DTM-Qualifying Spielberg 2: BMW-Pole und Ford-Mustang-Sensation!
Nach dem schwierigen Samstag schlägt BMW in Spielberg zurück: Kelvin van der Linde holt die Sonntags-Pole - die Rookies drehen groß auf, Rückschlag für Manthey
Kelvin van der Linde jubelt: Der Rückkehrer bringt BMW an die Spitze zurück
Foto: ADAC Motorsport
Zehnte Pole für DTM-Rückkehrer Kelvin van der Linde: Der Deutsch-Südafrikaner meldet sich nach dem enttäuschenden Ausfall am Samstag im Sonntags-Qualifying in Spielberg zurück und fuhr in 1:27.575 die schnellste Rundenzeit. Er profitierte dabei von einer am Morgen angepassten Balance of Performance (BoP) - seine Rundenzeit war um 0,172 Sekunden langsamer als der Rundenrekord von Maro Engel vom Vortag.
Nach dem Jubel bedankt sich van der Linde bei seinem Ex-Abt-Teamkollegen Ricardo Feller, der nun für Manthey fährt. "Zwei Tage in Folge habe ich von Ricky Feller einen massiven Windschatten mitgenommen - also vielen Dank, Ricardo", so van der Linde bei ran.de. "Ich glaube, die Pole gehört dir auch ein bisschen. Aber ja, jedes Zehntel zählt - und ich bin froh, dass wir alles zusammengebracht haben."
Auch für das Schubert-Team war van der Lindes starke Leistung ein Lohn für die harte Arbeit, denn die BMW-Truppe musste nach van der Lindes Problem an der Ölpumpe am Samstagabend an seinem Auto einen Motorwechsel durchführen.
Mustang-Sensation Wiebelhaus: "P2 ist Hammer für mein Debüt"
Die ganz große Sensation schaffte aber HRT-Rookie Finn Wiebelhaus: Der 19-jährige Road-to-DTM-Sieger des Vorjahres landete im Ford Mustang GT3 Evo mit 0,085 Sekunden Rückstand auf Platz zwei.
"Leider kein P1, aber P2 ist immer noch Hammer für mein Debüt dieses Wochenende", gibt sich der Youngster bei ran.de durchaus selbstbewusst. Ob er mit der starken Premiere gerechnet habe? "Natürlich habe ich es gehofft, habe im Winter die ganze Zeit als Motivation daran gedacht", sagt Wiebelhaus. "Aber dass es jetzt wirklich so ein gutes Qualifying wird, damit habe ich nicht gerechnet."

Gesicht, das man sich merken muss: Der 19-jährige HRT-Pilot Finn Wiebelhaus
Foto: ADAC Motorsport
Auch beim Ford Mustang, dem der Kurs in Spielberg mit seinen langen Geraden grundsätzlich liegt, durfte dank der BoP-Änderung am Morgen ein größerer Restriktor eingebaut werden. Dennoch ist die Leistung des Neulings nicht zu verachten, denn Teamkollege Arjun Maini (+0.491) kam über Platz 15 nicht hinaus.
Mercedes-AMG-Piloten in Lauerstellung
Dritter wurde mit Lokalmatador Lucas Auer (+0,093) der beste Mercedes-AMG-Pilot, er muss aber am Sonntag zehn Kilogramm Erfolgsgewicht einladen. Der Landgraf-Fahrer steht direkt vor seinen zwei Winward-Markenkollegen.
Denn auf die Plätze vier und fünf kamen die Samstag-Pechvögel Jules Gounon (+0,105) und Engel (+0,134). Warum der Pole-Setter von gestern seine Rekordrunde nicht wiederholen konnte?
"Ich habe mir heute in Turn 1 sehr schwer getan", sagt Engel bei ran.de. "Dort habe ich eine Menge Zeit verloren, die ich über den Rest der Runde nicht mehr aufholen konnte."
Buus und Land-Team besiegen Manthey im Porsche-Duell
Die nächste Überraschung folgt auf Platz sechs: Land-Rookie Bastian Buus fehlten in seinem Porsche 911 GT3 Evo, den sein Team erst seit dieser Saison einsetzt, nur 0,137 auf die Pole. Ein beeindruckendes Ergebnis für den ehemaligen Porsche-Supercup-Champion, der am Samstag als Auslöser von Ben Dörrs Crash bestraft wurde, was ihm Platz vier in seinem ersten DTM-Rennen raubte.
Ebenfalls in aussichtsreicher Position befindet sich Aston-Martin-Pilot Nicki Thiim: Der Däne startet mit 0,196 Sekunden Rückstand von Rang sieben. Achter wurde Dörr-McLaren-Pilot Ben Dörr (+0,225), der damit erneut schneller war als Timo Glock, der mit 0,472 Sekunden Rückstand auf Platz 13 kam.
Zu den Geschlagenen gehört diesmal das Porsche-Topteam Manthey, das am Samstag dank Lokalmatador Thomas Preining noch den Auftaktsieg einfuhr, aber am Sonntag das Porsche-interne Duell gegen Land den Kürzeren zog. Preining, der am Sonntag auch noch 20 Kilogramm Erfolgsgewicht einladen muss, kam mit 0,491 Sekunden Rückstand auf Platz 14, Teamkollege Ricardo Feller (+0,554) kam über Rang 16 nicht hinaus.
Lamborghini weiterhin chancenlos
Noch schlechter lief es für die Lamborghini-Piloten, die erneut geschlossen am Ende des Feldes rangieren: Mirko Bortolotti wurde für das Grasser-Team beim Heimspiel 18. und hatte 0,803 Sekunden Rückstand. Abt-Neuling Luca Engstler fehlten auf Platz 19 1,269 Sekunden. Und das, obwohl der Bolide etwas mehr Ladedruck erhielt.
Trotz der Lamborghini-Schwäche, die sich erneut zeigt, scheinen die Verantwortlichen die BoP nun genauer getroffen zu haben, wie die knappen Abstände nahelegen. Um 13:30 Uhr wird das Rennen gestartet (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.), das diesmal am Sonntag wie im Vorjahr mit zwei Pflichtstopps bestritten wird.
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