DTM-Rennen Monza 1: Red-Bull-Ferrari-Rookie Lawson besiegt Mercedes-AMG

Red-Bull-Ferrari-Junior Liam Lawson gewinnt das erste DTM-Rennen der neuen GT3-Ära in Monza und setzt sich gegen die im Qualifying dominanten AMG-Piloten durch

DTM-Rennen Monza 1: Red-Bull-Ferrari-Rookie Lawson besiegt Mercedes-AMG

Große Überraschung beim DTM-Saisonauftakt in Monza: Der neuseeländische Red-Bull-Junior Liam Lawson besiegte bei der GT3-Premiere der Traditionsserie die im Qualifying dominanten Mercedes-AMG-Piloten, die in der Startaufstellung die ersten vier Plätze belegt hatten. Die weiteren Podestplätze sicherten sich Polesetter Vincent Abril und sein HRT-Mercedes-Teamkollege Maximilian Götz.

Ergebnis DTM Monza 2021 Rennen 1

Lawson ist mit 19 Jahren jüngster Sieger der DTM und löst Pascal Wehrlein ab. Dank des Sieges ist er auch erster Tabellenführer der DTM 2021 und natürlich auch Spitzenreiter in der Juniorwertung.

Bilder DTM Monza 2021

Die entscheidende Szene spielte sich beim Boxenstopp ab, bei dem Lawson viel Zeit auf die Mercedes-AMG gutmachte. Diese hatten in der Startphase das Geschehen noch wie im Qualifying das Geschehen im Griff und sahen eigentlich unantastbar aus. Warum die Mercedes an der Box so langsam waren, gilt es zu analysieren.

Allerdings hatten die Ferrari 488 GT3 im Renntrimm auch mindestens den Speed der Mercedes-AMG GT3, wahrscheinlich sogar noch einen Tick mehr. Lawson fuhr auch die schnellste Runde des Rennens. Womöglich war die BoP-Änderung kurz vor Rennstart doch etwas zu viel des Guten.

Lawsons Rennen begann bereits spektakulär mit zweimal Räubern der Wiese in der ersten halben Runde. Unmittelbar nach dem Start wirbelte er mit zwei Rädern Staub auf, vor der ersten Lesmo war er nochmal im Dreck.

Es zahlte sich aus: Der Neuseeländer ging noch in der Anfangsphase auf Platz fünf nach vorn und war damit erster Verfolger eines Mercedes-Quartetts bestehend aus Polesetter Abril, Daniel Juncadella (GruppeM-Mercedes; 5.), Götz und Lucas Auer (Winward-Mercedes; 13.). Einen Platz bekam er geschenkt, weil Philipp Ellis (Winward-Mercedes; DNF) schon eingangs der zweiten Runde ausrollte.

Vierfachführung für Mercedes beim Stopp einfach weg

Wie schon angesprochen, liefen die Stopps im Mercedes-Lager nicht rund. Abril, der zwei Runden später als Lawson stoppte, kam mit diesem auf gleicher Höhe wieder raus. Lawsons Reifen waren allerdings bereits auf Temperatur, sodass sich der Ferrari-Pilot völlig überraschend außen in der Variante Rettifilo die virtuelle Führung holte.

Die Mercedes-Phalanx zerfiel beim Boxenstopp komplett. Juncadella fiel bis auf den virtuellen siebten Platz zurück. Götz konnte immerhin P3 halten, wurde aber ebenfalls von Lawson kassiert. Am schlimmsten erwischte es Auer: In einer Kopie des Boxenstopp-Desaster bei Valtteri Bottas in der Formel 1 in Monaco ging die Radmutter nicht runter. Immerhin ließ sich das Problem beheben, an Punkte war aber nicht mehr zu denken.

Die Ferraris machten bei den Stopps am meisten Boden gut. Neben Lawson profitierte auch sein Teamkollege Alexander Albon (AF-Corse-Ferrari; 4.). Der Thailänder war nur von Startplatz 14 aus ins Rennen gegangen, tauchte nach dem Boxenstopp aber schon in den virtuellen Top 10 auf.

 

Der Ex-Formel-1-Pilot lieferte sich einen packenden Kampf mit den Audi R8 LMS GT3 von Kelvin van der Linde (Abt-Audi; 6.) und Nico Müller (Rosberg-Audi; 8.), die er beide überholen konnte. Müller rasierte er dabei den linken Außenspiegel in der Variante della Roggia ab, was Folgen haben sollte.

Durch Albons Attacke verlangsamt, kam Daniel Juncadella in Schlagdistanz. Die Attacke über die Außenbahn in Lesmo 1 quittierte der amtierende Vizemeister der DTM damit, dass er den Spanier von der Strecke drängte. Das nutzte auch Kelvin van der Linde aus, der jedoch mit stumpfen Waffen kämpfte und nur wenige Kurven später den Platz wieder herschenken musste.

Juncadella dreht Müller, Glock schießt Gore ab

Drei Runden später war Juncadella wieder da und revanchierte sich mit einer Divebomb in der della Roggia. Müller seines linken Spiegels beraubt, zog in die Kurve rein und wurde umgedreht. Juncadella erhielt eine 5-Sekunden-Strafe, die sich aber auf seinen fünften Platz nicht negativ auswirkte.

Müller musste in der Schlussphase noch den heranstürmenden Maximilian Buhk (Mücke-Mercedes; 7.) ziehen lassen. Der Ersatzmann für Gary Paffett kam als letzter Fahrer erst fünf Runden vor Schluss zum Pflichtboxenstopp. Daher führte er lange Zeit das Rennen an (der überwiegende Teil des Feldes ging nach einem Drittel an die Box) und holte auf den frischen Reifen hinten heraus noch mehrere Plätze auf.

 

Von BMW war im ganzen Rennen nicht viel zu sehen. Die kontroverseste Szene lieferte Timo Glock (Rowe-BMW; 17.), der sich in der Startphase gleich zweimal mit Dev Gore (Rosberg-Audi; DNF) anlegte.

Einmal musste er in der Lesmo 2 durch den Kies, eineinhalb Runden später fuhr er Gore in der Variante Rettifilo aufs Heck und schoss den US-Amerikaner in den Kies. Ergebnis: Fünf Sekunden Strafe und der letzte Platz im Rennen. Sein Teamkollege Sheldon van der Linde blieb als Zwölfter ebenfalls punktelos.

Die Fahnen hoch für den betagten M6 GT3 hielt Marco Wittmann (Walkenhorst-BMW) auf Platz neun. Den letzten Punkt sicherte sich Mike Rockenfeller (Abt-Audi; 10.). Unter Wert geschlagen bleibt Esteban Muth (T3-Lamborghini; 11.), der sich mit einigen spektakulären Kämpfen in Szene setzte.

Das zweite Rennen im Königlichen Park zu Monza startet am Sonntag wieder um 13:30 Uhr.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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