DTM-Rennen Norisring 1: Lawson entgeht Strafe, Titelentscheidung bei Finalrennen

HRT-Mercedes-Pilot Maximilian Götz feiert Norisring-Heimsieg, Liam Lawson wird vor Kelvin van der Linde Dritter und entgeht Strafe, Entscheidung fällt im letzten Rennen

DTM-Rennen Norisring 1: Lawson entgeht Strafe, Titelentscheidung bei Finalrennen

Heiße Manöver beim vorletzten DTM-Rennen der Saison auf dem Norisring: Und Lokalmatador und HRT-Mercedes-Pilot Maximilian Götz triumphierte bei seinem Heimrennen vom fünften Startplatz und hält damit seine Titelchancen intakt. DTM-Leader Liam Lawson beendete das Rennen hinter GetSpeed-Mercedes-Pilot Arjun Maini auf Platz drei.

"Es war ein kleiner Befreiungsschlag nach den letzten Rennen in Assen und Hockenheim, wo es nicht ganz so toll lief", jubelt Götz nach dem Zieleinlauf bei 'ran'. "Bei meinem Heimrennen so zurückzukommen … Ich habe es immer gesagt, ich fahre zwar von Fünf, aber ich sollte warten bis zur Flagge."

"Der Norisring ist bekannt dafür und das hat heute super geklappt. Wir hatten eine Mega-Pace im Auto, wir hatten einen guten Start. Ich habe den Norisring in Erinnerung als tolle Rennstrecke und ich glaube, das habe ich heute wieder erfahren."

Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde wurde Vierter, weil er sich in der letzten Runde an Lawsons Teamkollege Nick Cassidy vorbeikämpfte. Der AF-Corse-Pilot hatte seinen Stopp bis zum Schluss hinausgezögert.

"Schade für den Sport heute, ich bin echt enttäuscht", ärgert sich van der Linde. Mit Blick auf Lawson meint er: "Wenn man das mit Hockenheim vergleicht, was da passiert ist in Rennen 2. Heute dreht er einfach einen um. Ich glaube wir haben alle Augen, es haben heute alle zugeschaut. Das ist echt traurig für den Sport."

Van der Linde fügt hinzu: "Auch wenn du guckst, wie der Teamkollege in der vorletzten Runde gegen mich gefahren ist. Klar, wir haben unsere Karten dieses Jahr auch ausgespielt, aber es war sag ich mal immer im grünen Bereich. Wir haben nie jemanden abgeschossen."

Lawson sagt nach dem Rennen: "Das ist wirklich eine gute Ausgangsposition. Heute war das Ziel, so viele Punkte wie möglich zu holen. Vor Kelvin ins Ziel gekommen zu sein, ist sogar eine Art Bonus. Seine Aktion in Kurve 1, da weiß ich ehrlich gesagt nicht, was er vorhatte. Aber so ist es halt, das restliche Rennen war gut."

Schon beim Start kam es zu zahlreichen Kollisionen: Lawson setzte sich von der rechts liegenden Pole sofort auf die Innenbahn, woraufhin sich Abt-Audi-Pilot van der Linde in der Spitzkehre innen vorbeibremsen wollte. Er verpasste aber den Bremspunkt und kollidierte danach mit Winward-Mercedes -Pilot Lucas Auer. Doch auch Lawsons Ferrari erlitt Kampfspuren, als er innen von Maini torpediert wurde.

Lawson war nach dem Chaos in der ersten Kurve hinter Winward-Mercedes-Pilot Ellis Zweiter, van der Linde fiel auf Platz sieben zurück. Daraufhin überholt Götz die beiden AF-Corse-Ferrari und konnte die Führung übernehmen, weil es ihm Markenkollege Ellis nicht besonders schwer machte.

Götz machte sich anschließend die Schützenhilfe seines Schweizer Markenkollegen zu Nutze und setzte sich von den Verfolgern ab. Ellis gab Lawson zu keinem Zeitpunkt eine reelle Chance auf einen Angriff, während sich Götz ein Polster von mehreren Sekunden nach hinten erarbeiten konnte.

Kurz vor den Boxenstopps kam es zum nächsten Zwischenfall: Lawson startete einen Überraschungsangriff auf den zweitplatzierten Ellis, indem er sich im Schöller-S neben den Mercedes-AMG setzte. Um eine Kollision zu vermeiden, zog Lawson zurück, doch er zwang Ellis am Ausgang der S-Kurve dennoch in einen Dreher.

Das Manöver wurde untersucht, doch die Rennkommissare sahen von einer Strafe ab. Nach den Stopps der Titelkandidaten lag Götz vor Maini, Lawson und van der Linde. Der Inder übernahm die zweite Position, weil er seinen Pflichtboxenstopp am längsten hinauszögerte. Nun fungierte er als Straßensperre hinter Götz.

Es formierte sich eine Kampfgruppe um Maini, Lawson, van der Linde und Cassidy. Letztgenannter lag zu diesem Zeitpunkt in Führung, da er seinen Boxenstopp erst wenige Runden vor Schluss absolvierte. Um Runde 40 herum wagte Cassidy sogar kurzzeitig einen Angriff auf van der Linde.

Es kam zu Lackaustausch, aber der Südafrikaner hielt sich vorn. An der Reihenfolge änderte sich auch nichts, als van der Linde in der zweiten Rennhälfte zwischenzeitlich Blaue Flaggen gezeigt bekam. Ein Zeichen, dass er Cassidy hätte vorbeilassen sollen.

In der Schlussphase rückten Maini, Lawson, van der Linde und Cassidy wieder dichter zusammen. Der Inder versuchte verzweifelt, seinen zweiten Platz gegen einen drängelnden Lawson zu verteidigen. Das gelang ihm letztlich auch.

Brisant wurde es nochmal in den letzten zwei Runden: Cassidy ging an die Box und landete auf der Strecke genau vor van der Linde. Der Neuseeländer wehrte sich drei Kurven lang heftig, bis sich van der Linde in der Dutzendteich-Kehre rustikal an Cassidy vorbei presste. Das Manöver erinnerte an jenes vom Start gegen Lawson.

Unberührt davon fuhr Götz mit 7,651 Sekunden Vorsprung auf Maini als Sieger über die Ziellinie. Lawson wurde Dritter vor van der Linde, Cassidy und Lucas Auer. Daniel Juncadella, Nico Müller, Maximilian Buhk und Philip Ellis als Zehnter holen die letzten Punkte.

In der Meisterschaft hat Lawson nun 224 Punkte und liegt damit 18 Punkte vor van der Linde. Götz fehlen 19 Punkte auf den DTM-Leader. Mit einem vierten Platz ist Lawson damit am Sonntag auf jeden Fall Meister. Und wenn Kelvin van der Linde nicht auf Pole fährt, reicht Lawson in jedem Fall Platz fünf. Walkenhorst-BMW-Pilot Marco Wittmann wurde Zwölfter und ist damit aus dem Titelrennen.

 

Mit Bildmaterial von DTM.

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