DTM-Training Nürburgring: Manthey-Dominanz, AMG stärker als es aussieht?
Porsche dominiert das Hitze-Training auf dem Nürburgring vor BMW: Was darauf hindeutet, dass auch AMG stark ist, und wie es Ersatzmann Engelhart ging
Gelingt Manthey der erste DTM-Triumph auf dem Nürburgring?
Foto: ADAC Motorsport
Extreme Hitze beim DTM-Trainingsauftakt auf dem Nürburgring: Bei 36 Grad Lufttemperatur und einem Waldbrand, der nicht weit entfernt vom Eifelkurs für eine Rauchsäule sorgte, sichert sich das Porsche-Topteam Manthey die Spitzenplätze: Thomas Preining war mit einer Tagesbestzeit von 1:25.517 um 0,249 Sekunden schneller als Teamkollege Ricardo Feller auf Platz zwei (Ergebnis FT2).
"Das Heimspiel am Nürburgring ist für uns etwas ganz Besonderes. Ein paar Podien haben wir hier schon geholt, aber für einen Sieg hat es bisher noch nicht gereicht. Jetzt wollen wir endlich den ersten Heimsieg für den 'Grello' holen", sagte Preining, dessen Team auf allen anderen Strecken bereits siegte.
Der Manthey-Titelkandidat war nur 0,399 Sekunden langsamer als Mirko Bortolottis Qualifying-Rekord (1:25.118) aus dem Jahr 2023, was darauf hindeutet, dass im morgigen Qualifying mit dem DTM-Spezialreifen eine neue Rekordrunde fallen könnte. Auch Marco Wittmanns Wunsch, dass BMW endlich schon am Freitag konkurrenzfähig ist, wurde offenbar erhört.
Denn Kelvin van der Linde (+0,317) und Wittmann (+0,502), die ihren neuen Reifensatz als einzige bereits zu Beginn des zweiten Trainings nutzten, landeten auf den Plätzen drei und vier. Fünfter ist Nicki Thiim mit 0,531 Sekunden Rückstand. Der Zweitplatzierte in der Gesamtwertung mischt im Aston Martin Vantage GT3 Evo nach dem enttäuschenden Oschersleben-Wochenende ebenfalls vorne mit.
HRT-Piloten müssen am Samstag durch die Boxengasse
Auf den Plätzen sechs und sieben positionierten sich mit Finn Wiebelhaus (+0,549) und Ben Dörr (+0,602) die besten Piloten im Ford und im McLaren.
Die beiden HRT-Ford-Piloten Wiebelhaus und Arjun Maini (+0,716/Platz 11) müssen beim Heimspiel des Teams am Samstag während des Rennens eine Durchfahrtstrafe abbüßen, weil man im Vorfeld mit Frank Stippler auf dem Nürburgring getestet hat, der bei der FIA Platin-Status hat. Das ist ein Verstoß gegen das Testreglement.
Hinter dem siebtplatzierten Dörr landeten die einzigen Piloten, die ihre Bestzeiten bereits im ersten Training (Ergebnis FT1) fuhren: Matteo Cairolis Bestzeit aus dem ersten Training (1:26.144) reichte im Tagesklassement für Platz acht - mit 0,627 Sekunden Rückstand. Und Landgraf-Pilot Lucas Auer, der im ersten Training Zweiter war, fehlten auf die Tagesbestzeit auf Platz neun 0,680 Sekunden.
"Schätze Mercedes stark ein": Täuschen AMG-Platzierungen?
Der Österreicher, der in der Meisterschaft Dritter ist, war damit bester Mercedes-AMG-Pilot, während DTM-Leader Maro Engel (+0,842) im Gesamtklassement nur 14. wurde. "Ich schätze Mercedes stark ein", warnt Emil-Frey-Technikchef Jürg Flach davor, die Marke mit dem Stern zu unterschätzen. Gut möglich, dass man nach der guten ersten Session am Abend nicht alle Karten aufdeckte.
Wo die Ferrari-Truppe Emil Frey steht? "Der erste Eindruck ist besser als gedacht", antwortet Flach. Das Wetter mache die Suche nach der perfekten Abstimmung schwierig. "Das Set-up wird im Hinblick auf die Balance eine Herausforderung, weil es am Sonntag laut Wetterbericht um rund zehn Grad kühler sein könnte."
Mapelli-Panne sorgt für FCY-Phase
Das Training blieb größtenteils frei von Zwischenfällen: 13 Minuten nach Beginn der zweiten Session gab es eine Full-Course-Yellow-Phase, weil Marco Mapelli in seinem Abt-Lamborghini bei der Boxeneinfahrt liegenblieb. "Ich stecke im Leerlauf fest", klagte der Italiener über Boxenfunk. Der Temerario GT3 musste abgeschleppt werden - nach einer Minute wurde Tempo 80 wieder aufgehoben.
Mapelli konnte das Training noch einmal aufnehmen und wurde mit 0,683 Sekunden Rückstand auf Platz zehn im Tagesklassement sogar bester Lamborghini-Pilot.
Paul-Ersatz Engelhart steigert sich im Grasser-Lamborghini
Wie schlug sich Christian Engelhart, der dieses Wochenende als Ersatzmann im Grasser-Lamborghini von Maximilian Paul zum Einsatz kommt? Der Starnberger fuhr im ersten Training eine 1:27.538 - und war mit 1,394 Sekunden Rückstand auf Cairoli Letzter.
Im zweiten Training steigerte sich der Lamborghini-Werksfahrer auf eine 1:26.478, wodurch ihm 0,961 Sekunden auf die Preining-Bestzeit fehlten. Im Gesamtklassement landete Engelhart damit auf Platz 16 - und war damit um 0,230 Sekunden schneller als Teamkollege Bortolotti, der 19. wurde.
Am Samstag wird es um 9:55 Uhr ernst mit dem ersten Qualifying (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.): Man darf davon ausgehen, dass die schnellen Zeiten nach der Runde aus der Box und zwei Vorbereitungsrunden fallen. Die niedrige Reifenabbau lässt zwei bis drei schnelle Runden am Stück zu.
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