Zum Hauptinhalt springen

Kostenlos registrieren

  • Direkt zu Deinen Lieblingsartikeln!

  • Benachrichtigungen für Top-News und Lieblingsfahrer verwalten

  • Artikel kommentieren

DTM-Test Sachsenring: Wie das Paul-Comeback nach dem Horrorcrash lief

Maximilian Paul kehrte beim offiziellen DTM-Test 50 Tage nach seinem Horrorcrash ins DTM-Auto zurück: Wie es mit dem Renncomeback aussieht und wer dominierte

DTM-Test Sachsenring: Wie das Paul-Comeback nach dem Horrorcrash lief

Nur 50 Tage nach Crash: Paul überraschte sogar sein Team mit dem Comeback

Foto: ADAC Motorsport

Porsche-Dominanz beim offiziellen DTM-Test auf dem Sachsenring: "Grello"-Pilot Thomas Preining, der nach der AMG-Kollision in der Gesamtwertung zwei Wochenenden vor Schluss nur noch einen Punkt hinter DTM-Leader Maro Engel liegt, untermauert am Sonntag mit seiner Tages-Bestzeit von 1:17.827, dass der spektakuläre MotoGP-Kurs dem 911 GT3 R Evo liegt. Auf Platz zwei folgte sein Teamkollege Ricardo Feller, dem 0,258 Sekunden fehlten.

Auf den Plätzen drei, vier und fünf landeten McLaren-Pilot Ben Dörr (0,466), DTM-Leader Engel (+0,563) und Aston-Martin-Titelkandidat Nicki Thiim (+0,664). Die Preining-Bestzeit war fast genau eine Sekunde langsamer als der Qualifying-Rundenrekord von Jordan Pepper (1:16.826) aus dem Vorjahr. Im Zentrum des Interesses stand aber das Lamborghini-Team Grasser - und das Comeback von Maximilian Paul.

Der Dresdner kehrte nur 50 Tage nach dem Norisring-Horrorcrash, bei dem er sich Schien-, Wadenbein sowie einen Lendenwirbel brach, ins Cockpit zurück. Und kam dabei auf satte 98 Runden! "Intern hatten wir nicht erwartet, dass er mehr als zehn, 15 Runden fahren kann", zeigt sich Teamchef Gottfried Grasser im Gespräch mit Motorsport-Total.com überrascht.

Paul bremst teilweise mit dem rechten Fuß

Im Gesamtklassement kam Paul auf den 17. und vorletzten Platz - und verlor 1,608 Sekunden auf die Bestzeit. Nachdem er in seinen 70 Runden am Vormittag eine 1:19.645 gefahren war, steigerte sich der Lamborghini-Werksfahrer am Nachmittag um 0,210 Sekunden auf eine 1:19.435.

Im Gesamtklassement fehlen 0,691 Sekunden auf Teamkollege Mirko Bortolotti auf Platz neun, doch der Italiener fuhr seine persönliche Bestzeit wie die meisten am Vormittag. Am Nachmittag betrug Pauls Rückstand auf Bortolotti nur noch vier Zehntel. "Max war, was die Zeiten angeht, nicht weit weg von Mirko. Er war auch konditionell super beisammen - sein Test war wirklich tipptopp", lautet Grassers Fazit. "Ich bin superzufrieden."

Die größte Herausforderung stellt aktuell noch der linke Fuß dar, denn Paul benötigt teilweise über 100 Kilogramm Bremskraft. Ob es stimmt, dass Paul - wie man hört - aktuell noch mit dem rechten Fuß bremst? "Er wechselt sich ab", antwortet Grasser. "Ich denke, dass er in den großen Bremszonen mit rechts bremst und in den kleinen links. Das ist aktuell noch ein Prozess."

Paul-Renncomeback am Sachsenring "zu 99,9 Prozent fix"

Aber wird der 26-Jährige bereits beim kommenden DTM-Wochenende auf dem Sachsenring, das von 11. bis 13. September stattfindet, sein Comeback feiern? "Das ist meiner Meinung nach zu 99,9 Prozent fix", antwortet der Teamchef. "In zweieinhalb Wochen ist der Unfall achteinhalb Wochen her - und es ist gut verheilt." (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!)

Thomas Preining

Thomas Preining präsentiert sich im Titelkampf weiter in starker Form

Foto: ADAC Motorsport

Beim GT-World-Challenge-Europe-Wochenende, das in wenigen Tagen auf dem Nürburgring stattfindet, soll aber noch Lamborghini-Werksfahrer Sandy Mitchell seinen Platz bei Grasser einnehmen. "Da ist auch die Überlegung: Was passiert, wenn noch einmal ein ähnlicher Unfall passiert?", erklärt Grasser, warum man auf Nummer sicher geht.

Warum drei Boliden beim DTM-Test fehlten

Der Test fand ohne große Zwischenfälle bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad und teilweise bei Sonnenschein statt - und bietet daher vermutlich eine gute Grundlage für die wichtigen Qualifyings am Morgen, denn auf dem Sachsenring ist das Überholen schwierig. Der ADAC, der den Test organisierte, legte eine eigene Test-Balance-of-Performance (BoP) fest, die allerdings noch nicht im Detail ausgearbeitet war.

Abgesehen davon wurde aus Kostengründen Tankstellensprit statt des in der DTM vorgeschriebenen vollsynthetischen Kraftstoffs genutzt, was sich ebenfalls auf die Performance auswirkt. Trotz des Paul-Comebacks und der Tatsache, dass der Testtag - selbst wenn man ihn nicht nutzt - verfällt, waren nur 18 der 21 Boliden im Einsatz.

Timo Glock fehlte, weil er für den TV-Sender Sky bei der Formel 1 in Zandvoort als Experte im Einsatz war, weshalb das Dörr-Team nur einen McLaren 720S GT3 Evo einsetzte. Das gleiche gilt für die Ford-Truppe HRT, weil Finn Wiebelhaus im Rahmen der IMSA-Sportwagen-Serie in den USA im Einsatz war. Und dort im Ford Mustang GT4 in der Anfangsphase eine Talentprobe abgab, ehe sein Teamkollege in einen Crash verwickelt war.

Thiim dank Ausnahmegenehmigung im Baert-Auto

Das Abt-Team entschied sich überhaupt, nur mit einem Lamborghini Temerario GT3 zu testen, den sich Luca Engstler und Marco Mapelli teilten. Beim Aston-Martin-Team Comtoyou absolvierte Thiim dank einer Ausnahmeregelung sogar fünf Runden im Boliden seines Teamkollegen Nicolas Baert, der 2026 klar im Schatten des Dänen steht.

"Für uns ging es dabei alleine darum, einen direkten Vergleich zu bekommen, wie ähnlich sich beide Autos tatsächlich sind beziehungsweise wo es Unterschiede geben könnte", erklärt Comtoyou-DTM-Leiter Mario Schuhbauer die Aktion.

Das Grasser-Team hatte um eine ähnliche Ausnahmegenehmigung angesucht, diese aber nicht genutzt. Die Regelhüter beobachten genau, wie die Teams mit derartigen Genehmigungen umgehen. Denn theoretisch könnte ein Team gerade im Titelkampf eine entsprechende Möglichkeit missbrauchen, indem man einen Fahrer aus dem Verkehr zieht, wodurch der Teamkollege zwei Autos zur Verfügung hätte.

Während er also mit dem einen Auto testet, könnte das andere Fahrzeug vorbereitet werden, wodurch man Einsatzzeit gewinnt. Jetzt haben die Teams zweieinhalb Wochen Zeit, um die Erkenntnisse ins Set-up einfließen zu lassen, ehe es im Titelkampf ans Eingemachte geht.

Gesamtergebnis des DTM-Tests auf dem Sachsenring:

1. Thomas Preining (Manthey-Porsche) 1:17.827

2. Ricardo Feller (Manthey-Porsche) +0,258

3. Ben Dörr (Dörr-McLaren) +0,466

4. Maro Engel (Winward-Mercedes) +0,563

5. Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin) +0,664

6. Jules Gounon (Winward-Mercedes) +0,678

7. Marco Wittmann (Schubert-BMW) +0,803

8. Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) +0,814

9. Mirko Bortolotti (Grasser-Lamborghini) +0,917

10. Bastian Buus (Land-Porsche) +0,923

11. Kelvin van der Linde (Schubert-BMW) +0,984

12. Matteo Cairoli (Emil-Frey-Ferrari) +1,092

13. Tom Kalender (Landgraf-Mercedes) +1,103

14. Luca Engstler/Marco Mapelli (Abt-Lamborghini) +1,134

15. Thierry Vermeulen (Emil-Frey-Ferrari) +1,206

16. Arjun Maini (HRT-Ford) +1,565

17. Maximilian Paul (Grasser-Lamborghini) +1,608

18. Nicolas Baert (Comtoyou-Aston-Martin) +1,814

Vorheriger Artikel F1-Auftritt für Maro Engel: Warum er den Pole-Award an Lando Norris überreichte
Nächster Artikel DTM erhält eigenes "Drive to Survive": Was hinter "Behind the Grid" steckt

Aktuelle News