DTM-Training Nürburgring: Ammermüller bei starker Porsche-Premiere Zweiter

Die Gaststarter stahlen beim Freitag-Training am Nürburgring allen die Show: Toksport-WRT-Pilot Luca Stolz war vor Michael Ammermüller im Porsche Schnellster

DTM-Training Nürburgring: Ammermüller bei starker Porsche-Premiere Zweiter

Freitag-Training der DTM auf dem Nürburgring - bei klassischem Eifelwetter und mit fünf neuen Gesichtern: Michael Ammermüller sorgte bei SSR Performance für die Porsche-Premiere, Luca Stolz saß bei seinem Gaststart im Toksport-WRT-Mercedes, Markus Winkelhock und Christopher Haase ersetzten Sophia Flörsch und Dev Gore bei den Audi-Teams Abt und Rosberg. Und der 52-jährige HRT-Teamchef Hubert Haupt feierte nach zehn Jahren im eigenen Mercedes-AMG sein DTM-Comeback.

Die Bestzeit sicherte sich einer der Gaststarter: Der 26-jährige Toksport-WRT-Pilot Stolz fuhr in 1:27.201 im zweiten Training, das auf trockener Strecke und bei 18 Grad Lufttemperatur über die Bühne ging, die schnellste Runde auf der Sprintstrecke hier geht's zum Ergebnis. Zum Vergleich: Robin Frijns war im Vorjahr auf diesem Layout bei seiner Pole im Class-1-Audi in 1:19.117 um acht Sekunden schneller.

Auf Platz zwei sorgte Ammermüller im SSR-Porsche mit 0,154 Sekunden Rückstand für eine Überraschung. Dahinter folgten die drei Mercedes-AMG-Piloten Vincent Abril (+0,279), der seine Bestzeit im ersten, teilweise verregneten Training aufstellte, Maximilian Götz (+0,301) und Lucas Auer (+0,332), ehe auf Platz sechs mit Christian Klien (+0,334) der erstarkte JP-McLaren landete.

DTM-Leader van der Linde und Lawson nicht im Spitzenfeld

Bester Ferrari-Pilot war Alex Albon mit 0,430 Sekunden Rückstand auf Platz zehn, schnellster Audi-Pilot war Debütant Haase im Rosberg-Audi, der im ersten Training eine persönliche Bestmarke von 1:27.687 fuhr und damit Dritter wurde. Im Gesamtklassement kam er mit 0,486 Sekunden Rückstand auf Platz elf. Audi galt eigentlich am Nürburgring als Favorit, tritt aber durch die Änderungen der Balance of Performance mit einem um 0,5 Millimeter kleineren Restriktor als zuletzt an.

Die Bestzeit des noch etwas unauffälligen BMW-Quartetts fuhr Rowe-Pilot Sheldon van der Linde mit 0,501 Sekunden Rückstand, ehe auf Platz 13 mit 0,530 Sekunden Rückstand Esteban Muth als bester Lamborghini-Fahrer folgte.

In beiden Trainings nicht im Spitzenfeld war Abts DTM-Leader Kelvin van der Linde, dem 0,531 Sekunden auf die Bestzeit fehlten. Das reichte gerade mal für Platz 14 von 23 Piloten. Sein direkter Verfolger, AF-Corse-Ferrari-Pilot Liam Lawson, kam mit 0,716 Sekunden Rückstand über Platz 19 nicht hinaus.

Ammermüller nach erstem Training: "Nicht schnell genug"

Die Zeiten sind aber mit Vorsicht zu genießen, da nur die Piloten, die erstmals in dieser Saison im DTM-Einsatz waren, mit zwei frischen Reifensätzen ausgestattet wurden. Alle anderen mussten mit sogenannten Carryover-Reifen vom vorangegangen Wochenende auf die Set-up-Suche gehen.

Luca Stolz

Ungewohnter DTM-Anblick: Luca Stolz fuhr im Toksport-WRT-Mercedes die Bestzeit

Foto: Alexander Trienitz

"Wir hatten durch die neuen Reifen einen Vorteil", meinte Ammermüller nach dem ersten Training. "Die Rundenzeiten im Vergleich zu den anderen stimmen daher nicht ganz. Ich kann im Moment nicht beurteilen, wo wir stehen."

Mit seiner Bestzeit im ersten Training, die um rund vier Zehntel langsamer war, zeigte sich der amtierende Champion des ADAC GT Masters aber noch nicht ganz zufrieden: "Wir versuchen, das Auto zu verbessern, denn wir sind derzeit noch nicht schnell genug." Dennoch habe er sich im Auto "gut gefühlt. Es funktioniert gut."

Schrecksekunde bei Porsche-Premiere

Abgesehen von einem kleinen Problem im ersten Training blieb die Porsche-Premiere in der DTM ohne Zwischenfälle: 26 Minuten vor Schluss rollte der Passauer ohne Vortrieb an die Box. "Ich hatte ein kleines Problem zwischen zwei Gängen beim Runterschalten", berichtet er auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'.

"Das passiert manchmal. Ich konnte es aber schon auf der Strecke beheben. dafür gibt es einen Notfall-Modus im Auto, der das Getriebe blockiert. Aber nach ein paar Metern konnte ich wieder schalten, und das Auto war in Ordnung."

Starke Leistung von "Oldie" Haupt bei Comeback

Wie es Hubert Haupt bei seinem DTM-Comeback erging? Der Rückstand des Münchners hielt sich mit 0,622 Sekunden überraschenderweise absolut in Grenzen, wodurch er im Tagesklassement Platz 18 belegte. Doch auch er kam in den Genuss frischer Reifen.

Das Schlusslicht bildete währenddessen Flörschs Ersatzmann Winkelhock, der im Abt-Audi mit dem Schaeffler-Paravan-System mit 1,190 Sekunden Rückstand auf Rang 23 landete. Das zeigt, wie knapp die Abstände auf der 3,6 Kilometer kurzen Strecke waren.

Wie sich Winkelhock in Flörschs Auto fühlte? "Das Auto hat sich gut angefühlt - und die Lenkung auch", sagt der 41-Jährige, der das Space-Drive-System mitentwickelt hat und wie kein anderer kennt.

"Ich muss aber sagen, dass das Space-Drive-System noch immer im Entwicklungsprozess ist", ergänzt er. "Wir verbessern uns noch immer hier und da. Deswegen nehmen wir ja damit auch an der DTM teil." Man darf nun gespannt sein, wie es Winkelhock am ersten Renntag ergehen wird, für den aktuell trockene Bedingungen erwartet werden..

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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