DTM-Testfinale Lausitzring: Götz holt trotz Hagelschauer auch dritte Bestzeit

Welche drei Piloten beim DTM-Testfinale die 1:43er-Schallmauer durchbrachen, wie der Inder Arjun Maini überraschte und wieso Kelvin van der Linde aufatmete

DTM-Testfinale Lausitzring: Götz holt trotz Hagelschauer auch dritte Bestzeit

DTM-Testfinale auf dem Lausitzring: Und auch am dritten Tag prangt der Name Maximilian Götz von der Spitze der Zeitenliste. Der HRT-Mercedes-Pilot, der unter anderem Qualifying-Versuche machte, fuhr am späten Nachmittag in 1:42.744 auch die schnellste Rundenzeit der gesamten Testwoche.

"Ich bin super-happy", zieht Götz Bilanz. "Ich fühle mich superwohl im Auto, das Team hat einen super Job gemacht - und ich freue mich sehr auf die Saison. Viel besser kann es nicht laufen: An jedem Tag Schnellster! Aber wir wissen ja, dass es da noch ein bisschen Einfluss von außen gibt", spielt er auf die noch bevorstehende Balance-of-Performance-Einstufung für den Saisonauftakt in Monza an.

Der Pilot des Haupt-Racing-Teams war einer von nur drei Piloten, die die 1:43er-Schallmauer durchbrachen. Die anderen beiden waren bei April-Wetter und Temperaturen an die elf Grad die AF-Corse-Piloten Liam Lawson und Alex Albon, die Götz schon am Mittwoch Konkurrenz gemacht hatten.

Ferrari-Piloten erneut erste Verfolger von Götz

Lawson drehte am Abend kurz vor der Zielflagge auf und schraubte sich um 0,096 Sekunden an die Mercedes-AMG-Bestzeit heran. Albon hatte seine schnellste Rundenzeit bereits während des BoP-Runs gefahren, bei dem der Thailänder in 1:42.904 Schnellster war.

Dabei gingen die Boliden wie schon am Vortag kurz vor der Mittagspause im Qualifying-Trimm, also mit 30 Kilogramm Sprit und frischen Reifen, auf die Strecke. Am Abend war der Ex-Formel-1-Pilot mit einer persönlichen Bestzeit von 1:43.070 nur geringfügig langsamer als kurz vor 13 Uhr.

Indischer GetSpeed-Mercedes-Rookie überrascht

Für eine Überraschung hatte am Vormittag der indische DTM-Neueinsteiger Arjun Maini gesorgt. Nachdem die Session wegen des Hagelschauers, der kurz vor zehn Uhr über der Lausitz niedergegangen war, nur langsam in die Gänge kam, sicherte sich der GetSpeed-Mercedes-Pilot am Vormittag in 1:43.108 die Bestzeit.

Bis zu diesem Zeitpunkt stellte er damit auch die schnellste Runde der gesamten Testwoche. Am Ende reichte die Zeit hinter Winward-Pilot Philip Ellis für Platz fünf. "Wir haben eine gute Lernkurve", zeigte sich der GT3-Neuling zufrieden.

"Mein Team GetSpeed passt unsere Mercedes-AMG immer mehr an meinen Fahrstil an, das hilft mir sehr. Ich habe mich stark verbessert. Wo wir wirklich stehen, werden wir beim Auftakt in Monza sehen. Hoffentlich sind wir dann im Qualifying immer noch vorne."

Beste Audi-Zeit: 0,629 Sekunden Rückstand

Insgesamt präsentierten sich die Mercedes-AMG-Teams in gewohnt starker Form: Abgesehen von den zwei Ferrari 488 GT3 Evo des AF-Corse-Teams machten sich nur Mercedes-Piloten auf den ersten acht Plätzen breit. Insgesamt waren am Donnerstag nur elf Boliden im Einsatz, da Nico Müller und Gary Paffett bereits zur Formel E abreisten und die beiden BMW-Teams Rowe und Walkenhorst auf dem Weg zum Nürburgring sind.

Die Zeiten lagen aber durchaus eng beisammen: Dem besten Audi-Piloten Kelvin van der Linde, der Neunter wurde, fehlten am Ende 0,816 Sekunden auf die Bestzeit. Noch etwas schneller war der Südafrikaner beim BoP-Run, bei dem er 0,629 Sekunden Rückstand hatte.

"Ich bin jetzt viel positiver als heute Morgen", verweist der Südafrikaner mit einem Augenzwinkern auf den Hagelschauer. Denn van der Linde musste seinen Boliden am trockenen Mittwoch an seinen Teamkollegen Mike Rockenfeller abgeben. Obwohl es in der Vormittagssession noch ein zweites Mal hagelte, blieb es zur Freude von van der Linde Großteils trocken.

"Das war echt ein positiver Tag und wir haben viele Sachen abgearbeitet", sagt er. "Endlich sind wir auch in einem Flow, was die Zusammenarbeit mit meinem Ingenieur angeht."

Flörsch: "Langsam komme ich ins GT3-Fahren rein"

Sophia Flörsch und Dev Gore scheinen währenddessen noch Anlaufschwierigkeiten zu haben: Die Abt-Audi-Pilotin, deren R8 LMS noch auf das neue Space-Drive-System von Schaeffler-Paravan abgestimmt wird, lag am Ende des Testtages 1,676 Sekunden hinter der Bestzeit von Götz.

Damit war die Münchnerin, die keine GT3-Erfahrung besitzt, zwar um 0,667 Sekunden schneller als Rosberg-Audi-Rookie Dev Gore, der im Klassement das Schlusslicht bildete, doch durch seine persönliche Bestzeit beim BoP-Run hatte der US-Amerikaner am Ende die Nase 0,047 vor Flörsch.

"Ich habe jetzt am Ende noch zwei Longruns absolviert", sagt die einzige Frau im Feld, die mit ihren 77 Runden um fünf Umläufe weniger fuhr als die fleißigsten Piloten van der Linde und Gore. "Ich habe noch ein paar Schritte nach vorne gemacht. Das waren sehr intensive drei Tage. Aber ich komme langsam in das GT3-Fahren rein und freue mich auf die Saison."

Flörsch war mit ihrer Rundenzeit 1:44.420 übrigens auch schneller als die beste BMW-Zeit der Testwoche: Marco Wittmann kam im M6 GT3 am Mittwoch-Vormittag nicht über 1:44.820 hinaus. Nun darf man gespannt sein, wie die AVL die Boliden beim Saisonauftakt in Monza, der in 44 Tagen steigt, einstufen wird.

Donnerstag-Ergebnis des DTM-Tests auf dem Lausitzring (ohne BoP-Runs)

1. Maximilian Götz (HRT-Mercedes) 1:42.744 (61)

2. Liam Lawson (AF-Corse-Ferrari) 1:42.840 (75)

3. Alex Albon (AF-Corse-Ferrari) 1:43.070 (73)

4. Philip Ellis (Winward-Mercedes) 1:43.108 (57)

5. Arjun Maini (GetSpeed-Mercedes) 1:43.118 (59)

6. Lucas Auer (Winward-Mercedes) 1:43.180 (58)

7. Vincent Abril (HRT-Mercedes) 1:43.353 (47)

8. Daniel Juncadella (GruppeM-Mercedes) 1:43.428 (65)

9. Kelvin van der Linde (Abt-Audi) 1:43.560 (82)

10. Sophia Flörsch (Abt-Audi) 1:44.420 (77)

11. Dev Gore (Rosberg-Audi) 1:45.087 (82)

Ergebnis des BoP-Runs am Donnerstag

1. Alex Albon (AF-Corse-Ferrari) 1:42.904 (7)

2. Maximilian Götz (HRT-Mercedes) 1:43.152 (8)

3. Liam Lawson (AF-Corse-Ferrari) 1:43.270 (7)

4. Kelvin van der Linde (Abt-Audi) 1:43.373 (5)

5. Lucas Auer (Winward-Mercedes) 1:43.562 (10)

6. Dev Gore (Rosberg-Audi) 1:44.346 (10)

7. Sophia Flörsch (Abt-Audi) 1:44.902 (7)

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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