Trainingsbericht

DTM Sachsenring

DTM-Training Sachsenring: Porsche top, BMW verblüfft, Strecke sorgt für Rätsel

"Grello"-Pilot Thomas Preining fährt Bestzeit und BMW trotzt der Sachsenring-Schwäche - doch warum wurde im zweiten Training kaum jemand schneller?

Sven Haidinger

Bearbeitet: 11.09.2026, 19:01

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DTM-Training Sachsenring: Porsche top, BMW verblüfft, Strecke sorgt für Rätsel

Manthey-Titelkandidat Preining wirbelt auf dem Sachsenring ordentlich Staub auf

Foto: ADAC Motorsport

Ungewöhnlicher Auftakt zum vorletzten Wochenende der DTM-Saison auf dem Sachsenring: Thomas Preining fuhr im favorisierten Porsche mit einer 1:18.148 die Tagesbestzeit. Allerdings nicht mit seiner Zeit aus dem zweiten, sondern aus dem ersten Training (Ergebnis FT1). Denn am Nachmittag war Manthey-Teamkollege Ricardo Feller mit einer 1:18.857 Schnellster - und um über 0,7 Sekunden langsamer (Ergebnis FT2).

Aber warum ließ die Strecke am Abend keine schnelleren Zeiten mehr zu? Nur Schubert-BMW-Pilot Marco Wittmann und HRT-Ford-Pilot Arjun Maini, der die erste Session - offenbar wegen eines Defekts an der Wasserpumpe - komplett verpasste, fuhren ihre persönlichen Bestzeiten am Abend.

"Wir vermuten, dass es an den Oldtimern lag", sagt Teamchef Gottfried Grasser. Denn am frühen Nachmittag gab es ein Training des Historic-Cup Ost, in dem Formelautos und Tourenwagen aus der Zeit vor 1990 am Start sind. "Da kann es schon sein, dass Öl auf die Strecke gekommen ist."

BMW trotzt der Sachsenring-Schwäche: Platz zwei!

Die Tagesbestzeit von Preining, der in der Gesamtwertung nur einen Punkt hinter DTM-Leader Maro Engel liegt, war auch deutlich langsamer als der Qualifying-Rundenrekord von Jordan Pepper (1:16.826) aus dem Vorjahr. Porsche erwies sich wie erwartet als stark, was auch der dritte Platz von Feller (+0,213) im Tagesklassement untermauert, doch für eine Überraschung sorgte BMW!

Schubert-Pilot Kelvin van der Linde fuhr im ersten Training die zweitschnellste Zeit des Tages - und hatte nur 0,087 Sekunden Rückstand auf Preining. Auch im zweiten Training positionierte sich Teamkollege Wittmann mit Platz drei im Vorderfeld, was im Gesamtklassement für Platz neun reichte. Bislang galt der kurvige Sachsenring als BMW-Problemstrecke, doch das starke Trainingsergebnis ist für Wittmanns Titelhoffnungen eine positive Nachricht.

Kelvin van der Linde platzt der Kragen: "Was für ein Idiot"

Eine kleine Schrecksekunde gab es in der Endphase des zweiten Trainings für van der Linde: Denn der Deutsch-Südafrikaner war in der ersten Kurve spät auf der Bremse und verfehlte den langsam fahrenden Audi-Gaststarter Simon Connor Primm haarscharf. "Was für ein Idiot, dieser Typ", platzte van der Linde, der danach ins Kiesbett rutschte, am Funk der Kragen.

Auf den Plätzen vier und fünf im Gesamtklassement landeten die beiden Winward-Mercedes-Piloten Jules Gounon (+0,380) und Engel (+0,416), der am Samstag drei Startplätze zurückmuss. Geburtstagskind Lucas Auer, der heute 32 Jahre alt wird, wurde im Landgraf-Mercedes mit 0,756 Sekunden Rückstand Achter.

Damit setzt sich die Tendenz vom offiziellen Testtag fort, als das Winward-Duo ebenfalls etwas schneller war als Auer, der auch einen Dreher hatte.

Lucas Auer

Titelkandidat Lucas Auer drehte sich beim Trainingsauftakt am Freitag

Foto: ADAC Motorsport

Auf den Plätzen sechs und sieben landeten Ex-Champion Mirko Bortolotti (+0,480) und Dörr-McLaren-Youngster Ben Dörr (+0,603). Die Titelkandidaten Matteo Cairoli (+0,783) im Emil-Frey-Ferrari und Nicki Thiim (+0,804) im Comtoyou-Aston-Martin wurden Zehnter und Elfter.

Audi-Team Seyffarth bei DTM-Debüt nicht am Ende des Feldes

Aber wie erging es dem Audi-Team Seyffarth, das sich kurzfristig zu einem Gaststart auf dem Sachsenring entschloss? Der 21-jährige Sachse Simon Connor Primm belegte mit 1,173 Sekunden Rückstand Platz 18 im Tagesklassement - und das bei seinem ersten Start im GT3-Auto auf der durchaus anspruchsvollen Berg-und-Talbahn.

"Es war wichtig für mich, viele Runden reinzubekommen", sagt Primm, der insgesamt 48 Umläufe absolvierte und dafür drei komplett neue Reifensätze zur Verfügung hatte. Die Stammteams erhalten am Freitag nur einen neuen Satz, haben aber teilweise Reifen von anderen Wochenenden aufgespart.

Vor allem im Qualifying rechnet Primm mit einer Herausforderung. "Das Fenster, in dem der Reifen arbeitet, ist hier relativ klein, weil der Asphalt sehr rau ist", weiß er. "Dieses Problem haben hier wahrscheinlich viele. Daher hat man maximal zwei Runden, in denen man eine schnelle Runde setzen kann."

Audi-Gaststarter träumt von Top-10-Ergebnis

Diese habe er bei seiner persönlichen Tagesbestzeit im ersten Training "leider nicht ganz getroffen - und da war noch einiges an Zeit drin". Für das Wochenende hat sich Primm trotz der enormen Herausforderung große Ziele gesetzt: "Auch wenn es unrealistisch für uns ist, habe ich den Anspruch, dass wir es in die Top 10 schaffen. Das wäre ein Traum."

Simon Connor Primm

Neue Sponsorenlogos auf dem Audi: So präsentiert sich Seyffarth in der DTM

Foto: ADAC Motorsport

Um das im Rennen zu schaffen, müssen auch die Boxenstopps klappen - und die kleine Audi-Truppe, die die Crew erst kurzfristig zusammenstellte und keine Erfahrung mit Performance-Stopps hat, durfte erst ab Donnerstag um 16:00 Uhr Reifenwechsel üben.

"Wenn wir im Bereich von sieben Sekunden liegen, wäre ich definitiv zufrieden", sagt Teamchef Tobias Seyffarth. "Aber lieber ein bisschen Zeit liegen lassen als einen Fehler machen."

Paul bremst bei Comeback bereits ausschließlich mit links

Maximilian Paul war bei seinem DTM-Comeback im Grasser-Lamborghini zwei Monate nach seinem Horrorcrash 19. Der Dresdner, der sich Schien- und Wadenbein sowie einen Lendenwirbel gebrochen hatte, lag 1,335 Sekunden zurück.

Und ist bereits wieder in der Lage, mit dem linken Fuß zu bremsen. "Beim Test habe ich mit rechts unterstützt - vor allem in den Bremszonen, wo du richtig Druck brauchst", erzählt er. "Da war der Schmerz bei 100 Kilogramm noch zu hoch."

Aber bereits bei seinem Einsatz in der italienischen GT-Meisterschaft in Imola habe er "ausschließlich mit links" gebremst. "Und am Sachsenring ist die Belastung auf dem Bremsbein sowieso nicht so hoch", stellt er klar. Am Samstag findet das erste Qualifying um 9:55 Uhr statt (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.).

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