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Rennbericht

DTM-Rennen Zandvoort 2: BMW-Sieg von Kelvin van der Linde, Dörr auf Podium

Schubert-BMW-Pilot Kelvin van der Linde feiert im zweiten DTM-Rennen in Zandvoort seinen ersten Sieg für die Münchener - Ben Dörr (Dörr-McLaren) holt erstes Podium

DTM-Rennen Zandvoort 2: BMW-Sieg von Kelvin van der Linde, Dörr-Podium

Kelvin van der Linde gewinnt das zweite DTM-Rennen in Zandvoort

Foto: ADAC Motorsport

Kelvin van der Linde hat seinen ersten DTM-Sieg für BMW geholt: Der Südafrikaner, der das Rennen von der Poleposition aufgenommen hatte, verlor die Führung nach einem Fehler zwischenzeitlich zwar an Thierry Vermeulen (Emil-Frey-Ferrari), kämpfte sich nach dem zweiten Boxenstopp aber zurück an die Spitze - und fuhr danach mit mehr als sechs Sekunden Vorsprung zu einem ungefährdeten Sieg. (Rennergebnis)

Doch der Schubert-BMW-Pilot galt bereits vor dem Rennen als heißer Anwärter auf den Sieg: Nicht nur, dass die Balance of Performance am Samstagabend noch einmal zugunsten des M4 GT3 Evo angepasst worden war, profitierte Kelvin van der Linde im zweiten Rennen am Sonntag zusätzlich von einem frischen Reifensatz, den er sich durch seinen vorzeitigen Ausfall am Vortag aufgespart hatte.

"Ich wusste, dass wir den neuen Reifen zum Schluss haben", sagt der jubelnde Rennsieger im Gespräch mit ProSieben. "Ein mega Teamergebnis mit Marco, aber mein Herz ist fast stehen geblieben nach dem Rutscher da draußen. Ich hatte einen kurzen Moment vor der letzten Kurve, da dachte ich, das Rennen ist vorbei."

"Aber zum Glück war die Outlap gut", ergänzt van der Linde, der nach dem zweiten Boxenstopp wieder an die Spitze stürmte. "Da sind wir gut durchgekommen, viele Autos vor mir waren richtig platziert und wir konnten den Sieg nach Hause fahren."

Ben Dörr holt erstes Podium für Dörr-McLaren

Hinter dem siegreichen BMW-Piloten sorgte Ben Dörr für eine weitere DTM-Premiere: Der McLaren-Junior fährt auf den zweiten Rang und feierte damit nicht nur sein erstes Podium in der DTM, sondern bescherte gleichzeitig auch der Dörr-Mannschaft den ersten Podestplatz.

"Nach dem ersten Boxenstopp bin ich leider auf den siebten Platz zurückgefallen, weil da ein Rad geklemmt hat, das war echt schade", sagt Dörr bei ProSieben. "Ich hatte schon ein bisschen die Hoffnung verloren, aber auf einmal wurde ich schneller und schneller."

Ben Dörr holt in Zandvoort als Zweiter sein erstes DTM-Podium

Ben Dörr holt in Zandvoort als Zweiter sein erstes DTM-Podium

Foto: ADAC Motorsport

Der 21-Jährige hat sich mit "einem coolen Move nach dem anderen wieder nach vorne vorgeboxt", berichtet Dörr, der schon einmal auf dem Podium stand, dann allerdings disqualifiziert wurde. "Das fühlt sich extrem gut an, das Podium nach dem Sachsenring, wo es mir letztes Jahr weggenommen wurde, wieder zu erkämpfen." Marco Wittmann (Schubert-BMW) komplettierte das Podium als Dritter.

Maro Engel (Winward-Mercedes) erreicht die vierte Position und übernimmt damit auch wieder die Tabellenführung, gefolgt von Emil-Frey-Ferrari-Pilot Thierry Vermeulen, der in der Schlussphase des Rennens durchgereicht wurde. Luca Engstler und Marco Mapelli (beide Abt-Lamborghini) belegen am Sonntag die Plätze sechs und sieben.

Thomas Preining (Manthey-Porsche, 8.) und Mirko Bortolotti (Grasser-Lamborghini, 9.) kämpften in der Schlussphase um den achten Platz, während Manthey-Porsche-Pilot Ricardo Feller die Top 10 komplettiert. Der bisherige Gesamtführende Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) erlebte ein schwieriges Rennen und belegt schlussendlich nur die 13. Position.

Bastian Buus scheidet nach Reifenschaden aus

Beim Start konnte sich Polesetter Kelvin van der Linde bereits in Führung setzen, gefolgt von Abt-Lamborghini-Pilot Luca Engstler, der sich an Thierry Vermeulen vorbeischob. Der Lokalmatador erwischte wie schon am Vortag keinen guten Start und fiel bereits auf den ersten Metern auf die dritte Position zurück.

Dahinter sortierte sich Ben Dörr ein, gefolgt von Thomas Preining und Mirko Bortolotti, der in der ersten Runde gleich zwei Positionen einbüßen musste. Im Hinterfeld kam es zu weiteren Zweikämpfen und Berührungen, allerdings ohne größere Zwischenfälle.

Nur für die Land-Mannschaft setzte sich das schwierige Wochenende in den Niederlanden nach der Disqualifikation vom Samstag indes fort: Bastian Buus musste bereits nach drei Runden mit einem Reifenschaden an die Box kommen. Der Däne fiel dadurch sogar aus der Führungsrunde raus und stellte seinen Porsche wenig später endgültig ab.

Boxenstopp-Drama bei Winward-Mercedes

Bis zur Öffnung des ersten Pflichtboxenstoppfensters blieb die Reihenfolge an der Spitze unverändert. Engstler, Auer und Cairoli gehörten zu den ersten Fahrern aus der Spitzengruppe, die zum Reifenwechsel kamen. Für den Meisterschaftsführenden verlief der Service alles andere als optimal, wodurch Auer bereits aus den Top 10 rutschte.

Auch bei der Winward-Mannschaft lief wenig zusammen: Zunächst verlor Maro Engel fast 15 Sekunden an der Box, weil ein Schlagschrauber offenbar Probleme bereitete. Kurz darauf erwischte es auch Teamkollege Jules Gounon, der ebenfalls wertvolle Zeit verlor, weil das Problem nicht rechtzeitig behoben werden konnte.

"Wir wissen aktuell nicht ganz genau, was das Problem ist, ob es der Luftdruck oder der Schlagschrauber ist", sagte Winward-Teamchef Christian Hohenadel im Gespräch mit ProSieben. "Das Problem ist natürlich, in dieser Sequenz, wo wir jetzt sind, hatten wir nur zwei Runden Zeit und konnten das Problem nicht lösen."

Das AMG-Team war mit einem schlechten Stopp allerdings nicht allein: Auch bei Dörr waren die Reifenwechsel nicht ganz perfekt, sodass Dörr und Glock beim Boxenstopp wertvolle Sekunden verloren. Bei Spitzenreiter Kelvin van der Linde lief unterdessen alles rund, sodass der BMW-Pilot die Führung nach dem ersten Stopp zunächst verteidigen konnte.

Jules Gounon löst einzige Safety-Car-Phase aus

Nach dem Schließen des ersten Boxenstoppfensters musste kurzzeitig das Safety-Car auf die Strecke: Gounon hatte im Duell mit Arjun Maini (HRT-Ford) die Kontrolle über seinen Winward-Mercedes verloren und war durch ein Styropor-Schild am Streckenrand gefahren, das anschließend von der Strecke geräumt werden musste.

Beim Restart schnappte sich Vermeulen den Abt-Lamborghini von Engstler, während Lucas Auer von Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin) getroffen und umgedreht wurde. Der Däne musste dafür gleich dreimal die Penalty-Lap durchfahren und fiel damit ebenfalls zurück.

"Ein ganz großes Manöver", sagt ein ironischer Auer im Gespräch mit ProSieben und ergänzt: "Das war wichtig für uns beide, auf jeden Fall. Jetzt sind wir Vorletzter und Letzter geworden. Es gibt nichts zu sagen, danach war es ein gebrauchter Tag."

Wenig später kam es zu einem Kontakt zwischen Maximilian Paul (Grasser-Lamborghini) und HRT-Ford-Pilot Finn Wiebelhaus, der für beide Piloten mit einem vorzeitigen Ausfall endete. Kurz darauf wechselte auch die Führung: Kelvin van der Linde kam in der letzten Kurve leicht von der Ideallinie ab, was Vermeulen direkt ausnutzte.

Der Südafrikaner konnte nicht kontern, musste den Ferrari-Piloten ziehen lassen und sich in den folgenden Runden sogar nach hinten orientieren, wo Abt-Lamborghini-Pilot Luca Engstler seine Chance auf den zweiten Platz witterte. BMW-Pilot van der Linde schaffte es allerdings, seine Position zu verteidigen.

Vermeulen verliert Siegchance beim zweiten Stopp

"Wir haben die Reifen natürlich relativ früh draufmachen müssen und der Ferrari ist momentan einfach eine Übermacht", erklärte Schubert-Teamchef Torsten Schubert bei ProSieben, warum die Pace des BMW-Piloten nach Halbzeit des Rennens plötzlich einbrach.

"Er hat Möglichkeiten zu überholen, aber wir werden es im dritten Stint mal versuchen, vielleicht wenn der Boxenstopp gut klappt, dass er wieder eingreifen kann", so Schubert. Kelvin van der Linde kam unmittelbar mit Öffnung des zweiten Boxenstoppfensters an die Box, während Spitzenreiter Vermeulen einen Umlauf später folgte.

Während der Reifenwechsel bei Schubert erneut perfekt funktionierte, unterlief Emil Frey beim führenden Vermeulen ein folgenschwerer Fehler: Der Ferrari des Niederländers wurde zu früh abgelassen, obwohl das linke Vorderrad noch nicht montiert war. Dadurch verlor das Team im Kampf um die Führung entscheidende Sekunden.

Zwar kehrte der Niederländer vor Kelvin van der Linde auf die Strecke zurück, doch die Reifen des BMW-Piloten waren bereits im Arbeitsfenster. Van der Linde ging deshalb wieder vorbei und setzte sich schnell ab. Für Vermeulen begann eine schwierige Schlussphase: Er verlor seinen Podestplatz an Dörr und Wittmann, ehe auch Maro Engel vorbeizog.

Der Winward-Mercedes-Pilot übernimmt mit seinem vierten Platz auch wieder die Führung in der Gesamtwertung. Engel hat nun 67 Punkte und verdrängt Auer (61 Punkte) auf den zweiten Platz. Marco Wittmann (51 Punkte) schiebt sich auf den dritten Gesamtrang nach vorne, gefolgt von Thomas Preining (46 Punkte) und Matteo Cairoli (43 Punkte).

Das dritte Rennwochenende der DTM-Saison 2026 (hier der komplette Rennkalender) findet vom 19. bis 21. Juni auf dem Lausitzring statt.

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