DTM-Qualifying Oschersleben 1: Pole für Preining, Ärger bei Leader Thiim!
Während Thomas Preining beim Samstags-Qualifying in Oschersleben nach der Rücktrittsdrohung zurückschlägt, war der Ärger bei DTM-Leader Nicki Thiim groß
Großer Ärger bei DTM-Leader Nicki Thiim nach Platz 18 im Qualifying
Foto: ADAC Motorsport
Spannende Ausgangslage beim Start in die zweite DTM-Saisonhälfte in Oschersleben: Thomas Preining, der nach dem schwierigen Norisring-Wochenende noch mit Rücktritt gedroht hatte, sicherte sich beim Samstags-Qualifying mit einer 1:21.862 die Poleposition (Qualifying-Ergebnis). Damit schlägt Porsche zurück!
"So schnell kann es gehen", freut sich Preining bei ran.de über seine erste Saison-Pole auf seiner Lieblingsstrecke. "Hier ist auch eine absolute Porsche-Strecke, da waren wir schon immer recht schnell. Und ich bin einfach froh, dass es für uns wieder besser aussieht, dass wir wieder da vorne mitfahren, wo wir hingehören."
Wie sehr ihn die große Enttäuschung am Norisring, als der Porsche nicht konkurrenzfähig war und er mit der Balance of Performance (BoP) in der DTM abrechnete, beschäftigt habe? "In mir gearbeitet hat es nicht wirklich - im Endeffekt habe ich damit relativ schnell abgeschlossen, weil das Ganze am Norisring schon sehr extrem war", sagt er.
Lamborghini und AMG in der Verfolgerrolle
"Aber im Endeffekt geht es im Motorsport und gerade in der DTM oft schnell von ganz hinten nach ganz vorne - und genauso schnell kann es auch wieder nach hinten gehen." Auf Platz zwei überraschte Abt-Lamborghini-Pilot Luca Engstler (+0,070), der sich vor den auf den Plätzen drei und vier liegenden Mercedes-AMG-Piloten Maro Engel (+0,113) und Lucas Auer (+0,137) einreihte.
"Fühlt sich toll an", freut sich Engstler im Angesicht der Probleme mit dem Lamborghini Temerario GT3 bei ran.de über die "Toprunde" und das bisher beste Qualifying-Ergebnis des neuen Fahrzeugs. "War natürlich ein durchwachsenes Jahr, wir haben mit dem neuen Auto viel Arbeit vor uns, aber es ist schön, dass wir immer wieder Highlights setzen können."
Verfolger Engel holt in Meisterschaft auf Thiim auf
Und auch Engel, der als Drittplatzierter seinen Rückstand in der Gesamtwertung auf Leader Nicki Thiim um einen Punkt auf acht Zähler reduziert hat, ist mit dem Ergebnis zufrieden. "Wir haben heute das Paket maximiert", sagt der Winward-Mercedes-Pilot bei ran.de. "Bisher waren dieses Wochenende Thomas und vor allem der Porsche dominant. Insofern sind wir froh, dass der Abstand relativ klein ist."
Apropos Porsche: Preinings Teamkollege Ricardo Feller wurde mit 0,424 Sekunden Rückstand Elfter, Bastian Buus, der sich im Land-Porsche in Oschersleben schwer tut und 0,568 Sekunden verlor, wurde 14.
Großer Ärger bei Thiim: "Vielleicht soll ich auch aufhören"
Während sich die in der Meisterschaft in der Verfolgerrolle liegenden Piloten der Marke mit dem Stern also in eine gute Ausgangslage brachten, ging bei DTM-Leader Nicki Thiim alles schief. Der Comtoyou-Aston-Martin-Pilot kam nur auf den 18. Platz und hatte 0,803 Sekunden Rückstand.
"Keine Superkräfte bekommen", ärgert sich der Däne bei ran.de über die BoP - und die Wortmeldungen von Preining und Schubert-BMW-Pilot Marco Wittmann nach dem Norisring-Rennen.
Er habe "Spaß" gehabt, "all die Artikel zu lesen mit Mr. Wittmann und Preining - wir hören auf und so weiter. Ja, vielleicht soll ich das auch tun - aufhören. Dann kriege ich hier vielleicht auch 50 Kilo raus und mehr Power."
Thiim stößt sauer auf, dass er nach dem Norisring-Rennen bestraft worden sei, "wo du einfach dicke Eier brauchst". Es sei nicht sein "Problem, dass die Jungs da nicht rumkommen können und man dann einen Schluss daraus zieht und uns komplett einbremst ... Jetzt bin ich der Leidtragende. Jetzt stehe ich hier und sage, ich höre jetzt auf."
BMW und Ferrari im Mittelfeld
Auch die BMW-Piloten Marco Wittmann (+0,542) und Kelvin van der Linde (+0,621) landeten beim Schubert-Heimspiel mit den Plätzen 13 und 15 nicht im Vorderfeld.
Und wie erging es dem Emil-Frey-Team, dessen Technikchef Jürg Flach sich bereits vor dem Wochenende über die Einstufung in Oschersleben beklagt hatte? Matteo Cairoli, der in der Meisterschaft als Vierter erster Verfolger des Führungstrios Thiim, Engel und Auer ist, landete mit 0,355 Sekunden Rückstand auf Platz acht.
Flach hatte gemeint, dass die internen Berechnungen im Vergleich zum Vorjahr einen Rückstand von 0,3 Sekunden ergeben haben. Cairolis Teamkollege Thierry Vermeulen (+0,671) kam über Platz 16 nicht hinaus.
Das Samstagsrennen wird wie gewohnt um 13:30 Uhr gestartet (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.) und findet nur mit einem Pflichtstopp statt. Man darf gespannt sein, ob sich Thiim auf dem Kurs, auf dem Überholen schwierig ist, nach vorne arbeiten kann.
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