DTM-Rennen Oschersleben 2: Bortolotti staubt Sieg nach Manthey-Fauxpas ab
Mirko Bortolotti gewinnt das zweite DTM-Rennen in Oschersleben: Der Grasser-Pilot profitiert vom schlechten Boxenstopp bei Thomas Preining, Maro Engel wird Zweiter
Mirko Bortolotti (Grasser-Lamborghini) jubelt über seinen Oschersleben-Sieg
Foto: Alexander Trienitz
Mirko Bortolotti (Grasser-Lamborghini) gewinnt das zweite Rennen der DTM (Ergebnis) in Oschersleben: Der Italiener arbeitete sich zunächst dank eines Overcuts beim ersten Boxenstopp auf den zweiten Platz nach vorne und profitierte dann von einem missglückten Reifenwechsel bei Manthey-Porsche-Pilot Thomas Preining, der das Rennen bis dahin souverän kontrolliert hatte.
"Ja, leider geil. Unfassbar. Ich muss sagen, ich kann es nicht glauben", jubelt Bortolotti bei ProSieben und erinnert: "Wir wissen alle, wie schwierig das Jahr für uns ist. Grundsätzlich waren es eineinhalb schwierige Jahre für mich. Es fühlt sich extrem gut an, wieder ganz oben zu stehen, hier in der DTM."
Es ist der fünfte DTM-Sieg für den Lamborghini-Piloten, aber der erste Erfolg seit Oktober 2024, als er in Spielberg triumphierte. "Deswegen bin ich froh, wieder auf dem ganz obersten Podestplatz zu stehen. Es fühlt sich mega gut an. Und das Rennen war einfach vorne bis hinten eine Meisterleistung. Niemand hat uns was geschenkt, aber das wollen wir ja auch nicht, sind wir auch nicht gewohnt. Deswegen fühlt es sich einfach so gut an."
Wittmann verpasst Podium beim Schubert-Heimspiel
Maro Engel (Winward-Mercedes) belegt am Sonntag die zweite Position, gefolgt von Pechvogel Preining, der sich in der Schlussphase noch gegen den Schubert-BMW von Marco Wittmann verteidigen musste. Der Fürther hatte nach seinem Ausfall am Vortag die frischeren Reifen, fand allerdings keinen Weg am Manthey-Porsche vorbei.
"Wir hatten uns natürlich ein bisschen mehr erhofft von diesem Rennen, vor allem da wir im deutlichen Reifenvorteil waren, aber wie man sieht, wir haben auch diesen nicht nutzen können", ist Wittmann, der mit einem Magen-Darm-Infekt zu kämpfen hatte, bei ProSieben sichtlich enttäuscht. "Mein Ziel war zumindest ein Heimpodium für das Team Schubert."
"Ich glaube dennoch, wenn man die Umstände betrachtet, dann war es für mich mit eines, wenn nicht sogar das schwierigste und körperlichste Rennwochenende, was ich hatte. P4 ist ein gutes Ergebnis, aber klar, wenn man dran ist, will man natürlich um das Podium kämpfen, aber ich glaube, dazu hatten wir einfach die Pace heute nicht."
Lucas Engstler (Abt-Lamborghini) wird Fünfter, gefolgt von Arjun Maini (HRT-Ford) und Kelvin van der Linde im Schubert-BMW. Ricardo Feller (Manthey-Porsche), Jules Gounon (Winward-Mercedes) und Matteo Cairolo (Emil-Frey-Ferrari) komplettieren die Top 10.
Engstler attackiert Preining beim Start, aber ...
Wie schon am Vortag setzte Polesetter Preining seine Poleposition zunächst in die Führung um. Zwar zog Engstler in der ersten Kurve kurzzeitig vorbei, geriet anschließend jedoch leicht von der Ideallinie ab. Dadurch konnte der Manthey-Porsche-Pilot auf der Innenseite wieder kontern und die Spitzenposition zurückerobern.
Engstler behauptete den zweiten Rang gegen Arjun Maini, der sich beim Start an Marco Wittmann vorbeigeschoben hatte. Hinter dem Schubert-BMW-Piloten reihten sich nach der Anfangsphase zunächst Teamkollege Kelvin van der Linde, Bortolotti und Engel ein.
Bis zum Öffnen des ersten Boxenstoppfensters hatte sich Preining, der nach seinem Sieg am Vortag mit einem Erfolgsballast von 20 Kilogramm fahren musste, bereits einen Vorsprung von etwas mehr als einer Sekunde herausgefahren, wobei Engstler zeitweise die schnellste Runde des Rennens fahren und seinen Rückstand verkleinern konnte.
Als erster Fahrer bog Nicki Thiim zum ersten Boxenstopp ab. Nach einem Reifenfehler im Qualifying musste der Comtoyou-Pilot das Rennen nahezu vom Ende des Feldes aufnehmen und setzte deshalb auf eine alternative Strategie. Die Fahrer aus der Spitzengruppe blieben dagegen deutlich länger draußen, ehe sie zum ersten Reifenwechsel kamen.
Bortolotti profitiert von einem späten Boxenstopp
Kelvin van der Linde war der erste Fahrer aus den Top 6 an der Box, gefolgt von Maini und Wittmann, die eine Runde später stoppten. Der erhoffte Undercut gegen die Spitze blieb jedoch aus, denn Preining verteidigte seine Führung trotz seines späteren Reifenwechsels.
Auch Engel und Bortolotti profitierten von ihrem späten Stopp und rückten in die Top 3 vor, während Engstler auf den vierten Rang zurückfiel. Beim Boxenstopp des Abt-Piloten lief zudem wegen eines Problems mit dem linken Schlagschrauber nicht alles nach Plan.
Auf der Strecke blieb das Geschehen wie schon am Samstag überschaubar. Zwar gab es bis zum zweiten Boxenstoppfenster einige Positionskämpfe innerhalb der Top 10, insbesondere zwischen Maini und Wittmann um den fünften Platz, entscheidende Überholmanöver blieben jedoch aus.
Auch ein leichter Regenschauer, der etwa zur Halbzeit des Rennens über die Strecke zog, brachte keine Veränderungen. An der Spitze gelang es Bortolotti allerdings, den Rückstand auf den führenden Preining zeitweise auf weniger als eine Sekunde zu verkürzen.
Preining verliert Sieg beim zweiten Boxenstopp
Der zweite Boxenstopp sorgte schließlich für die entscheidende Wende. Die Top 4 kamen geschlossen zum letzten Reifenwechsel, doch bei Preining ging der Stopp komplett schief, weil es hinten links klemmte. Der Manthey-Porsche-Pilot verlor in der Box wertvolle Zeit und fiel dadurch auf den dritten Rang zurück.

Mirko Bortolotti kommt am Sonntag als Erster über die Ziellinie
Foto: Alexander Trienitz
Bortolotti übernahm die Führung vor Maro Engel. Für Preining war der Kampf um den Sieg damit entschieden, stattdessen musste sich der Porsche-Pilot in der Schlussphase gegen Wittmann verteidigen. Mit dem dritten Platz betreibt der DTM-Champion von 2023 am Ende immerhin noch Schadensbegrenzung.
Maro Engel baut seine Führung in der DTM-Gesamtwertung mit dem zweiten Platz weiter aus. Der AMG-Pilot (145 Punkte) liegt weiterhin vor Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin, 124 Punkte) und Markenkollege Lucas Auer (123 Punkte), der im Landgraf-Mercedes nur Zwölfter wird. Thomas Preining (117 Punkte) belegt aktuell den vierten Platz.
"Ich freue mich riesig", gibt der Gesamtführende Engel bei ProSieben zu. "Es war ein super starkes Wochenende. Aber wie wir schon so oft gesagt haben, jetzt heute und auch beim Nürburgring kann noch keiner die Meisterschaft gewinnen. Also Füße am Boden behalten, weiter arbeiten. Wir freuen uns riesig über das Wochenende."
Die nächsten beiden Rennen der DTM-Saison 2026 (hier der ganze Rennkalender!) finden in drei Wochen (14. bis 16. August) auf dem Nürburgring statt. Im Vorjahr durften sich dort die beiden Ex-DTM-Piloten Jack Aitken (Emil-Frey-Ferrari) am Samstag und Rene Rast (Schubert-BMW) am Sonntag über die Rennsiege freuen.
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