Pilot etwas Positives abgewinnen. "Wir sind beim Start auf jeden Fall innen, daher hoffe ich, dass wir in der ersten Runde Plätze gutmachen können. Und dann schauen, wir ob die Jungs über die Strategie etwas machen können."

Aber wird der Druck nun durch den Rückschlag größer? "Nein, wir sind noch tiefenentspannt", gibt er sich gelassen - und verweist darauf, dass noch viele Rennen bevorstehen.

Dennoch reibt sich sein Titelrivale Maximilian Götz, der in der Meisterschaft 45 Punkte hinter dem Abt-Audi-Piloten liegt, die Hände. "P5 ist eine gute Ausgangslage, der Herr van der Linde ist hinter uns", sagt er bei 'ran.de' "Das ist gut."

Was es für das Rennen bedeute, dass sein Rivale zwei Plätze hinter ihm steht? "Er bleibt auch hinter mir", grinst Götz. "Das ist mal mein Plan. Ich weiß nicht, wie seiner aussieht. Er will wahrscheinlich vorkommen. Ich versuche alles, um ihn hinter mir zu halten."

Warum Götz im Kampf um die Pole nicht nachlegen konnte

Obwohl er mit Platz fünf zufrieden ist, wäre noch mehr möglich gewesen. "Auf dem ersten Satz waren wir auf P1, aber dann sind wir leider auf dem zweiten Satz einen Tick zu früh rausgefahren und haben auch beim Luftdruck nichts geändert. Dadurch konnte ich mich leider nicht verbessern. Dann sind die anderen nochmal nachgezogen und konnten mit dem zweiten Platz schneller fahren."

Götz, der laut eigenen Angaben im Regen Spaß hatte, erwartet nun ein "spannendes Rennen. Keiner weiß, was bei diesem Wetter abgeht. Wir sind noch kein Rennen mit Regenreifen gefahren. Strategie im Rennen und Luftdruck spielen eine Riesenrolle. Mal schauen, wer das am besten managen kann."

Wo sich die Fahrzeuge von Lamborghini und McLaren im Qualifying einreihten? Christian Klien zeigte im McLaren 720S GT3 des JP-Motorsport-Teams mit Platz acht und 0,420 Sekunden Rückstand eine starke Leistung, während Esteban Muth als bester Lamborghini-Pilot mit 0,564 Sekunden Rückstand Zehnter wurde.

Warum Wittmann besser klarkommt als die Rowe-Piloten

Auffällig war aber einmal mehr der große Unterschied zwischen Walkenhorst-BMW-Pilot Marco Wittmann, der als Dritter im absoluten Spitzenfeld liegt, und den beiden Rowe-BMW-Piloten Sheldon van der Linde und Timo Glock, die nicht über die Plätze 16 und 20 hinauskamen.

"Ich glaube, wir haben tatsächlich ein bisschen was gefunden, mit dem ich mich jetzt auch wohlfühle", liefert Wittmann bei 'ran.de' eine Erklärung. "Man hat bei den ersten zwei Wochenenden in Monza und am Lausitzring gesehen, dass ich mich noch schwergetan habe, auch im Vergleich zu den BMW-Konkurrenten. Aber seit Zolder haben wir einen Schritt nach vorne gemacht."

Dass er jetzt auch auf feuchter Strecke konkurrenzfähig war, macht ihn nun "wirklich happy", so Wittmann. "Meine erste Runde wurde ja gestrichen und ich habe dann tatsächlich die letzte Runde zusammenbekommen."

"Oldie" Haupt schneller als Glock, Auer und Winkelhock

Die Zeitabstände waren auch am Sonntag trotz Regens auf der kurzen Sprintstrecke sehr gering: Zwischen Pole-Setter Albon und Lamborghini-Pilotin Esmee Hawkey, die als 23. das Schlusslicht bildet, waren am Ende nur 1,268 Sekunden.

Und, was noch auffällt: Der 52-jährige Teambesitzer Hubert Haupt, der dieses Wochenende in seinem eigenen Mercedes-AMG-Team einen Gaststart absolviert, war überraschenderweise nicht Letzter, sondern kam mit 1,150 Sekunden Rückstand auf den 19. Platz. Damit ließ er bekannte Namen wie Timo Glock, Lucas Auer und Markus Winkelhock hinter sich. Das Rennen wird wie gewohnt um 13:30 Uhr gestartet.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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