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Trainingsbericht

DTM-Training Zandvoort: Ferrari-Stärke, Zeitnahme-Chaos, "Lambo"-Aufwind?

Zwei rote Flaggen, Verwirrung um die Zeitnahme und ein starker Lamborghini: Der Trainingsauftakt in Zandvoort lieferte Überraschungen - und zwei Ferrari-Bestzeiten

DTM-Training Zandvoort: Ferrari-Stärke, Zeitnahme-Chaos, "Lambo"-Aufwind?

Matteo Cairoli dominierte nach dem schwierigen Auftakt beide Trainings

Foto: ADAC Motorsport

Zerfahrenes Freitag-Training der DTM auf dem Dünenkurs von Zandvoort - und eine Ferrari-Dominanz: Der schnelle Rookie Matteo Cairoli, der dieses Jahr Jack Aitken nachfolgt, holte sich in 1:33.803 bei trockenen Bedingungen und Temperaturen um die 20 Grad im Emil-Frey-Ferrari die Tages-Bestzeit.

Auf den Plätzen zwei und drei landeten Dörr-McLaren-Pilot Ben Dörr (+0,357) und "Grello"-Porsche-Pilot Thomas Preining (+0,456), die beide schon ordentlich Rückstand hatten. Für Lamborghini gab es nach dem bitteren Auftakt mit dem Temerario GT3 einen kleinen Lichtblick, denn nach der Heckflügel-Änderung gegen den Willen anderer Hersteller kam Grasser-Pilot Mirko Bortolotti mit 0,560 Sekunden Rückstand auf Platz vier (Ergebnis FT2).

Die Programme der Teams wurden in der zweiten Session durch zwei rote Flaggen gestört: Rund 25 Minuten vor Schluss verlor Maximilian Paul im Grasser-Lamborghini an der Front seines Temerario GT3 eine Flüssigkeit, wodurch das Training das erste Mal abgebrochen wurde und das Reinigungsfahrzeug auf die Strecke fuhr.

Wasser auf der Strecke löst zwei Abbrüche aus

"Der Kühler war undicht", klärt Teamchef Gottfried Grasser auf. Bei der Flüssigkeit, die vor allem in der Zielkurve ausgetreten war, handelte es sich nicht um Öl, sondern um Wasser. Deswegen wurde die Reinigung rasch abgebrochen und die Strecke nach sieben Minuten wieder freigegeben.

Zudem wollte man die Restfahrzeit erhöhen, doch dabei kam es zu einem Problem, weshalb diese falsch angezeigt wurde. Eine Korrektur ist nur möglich, wenn die Session innerhalb des Zeitnahmesystems erneut abgebrochen wird. Das führte zu Konfusion, obwohl die Teams darüber informiert worden waren, dass es sich um keinen tatsächlichen Abbruch handeln würde.

Maximilian Paul

Der Grasser-Lamborghini von Maximilian Paul verlor kein Öl, sondern Wasser

Foto: ADAC Motorsport

Dennoch teilten manche Teams ihren Piloten mit, die Session sei erneut abgebrochen worden, was zu großen Tempounterschieden auf der Strecke führte. Renndirektor Sven Stoppe hatte aus Sicherheitsgründen keine andere Wahl als die Session tatsächlich nach acht Minuten erneut kurz abzubrechen, ehe die letzten 13 Minuten auf dem Programm standen.

Bestzeit um mehr als zwei Sekunden langsamer als Rekord

Interessant: Cairolis Bestzeit war um mehr als zwei Sekunden langsamer als Jack Aitkens Qualifying-Rekord aus dem Jahr 2024 (1:31.762), den der Brite ebenfalls im Emil-Frey-Ferrari aufstellte. Ein mögliches Indiz dafür, dass bisher kaum jemand die Karten aufdeckt, obwohl viele Piloten neben dem neuen Reifensatz, den jeder am Freitag erhält, frische Reifen von vergangenen Wochenenden und Tests einsetzten.

Zudem waren die Streckenbedingungen nicht optimal, was nicht am in sonst in Zandvoort üblichen Dünensand lag. Die Gripverhältnisse ließen möglicherweise durch intensiven Testbetrieb in der Rennwoche zu wünschen übrig, die Strecke wurde als "schmierig" beschrieben. Auch die hohen Temperaturen wirkten sich negativ auf die Motorleistung aus.

Was ist also die Cairoli-Bestzeit wert? "Das ist wirklich eine Strecke, die unserem Auto liegen sollte", stellt Emil-Frey-Technikchef Jürg Flach nach dem enttäuschenden Saisonauftakt in Spielberg klar. "Hier sollten wir wettbewerbsfähig sein. Es wäre irgendwas krumm, wenn wir hier nicht gut wären."

Was ist Bortolottis vierter Platz im Temerario wert?

Während der beste Mercedes-AMG GT3 durch DTM-Leader Maro Engel (+0,609) auf Platz sechs lag und BMW mit Platz zwölf durch Kelvin van der Linde (0,907) im Tagesklassement zurücklag, überraschte Bortolottis starker vierter Platz im störrischen neuen Lamborghini.

Könnte das darauf hindeuten, dass man beim Temerario vor dem Durchbruch steht? "Das Ergebnis sieht sicher besser aus als es tatsächlich ist", sagt Teamchef Grasser. "Mirko hat eine sehr gute Runde erwischt, und wir kommen besser mit dem Auto zurecht. Es sieht besser aus als am Red-Bull-Ring, aber ein Top-5-Ergebnis halte ich morgen definitiv nicht für realistisch."

Dennoch ist Grasser positiv gestimmt: "Mich freut es, wie wir alle - also Teams und Hersteller - zusammenarbeiten, und ich sehe gute Schritte."

Bortolotti erlebte nach dem ersten Abbruch eine Schrecksekunde, als ein Sportwart mitten auf der Strecke stand - mit dem Rücken zum Lamborghini. Der Italiener, der zu diesem Zeitpunkt nicht schnell unterwegs war, konnte eine gefährliche Situation vermeiden.

Flammen bei Mainis Ford Mustang

Abt-Markenkollege Marco Mapelli, dem im zweitbesten Lamborghini 0,389 Sekunden auf seinen Landsmann fehlten, verlor im ersten Training (Ergebnis) das Heck und drehte sich. Er schlug aber nirgends an, wodurch das Auto nicht beschädigt wurde.

Arjun Maini

Flammen züngeln im ersten Training aus der Felge von Arjun Mainis Ford Mustang

Foto: ADAC Motorsport

Auch die Flammen bei Arjun Mainis Ford Mustang GT3 Evo sorgten zum Glück für keinen größeren Schaden. Diese züngelten im ersten Freien Training aus der rechten vorderen Felge. Sind die Bremsen am Limit? "Da ist Pick-Up auf der Scheibe abgebrannt", klärt HRT-Teamchef Ulrich Fritz den Zwischenfall auf. "Alles gut."

Dennoch lief der Auftakt für die HRT-Truppe mäßig: Spielberg-Überraschung Finn Wiebelhaus fehlten auf Platz 16 1,105 Sekunden auf die Bestzeit, Arjun Maini belegte mit 1,252 Sekunden Rückstand Rang 20. Am Samstag wird es um 9:35 Uhr mit dem ersten Qualifying ernst (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.).

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