DTM-Rennen Nürburgring 2: Albon siegt, Lawson schießt erneut van der Linde ab!

Premierensieg in der DTM beim Chaosrennen auf dem Nürburgring für Alex Albon, während dahinter die Hölle los ist: Liam Lawson schießt DTM-Leader van der Linde ab

DTM-Rennen Nürburgring 2: Albon siegt, Lawson schießt erneut van der Linde ab!

Zahlreiche Kollisionen, ein punkteloser sowie stinkwütender Meisterschaftsführender und ein souveräner Premierensieger: Ein völlig chaotisches Sonntagsrennen der DTM am Nürburgring hat neue Spannung in die Gesamtwertung gebracht. Lachender Triumphator in der Eifel war allerdings Alex Albon, der seinen ersten Sieg in der DTM feierte.

Der Thailänder hielt sich aus allen Zwischenfällen heraus und fuhr in seinem AF-Corse-Ferrari ein beeindruckend abgeklärtes Rennen. Der 25 Jahre alte Ex-Formel-1-Fahrer gewann vor Mercedes-Pilot Daniel Juncadella und BMW-Speerspitze Marco Wittmann.

"Wir sind ohne große Erwartungen in die Saison gegangen, aber jetzt wird es einfach immer besser und besser", sagt Albon bei 'Sat.1': "Wir hatten schon eingutes Wochenende in Zolder, aber es ist überraschend, denn wir dachten nicht, dass wir im Rennen so schnell sein können."

Götz holt auf, van der Linde sauer

Zweiter Gewinner des Tages war Maximilian Götz. Mit Rang vier holte der Gesamtzweite zwölf Punkte auf den Meisterschaftsführenden Kelvin van der Linde auf, der nach einer erneuten Kollision mit Liam Lawson ohne Punkte blieb und stocksauer war. Götz reduzierte den Rückstand in der Tabelle auf 33 Punkte.

Hinter Götz feierte der 19-jährige Esteban Muth mit Rang fünf sein bislang bestes Resultat in der DTM. Lucas Auer rehabilitierte sich nach einem schwierigen Wochenende als Sechster, Arjun Maini wurde toller Siebter, erhielt später aber eine 30-Sekunden-Strafe wegen einer Kollision.

Die Punkteränge komplettierten daher Timo Glock, Vincent Abril, Nico Müller und Christopher Haase. Das nächste Rennwochenende der DTM steigt in zwei Wochen (4./5. September) am Red-Bull-Ring in Spielberg.

Buhk erneut früh raus

Polesetter Albon erwischte einen perfekten Start und brachte schnell einige Meter zwischen sich und die Verfolger. Porsche-Gastfahrer Michael Ammermüller tauschte die Plätze mit BMW-Pilot Wittmann und übernahm Rang drei. Van der Linde blieb zunächst auf dem siebten Platz.

Doch wie bereits am Samstag kam es schnell zur ersten Safety-Car-Phase, und erneut war Maximilian Buhk im Mercedes der Auslöser, der nach einer Kollision mit Auer auf der Start- und Zielgeraden in der Boxenmauer landete.

Nach dem Restart ging es direkt wieder hoch her, Philip Ellis drehte Samstagsüberraschung Luca Stolz um, fast parallel erwischte der Gesamtzweite Götz den Porsche von Ammermüller. Gewinner des Restarts war jedoch Lawson, der sich dank eines beherzten Manövers eingangs der Mercedes-Arena bis auf Platz vier nach vorne schob.

Chaos nach zweiter Safety-Car-Phase

Doch die Freude bei Lawson war nur von kurzer Dauer. Nach seinem Pflichtboxenstopp früh im Rennen kam der Neuseeländer direkt vor Götz heraus, beide trennten vor dem Rennen nur vier Punkte in der Gesamtwertung. Es kam zu einem engen Zweikampf, an dessen Ende Götz Lawson den Reifen aufschlitzte.

Mit der zweiten Safety-Car-Phase begann dann die Hektik im Rennen. Gaststarter Hubert Haupt musste seinen Mercedes-AMG GT3 am Streckenrand abstellen, BMW-Pilot Sheldon van der Linde kam noch gerade so vor dem Call in die Box, wodurch der Südafrikaner boxenstoppbereinigt bis auf Rang zwei gespült wurde. Eigentlich sind Boxenstopps während der Safety-Car-Phase nicht gestattet.

Kurios: Das Safety-Car reihte sich irrtümlicherweise zunächst vor Albon ein und nicht vor dem eigentlich führenden Gaststarter Christian Klien, weshalb das Feld zunächst noch einmal vorbeigeschickt wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatten acht Fahrer, darunter auch der Meisterschaftsführende Kelvin van der Linde, noch nicht ihren Reifenwechsel absolviert. Der Südafrikaner war damit einer der großen Verlierer der Neutralisierung.

Lawson übermotiviert gegen van der Linde

Nach erneuter Freigabe knallte es direkt wieder - und das Drama nahm seinen Lauf. Ammermüller musste seinen Porsche abstellen und machte damit ein verkorkstes Debütwochenende für Porsche in der DTM perfekt, ebenso fiel Sheldon van der Linde aus. In der Schikane versuchte Lawson ein waghalsiges Manöver gegen Kelvin van der Linde und verursachte eine Kettenreaktion, der van der Linde und Mike Rockenfeller zum Opfer fielen.

Beide Abt-Piloten mussten das Rennen aufgeben, Lawson trug einen erneuten Reifenschaden davon und fiel weit zurück. Van der Linde war danach stocksauer, zumal er bereits im Qualifying seine Begegnung mit Lawson hatte.

"Der Typ dreht uns einfach mal um im Qualifying und dann noch mal im Rennen. Ich weiß nicht, was er überhaupt will. Sein Rennen ist eh im Arsch, da kommt er über die Wiese gefahren, dass drei Autos nebeneinander... Ich habe keine Ahnung, was er machen will", polterte er bei 'Sat.1': "Du bist in dem Moment nur ein Passagier. Das Auto ist jetzt leider völlig zerstört."

Albon bringt Sieg souverän nach Hause

Auch die Rennleitung sah die Schuld klar bei Lawson und belegte ihn mit einer Durchfahrtsstrafe, kurze Zeit später stellte er seinen Ferrari nach einem Tag zum Vergessen dann endgültig ab.

An der Spitze hatte Albon mit all diesen Zwischenfällen nichts zu tun und arbeitete sich auf seinen frischeren Reifen Richtung Spitze vor. Boxenstoppbereinigt lag er ohnehin bereits in Führung, die er rund 15 Minuten vor dem Ende dann auch auf der Strecke übernahm.

Dahinter folgten zu diesem Zeitpunkt Klien und Nico Müller, die noch nicht zum Reifenwechsel an der Box waren. Virtuell auf Rang zwei lag daher Daniel Juncadella vor Wittmann und Götz. Müller und Klien kamen kurz vor Ende an die Box. Muth versuchte dann noch einmal, Druck auf Götz auszuüben, doch ein Angriff gelang ihm nicht mehr.

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