DTM-Veteran Jamie Green vor Comeback? "Kontakt mit anderen Herstellern"

Jamie Green denkt nach seiner Rennsport-Pause im Jahr 2021 nicht über ein Karriereende nach - Der 39-jährige Brite möchte 2022 sein Comeback feiern

DTM-Veteran Jamie Green vor Comeback? "Kontakt mit anderen Herstellern"

DTM-Veteran Jamie Green arbeitet an einer Rennsport-Rückkehr im Jahr 2022. "Ich denke nicht über einen Rücktritt nach, ich möchte meine Karriere noch nicht beenden und habe das auch noch nicht getan", sagt der 39-jährige Brite im Gespräch mit der englischen Ausgabe unseres Schwesterportals 'Motorsport.com'.

Nach der DTM-Saison 2020 lief sein Audi-Werksvertrag aus und wurde nicht verlängert, weshalb er im Jahr 2021 eine Zwangspause einlegen musste. Über ein Karriereende denkt der 39-Jährige aber nicht nach, weshalb er alle Weichen stellt, um kommende Saison wieder voll anzugreifen.

"Meine Leidenschaft für den Motorsport brennt weiterhin. Ich bin fit und wettbewerbsfähig - immerhin bin ich in meinen letzten zwei DTM-Rennen jeweils auf das Podium gefahren", verweist der damalige Rosberg-Pilot auf seine zwei dritten Plätze beim Class-1-Finale der DTM 2020 in Hockenheim hinter den Titelrivalen Rene Rast und Nico Müller.

Green spricht mit verschiedenen Herstellern

Der Brite sucht nun mit verschiedenen Herstellern Gespräche, um sich für ein Projekt zu empfehlen. Sein Lebenslauf kann sich sehen lassen: In 16 DTM-Saisons seit 2005 hat er 17 Rennsiege für Mercedes und Audi geholt. Im Jahr 2015 beendete er die Saison auf einem soliden zweiten Platz. Doch 2016 tauchte Rast beim Rosberg-Team auf, gegen den Green nur selten ein Land sah.

Nach dem Audi-Aus beschränkte sich Greens Rennsport-Engagement im Jahr 2021 auf einen einzigen Einsatz beim Audi-Kundenteam Sainteloc bei den 24h von Spa. Außerdem konzentrierte sich der Formel-3-Europameister des Jahres 2004 auf die Einsätze seiner beiden Söhne im Kartsport. In der Saison 2021 möchte der 39-Jährige wieder selbst regelmäßig ins Steuer greifen.

Jamie Green

Jamie Green kann sich ein GT-, aber auch Hypercar-Projekt vorstellen

Foto: SRO

Wohin es den Routinier ziehen wird, steht noch nicht fest. Im Jahr 2020 hat er gehofft, in das GT-Programm von Audi zu rutschen, was aber aufgrund des "großen GT-Fahrerpools" bei der Marke nicht funktioniert hat. "Ich habe mit anderen Herstellern Kontakt, bin aber noch immer verfügbar", stellt der Rennfahrer klar. "Ich würde gerne ein vernünftiges Programm im GT-Rennsport abspulen."

Hypercar oder LMDh statt GT3?

Der Brite kann sich außerdem ein Engagement im Langstrecken-Sport vorstellen, wenn die LMH- und LMDh-Klassen der Langstrecken-WM (WEC) und der IMSA-SportsCar-Championship zu einer Prototypen-Speerspitze verschmelzen. Da zahlreiche Hersteller in diese neue Kategorie einsteigen werden, gibt es viele Cockpits zu vergeben, weshalb Green eine Chance für sich sieht.

Da die ehemaligen Class-1-Autos der DTM mit LMP2-Prototypen vergleichbar waren, sieht sich Green im Kampf um die LMDh-Cockpits im Vorteil: "Bis 2017 hatten wir viel Abtrieb in der DTM, weshalb ich mich in diesen Autos mit viel Bodenhaftung Zuhause fühle, das würde gut zu mir passen", erklärt Green. "Wenn man weiß, wie man den Abtrieb nutzt, ist man in diesen Autos immer gut. Es wäre für mich einfacher, mich an einen Prototypen anstatt an ein GT-Auto zu gewöhnen."

DTM-Rückkehr unwahrscheinlich

GT-Autos sind schwerer und generieren nicht so viel Abtrieb wie die Prototypen, weshalb Green glaubt, in der neuen Le-Mans-Spitzenklasse gute Leistungen abliefern zu können. Außerdem habe er in Spa im GT3-Boliden gezeigt, dass er sich auf neue Aufgaben gut einstellen kann. "Ich habe mich gegen Fahrer bewehrt, die 25 Wochenenden im Jahr in diesem Auto verbringen. Manche haben das schon seit zehn Jahren gemacht", so Green über sein Gastspiel beim 24h von Spa.

Eine DTM-Rückkehr kann sich Green hingegen nicht vorstellen, weil er in der GT3-DTM mit Privatteams keinen Platz für sich sieht. Die Hersteller unterstützen die Teams zwar, indem sie Werksfahrer in die Serie schicken, doch der Brite sieht es als unwahrscheinlich an, dass er für ein DTM-Programm bei einer Marke unterkommen wird.

Mit Bildmaterial von Audi.

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