DTM-Test Spielberg: Dörr verliert Rad und fährt Bestzeit, Probleme bei Glock
Das McLaren-Team Dörr sorgt beim offiziellen DTM-Test in Spielberg für Schlagzeilen: Wie die Reifen-Generalprobe lief und wie es den Lamborghini-Sorgenkindern ging
Rad fehlt hinten rechts: Ben Dörr fuhr die Bestzeit und erlebte eine Schrecksekunde
Foto: Sven Sven
Spannende Generalprobe auf dem Red-Bull-Ring beim offiziellen Test für den DTM-Auftakt in eineinhalb Wochen - und McLaren-Youngster Ben Dörr schreibt die Schlagzeilen: Der 21-jährige Teamkollege von Timo Glock fuhr in 1:28.199 am frühen Nachmittag die Tages-Bestzeit und war damit um 0,018 Sekunden schneller als Winward-Mercedes-Pilot Jules Gounon, der nach der Vormittags-Bestzeit zum WEC-Test nach Imola flog und an Ersatz Marvin Dienst übergab.
Auf Platz drei landete "Grello"-Porsche-Pilot Thomas Preining (+0,155) vor den beiden Landgraf-Mercedes-Piloten Lucas Auer (+0,274) und Tom Kalender (+0,282), die sich auf den Plätzen vier und fünf einreihten. Sechster wurde Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock, dem 0,320 Sekunden auf seinen Teamkollegen fehlten.
Ben Dörr war in seinem neu folierten 720S GT3 Evo nicht nur Schnellster, der McLaren-Pilot sorgte auch für eine von vier roten Flaggen, als er kurz vor 17 Uhr in der Runde nach einem Boxenstopp das rechte Hinterrad verlor.
Schrecksekunde für Bestzeit-Halter: Rad war plötzlich lose!
"Oben in Kurve drei habe ich gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt - und dann war das Rad lose im Radhaus", beschreibt Dörr den Zwischenfall. "Deswegen bin ich stehen geblieben - nur nichts kaputtmachen." Er vermutet, dass sich "beim Anziehen der Mutter irgendwas verklemmt hat oder nicht richtig angezogen hat".
Dörr fuhr seine Bestzeit mit dem neuen DTM-Spezialreifen und war damit nur etwas langsamer als die Spielberg-Pole-Runde (1:27.671) von Rene Rast aus dem Jahr 2023.
"Wir sind direkt nach der Mittagspause nochmal auf einen kleinen Quali-Run gegangen, um zu schauen, was auf frischen Reifen geht. Direkt danach hat es angefangen zu regnen, als die anderen auf den frischen Reifen rausgegangen sind."
Am Abend wurde der Regen kräftiger, weshalb auch die für die Balance of Performance (BoP) geplante Qualifying-Simulation, in der die Piloten mit vorgegebener Spritmenge und einem frischen Pirelli-Satz fahren hätten sollen, abgesagt wurde (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!).
Gehen die Glock-Probleme auch 2026 weiter?
Während Dörrs McLaren klaglos lief und der Frankfurter 99 Runden absolvierte, gab es bei Teamkollege Glock wieder mal Probleme. Der 44-Jährige kam auf 61 Runden, womit er die wenigsten Kilometer von allen abspulte, und klagte über Vibrationen an der Lenkung. Wegen die Fehlersuche kam der Odenwälder am Nachmittag kaum zum Fahren und nahm die Session mit deutlicher Verspätung auf.
Glock war nicht der einzige Pilot, der Probleme hatte: Schubert-BMW-Rückkehrer Kelvin van der Linde fuhr am Vormittag nur drei Runden, weil es laut BMW ein Problem mit der Ölpumpe seines M4 GT3 Evo gab. Am Nachmittag fuhr der Südafrikaner, der mit 1,620 Sekunden Rückstand nur 20. wurde, immerhin 83 Runden.
Landgraf-Mercedes-Jungspund Kalender hatte am Vormittag für die erste rote Flagge gesorgt, weil es an der Hinterachse ein mechanisches Problem gab. Die zweite wurde von Grasser-Lamborghini-Pilot Maximilian Paul ausgelöst, dessen Temerario wegen eines Schadens am Wasserkühler streikte. Dabei habe es sich laut dem Grasser-Team aber um "Verschleißteile" gehandelt.
Kaum Graining - mit Ausnahme vom Schubert-BMW
Am Nachmittag kam Emil-Frey-Ferrari-Pilot Thierry Vermeulen in der achten Kurve ins Kiesbett und löste ebenfalls einen Abbruch aus. Verstappens Schützling kommt dennoch aktuell besser klar als Teamneuling Matteo Cairoli im pinken Ferrari und war um 0,313 Sekunden schneller als der Italiener.

Der neue DTM-Reifen wies beim Schubert-Team Spuren von Graining auf
Foto: Sven Haidinger/smg
Wie es den Teams mit dem neuen Pirelli-Spezialreifen erging? Die Angst vor dem "Graining" erwies sich Großteils als unberechtigt, obwohl es kühler war als zuletzt in Vallelunga und die Reifen auf dem Red-Bull-Ring generell schnell auskühlen. Nur beim BMW-Team Schubert kämpfte man mit dem Körnen der Reifen.
Auch die Zeiten waren nur bedingt konkurrenzfähig, denn auch Marco Wittmann kam mit 1,153 Sekunden Rückstand nicht über Platz 16 hinaus. Damit war das Schubert-Team sogar langsamer als die Lamborghini-Teams Abt und Grasser, die noch Schwierigkeiten haben, mit dem neuen Temerario auf gute Zeiten zu kommen.
Lamborghini-Teams kämpfen noch mit neuem Auto
Bester Pilot des italienischen Herstellers war Abt-Neuzugang Luca Engstler, (+0,990), der auf Platz 13 um 0,147 Sekunden schneller war als Grasser-Ass Mirko Bortolotti auf Platz 14. "Wir haben immerhin zu den Nachzüglern den Anschluss gefunden, aber es ist noch sehr viel zu tun und zu lernen", stellt Teamchef Gottfried Grasser klar.

Noch läuft Mirko Bortolottis Lamborghini Temerario nicht ganz nach Wunsch
Foto: ADAC Motorsport
Wie es seinem Team mit dem neuen Pirelli-Reifen geht? "Wir sind so gefordert damit, unser neues Auto zu verstehen, dass ich nicht viel über den neuen Reifen sagen kann", schmunzelt er. Er glaubt aber, dass der neue DTM-Spezialreifen auf dem Temerario etwas schneller auf Temperatur kommt als zuletzt in der GT-World-Challenge Europe, als das Team die Pneus nicht ins richtige Temperaturfenster brachte.
Ergebnis des offiziellen DTM-Testtags in Spielberg:
1. Ben Dörr (Dörr-McLaren) 1:28.199 (99 Rd.)
2. Jules Gounon (Winward-Mercedes) 1:28.217 (54)*
3. Thomas Preining (Manthey-Porsche) 1:28.354 (127)
4. Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) 1:28.473 (96)
5. Tom Kalender (Landgraf-Mercedes) 1:28.481 (113)
6. Timo Glock (Dörr-McLaren) 1:28.519 (61)
7. Ricardo Feller (Manthey-Porsche) 1:28.623 (129)
8. Finn Wiebelhaus (HRT-Ford) 1:28.667 (118)
9. Maro Engel (Winward-Mercedes) 1:28.735 (109)
10. Bastian Buus (Land-Porsche) 1:28.763 (100)
11. Thierry Vermeulen (Emil-Frey-Ferrari) 1:29.001 (114)
12. Arjun Maini (HRT-Ford) 1:29.096 (125)
13. Luca Engstler (Abt-Lamborghini) 1:29.109 (133)
14. Mirko Bortolotti (Grasser-Lamborghini) 1:29.256 (122)
15. Matteo Cairoli (Emil-Frey-Ferrari) 1:29.314 (108)
16. Marco Wittmann (Schubert-BMW) 1:29.352 (88)
17. Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin) 1:29.361 (94)
18. Marco Mapelli (Abt-Lamborghini) 1:29.464 (127)
19. Maximilian Paul (Grasser-Lamborghini) 1:29.531 (115)
20. Marvin Dienst (Winward-Mercedes) 1:29.626 (64)**
21. Kelvin van der Linde (Schubert-BMW) 1:29.819 (85)
22. Nicolas Baert (Comtoyou-Aston-Martin) 1:30.175 (96)
*nur Vormittag
** nur Nachmittag
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