"DTM wahnsinnig gutes Paket": Verlässt Grasser-Team das ADAC GT Masters?

Kommt es 2022 zur Lamborghini-Offensive in der DTM? Warum das Grasser-Team laut über einen Einsatz von drei Autos nachdenkt und das Aus im ADAC GT Masters droht

"DTM wahnsinnig gutes Paket": Verlässt Grasser-Team das ADAC GT Masters?

Dieses Jahr gelang es der Dresdner T3-Motorsport-Truppe in letzter Sekunde, doch noch einen Lamborghini Huracan GT3 Evo in die DTM zu bringen. Doch jetzt hat die italienische Audi-Tochter offensichtlich Blut geleckt. Denn während T3 sein Engagement für 2022 mit einem dritten Auto ausbauen will, zeigt auch das österreichische Grasser-Team "großes Interesse an der DTM".

Nach dem gescheiterten Einstieg im Vorjahr fanden erste Gespräche mit den Lamborghini-Entscheidungsträgern bereits am vergangenen Wochenende im Rahmen des GT-World-Challenge-Wochenendes auf dem Nürburgring statt. "Und es schaut gut aus", sagt Teamchef Gottfried Grasser in Hinblick auf Lamborghini-Werksunterstützung. "Nach den ersten Gesprächen spürt man, dass das Interesse da ist."

Doch was ist der Grund für den Sinneswandel bei Lamborghini? "Sie haben bisher sehr viel Wert auf die anderen Serien gelegt", sagt Grasser, der mit seinem Team im ADAC GT Masters, in der GTWCE und in der IMSA-Sportscar-Championship startet. "Die DTM war also nicht Teil ihrer Planungen."

Grasser schwärmt von DTM: "Machen einen Megajob"

In Zukunft sei die DTM "aber sicher interessant, denn die Serie macht einen traumhaften Job, was man allein an den TV-Bildern sieht. Es handelt sich einfach um ein wahnsinnig gutes Paket." Zudem lobt er die "Werbeeffizienz" der Serie, deren Rennen in Italien im Vorfeld der Formel 1 übertragen werden: "Das muss man als GT3-Serie einmal zusammenbringen", sagt er. "Die machen einen Megajob."

Dazu kommt, dass in der DTM-Dachorganisation ITR mit Boss Gerhard Berger, DTM-Manager Frederic Elsner und Technikchef Michael Resl zahlreiche Österreicher das Sagen haben. "Für uns als österreichisches Team würde das also gut passen, aber es ist noch nicht entschieden", sagt Grasser, der die Werksunterstützung und das Budget als Hauptkriterium sieht.

Parallelprogramm mit ADAC GT Masters nicht vorstellbar

Doch was würde ein DTM-Einstieg für die Engagements in den anderen Serien bedeuten? "Wenn wir uns für die DTM entscheiden, dann ist GT-Masters kein Thema mehr", stellt Grasser klar - und deutet damit an, dass der Einsatz in der DTM-Konkurrenzserie Ende 2021 nach elf Jahren enden könnte.

Warum ein Parallel-Engagement nicht vorstellbar ist? "Wir werden nächstes Jahr ein sehr konzentriertes Programm machen", erklärt der Steirer, dessen Team unweit des Red-Bull-Rings ansässig ist. "Wir haben bereits beschlossen, nächstes Jahr nicht mehr an der GT-World-Challenge teilzunehmen, weil der Aufwand für uns bei den Langstreckenrennen zu groß ist. Mit mehr Autos in weniger Serien anzutreten, ist da effizienter."

Sogar vier Grasser-Lamborghinis nicht auszuschließen

Daher würde Grasser bei einem DTM-Einstieg mit drei Autos planen. "Eventuell vier, aber eher drei, denn das ist die magische Zahl, damit es für ein Team gut umsetzbar ist." Das habe damit zu tun, dass man bei einem vierten Auto einen dritten Lkw und einen zweiten Teammanager benötigen würde.

Ob sogar drei Werksfahrer eine Option sind? "Das wird wahrscheinlich nicht möglich sein", antwortet Grasser. "Aber ein, zwei Autos mit einem Mega-Fahrer-Lineup ist schon gut vorstellbar." Das deutet darauf hin, dass Mirko Bortolotti, der aktuell im ADAC GT Masters für das Team antritt und in Assen bei T3 einen Gaststart absolviert, ein heißer Kandidat ist.

Zumal er beim Hersteller bereits angemeldet hat, nächstes Jahr gerne in der DTM fahren zu wollen. Ist der Italiener, der auch einen österreichischen Pass besitzt, ein Thema? "Das entscheiden immer andere", lacht Grasser und verweist auf den Hersteller.

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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