DTM-Rennen Nürburgring 1: DTM-Leader van der Linde siegt vor Debütant Stolz

DTM-Leader Kelvin van der Linde baut mit einem Start-Ziel-Sieg auf dem Nürburgring seine Führung aus - AMG-Gastfahrer Luca Stolz wird sensationell Zweiter

DTM-Rennen Nürburgring 1: DTM-Leader van der Linde siegt vor Debütant Stolz

Der Meisterschaftsführende Kelvin van der Lande hat seine Vormachtstellung in der DTM eindrucksvoll unterstrichen und im Samstagsrennen am Nürburgring einen ungefährdeten Start- und Zielsieg gefeiert. Der Südafrikaner im Audi R8 LMS von Abt Sportsline holte in der Eifel bereits seinen dritten Saisonsieg und baute seine Gesamtführung weiter aus.

"Unglaublich, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe so lange gewartet auf die DTM und jetzt auf einmal funktioniert es einfach und gefühlt wird es jedes Rennen einfach besser", jubelte van der Linde nach der Siegerehrung bei 'Sat.1'.

Er sei "einfach nur erleichtert. Vielleicht, wenn ich am Ende des Jahres in Kapstadt am Strand liege, werde ich es realisieren. Aber jetzt ist es einfach nur ein Traum", strahlte er.

Stolz mit überraschendem zweiten Platz

Hinter van der Linde belegte Debütant Luca Stolz im Mercedes von Gaststarter Toksport-WRT einen starken zweiten Platz vor Markenkollege Philip Ellis im Winward-AMG. Zum Mann des Rennens neben Sieger van der Linde krönte sich jedoch Lokalmatador Mike Rockenfeller, der von Rang 16 gestartet war und dank eines ganz späten Boxenstopps bis auf Platz vier nach vorne fuhr.

Fünfter wurde Maximilian Götz vor dem BMW-Duo Marco Wittmann und Sheldon van der Linde. Audi-Pilot Nico Müller kam als Sechster ins Ziel, kassierte aber zwei Fünf-Sekunden-Strafen und fiel dadurch auf Rang acht zurück. Die Punkteränge komplettierten Daniel Jucadella und Arjun Maini.

Mit nun 129 Punkten liegt Kelvin van der Linde mit deutlichem Abstand an der Spitze der Gesamtwertung. Götz schob sich mit nun 84 Zählern auf den zweiten Platz nach vorne und überholte Ferrari-Pilot Liam Lawson (80), der die Punkteränge am Samstag verpasste.

Van der Linde nur am Start in Gefahr

Van der Linde, der bereits im Qualifying dominierte und sich die Poleposition sicherte, verteidigte seine Führung am Start gegen Ellis, der zwar eine bessere Beschleunigung in Richtung Kurve 1 hatte, sich auf der Außenbahn aber geschlagen geben musste. Dahinter verlor Wittmann einige Plätze und wurde zunächst auf Rang sechs durchgereicht.

Während das Feld zunächst gut durch die Mercedes-Arena kam, war das Rennen danach aber für Maximilian Buhk beendet. Nach einer Kollision mit Lucas Auer musste Buhk sein Auto abstellen, das Safety-Car kam auf die Strecke.

Nach dem Restart ging es erneut hoch her, erneut drückte Ellis auf die Führung, doch wieder hielt van der Linde die Spitze. Kurz danach drehte sich Alex Albon im Ferrari weg, nachdem er von Arjun Maini angeschoben wurde. Auch die beiden Gaststarter Christian Klien und Hubert Haupt kamen sich ins Gehege.

Bitteres DTM-Debüt für Porsche

Dahinter gelang es Wittmann, der nach seinem Sieg am Sonntag in Zolder mit 25 Kilogramm Zusatzgewicht unterwegs war, sich wieder auf Platz vier zu verbessern. So führte van der Linde das Feld vor den ersten Boxenstopps vor Ellis an, gefolgt von Stolz und Wittmann. Götz, Juncadella und Lawson komplettierten zunächst die Top-7.

Ein bitteres und frühes Ende nahm die vielbeachtete Porsche-Premiere in der DTM. Michael Ammermüller vom Team SSR Performance musste seinen 911 GT3 an der Box abstellen. Auch er war zuvor in einen Zwischenfall mit einem Mercedes verwickelt.

"Es ist immer schwierig, wenn man so weit hinten startet. Da ist man meisten immer ein bisschen im Gemenge", sagte Ammermüller, der nach starkem Freien Training am Freitag im Qualifying nur 20. wurde, in 'Sat.1'.

"Das Problem ist der Splitter. Der ist kaputt und lose. Der ist natürlich wichtig für die Fahrzeugbalance. Ich hatte dann Untersteuern und wir haben dann beim Räderwechsel nicht mal mehr den Reifen runterbekommen, weil das alles verschoben ist", erklärte Ammermüller.

Albon leistet Widerstand - und hilft Stolz

Unterdessen kamen die Fahrer nacheinander an die Box, an der Reihenfolge änderte sich auf den ersten drei Plätzen nichts, dahinter musste Wittmann jedoch Götz passieren lassen. Eine alternative Strategie versuchten die beiden Audi-Piloten Mike Rockenfeller und Markus Winkelhock sowie Albon, die sich für einen langen ersten Stint entschieden. Auch Timo Glock blieb lange draußen.

Auf frischen Reifen bahnte sich van der Linde seinen Weg durch das Feld, hatte mit Glock und später Albon aber einige Probleme. Der Thailänder im AF-Corse-Ferrari leistete auf alten Reifen nicht nur gegen den Meisterschaftsführenden Widerstand, sondern auch gegen das Mercedes-Duo Ellis und Stolz. Dies nutzte Stolz aus, um an Ellis vorbeizugehen.

Mit stumpfen Waffen kämpfte einige Positionen dahinter Wittmann, der mit seinem Zusatzgewicht nicht nur mit Götz nicht mithalten konnte, sondern auch chancenlos gegen Nico Müller war. Der Schweizer schnappte sich den BMW-Piloten für Rang fünf. Allerdings kassierte der Vizemeister der vergangenen beiden Jahre eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe wegen Verstoßes gegen die Tracklimits.

Winkelhock dreht Lawson um

Winkelhock absolvierte dann seinen Pflichtboxenstopp und kam hinter Lawson auf Rang elf zurück auf die Strecke. Der Ferrari-Pilot hatte zuvor einige Positionen verloren. Winkelhock, der am Nürburgring Sophia Flörsch vertritt, wollte mit seinen frischen Reifen natürlich schnell an Lawson vorbei, übertrieb es jedoch und drehte den Titelkandidaten um.

Lokalmatador Rockenfeller kam etwa sieben Minuten vor Rennende zum Reifenwechsel und reihte sich boxenstoppbereinigt auf Rang sechs ein. Eine Runde später kam auch Albon rein, sein Boxenstopp ging jedoch völlig schief und er musste aufgeben. Quasi parallel dazu belegte die Rennleitung Winkelhock nach seinem Angriff gegen Lawson mit einer Durchfahrtsstrafe. Diese warf ihn weit zurück.

Unterdessen zeigte Rockenfeller in der Schlussphase mit seinen frischen Reifen noch eine tolle Aufholjagd und schob sich auf Rang vier nach vorne. Müller kassierte eine zweite Strafe und fiel im Endergebnis auf Rang acht zurück.

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