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Nachteil durch Kundenteam WRT? So erklärt BMW Audi-Titel

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Nachteil durch Kundenteam WRT? So erklärt BMW Audi-Titel
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28.08.2019, 13:01

BMW-Leiter Rudolf Dittrich erklärt, dass die Herstellerwertung so klar an Audi ging, weil man nur sechs statt acht Autos am Start hatte: Wir haben nachgerechnet

Zwei Rennwochenenden vor Schluss hat Audi den Herstellertitel bereits sicher: BMW liegt mit 463:858 klar zurück und kann das Duell gegen die Ingolstädter nicht mehr drehen. Doch wie erklärt man sich in München den klaren Audi-Triumph im ersten Jahr des neuen Turbo-Reglements?

"Ein Aspekt ist sicherlich, dass sie zwei Fahrzeuge mehr im Feld haben", stellt BMW-Leiter Rudolf Dittrich im Gespräch mit 'Motorsport.com' klar und spielt damit auf das Audi-Kundenteam WRT an. Da Aston Martin nur vier Autos am Start hat, zählen dieses Jahr allerdings nur die Punkte der besten vier Boliden eines Herstellers im Qualifying- und Rennergebnis für die Wertung.

Das sei aber gar nicht der Punkt. Audi könne "konstant mit ihren Autos in die Punktewertung fahren, denn ein gutes Ergebnis erreichst du stochastisch eher, wenn du acht Fahrzeuge im Feld hast", argumentiert Dittrich. "Das ist sicherlich ein Punkt, der geholfen hat."

851:482 - So sieht Herstellerwertung WRT-bereinigt aus

Eine interessante Aussage, denn WRT kam bisher in keinem einzigen Saisonrennen unter die Audi-Top-4. Dadurch trugen die Belgier nur die sieben Punkte, die Jonathan Aberdein mit vier Top-3-Startplätzen herausfuhr, zur Herstellerwertung bei - von insgesamt 858 Punkten.

Auch das Argument, WRT habe BMW entscheidend Herstellerpunkte gekostet, ist nur bedingt korrekt: Insgesamt waren es bisher 19 Zähler. Im Herstellerduell würde es also WRT-bereinigt 851:482 für Audi stehen. Da machen die 37 Punkte, die bei BMW in Brands Hatch gestrichen wurden, weil man einen Motorenjoker zog, schon einen größeren Unterschied.

Dittrich: Audi konnte sich mit acht Autos besser positionieren

Dieter Gass, Rudolf Dittrich

BMW-Leiter Rudolf Dittrich mit Audi-Sportchef Gass: Hatte Audi einen Vorteil?

Foto: LAT

Doch das ist nicht der einzige Grund, den Dittrich nennt. "Ansonsten haben wir auch gesehen, dass du dich mit acht Fahrzeugen im Qualifying und im Rennen besser positionieren kannst, was am Ende logischerweise auch hilft", sagt er.

Damit spielt Dittrich auf die Teamtaktik der Audi-Piloten bei den vergangenen Rennen an, als man den aussichtsreichsten BMW-Piloten in der Meisterschaft gezielt das Leben schwermachte. "Wenn man sich einfach nur die Zeitabstände zwischen den Autos anschaut, dann sind die gar nicht so groß", meint Dittrich.

"Rodeo-Reiten": Übertriebene Audi-Härte gegen BMW?

"Wenn du aber zwei Zehntel Rückstand hast, dann sind viele Autos dazwischen, und das Feld zieht sich auseinander. Wir wissen, dass Marco Wittmann im Rennen sehr gut mit den Reifen umgehen kann. Und wir wissen, dass er ein absoluter Kämpfer ist - wie Philipp auch. Dann geht es halt vorwärts - wenn man sie lässt."

Robin Frijns, Philipp Eng

Philipp Eng biss sich am Sonntag an Robin Frijns die Zähne aus

Foto: Audi AG

Stattdessen habe Audi aber nach dem Teamplay gegen Wittmann in Assen nun Philipp Eng mit allen Mitteln das Leben schwer gemacht: "Das war ja eher Rodeo-Reiten", sagt Dittrich - und meint damit die harte Gangart von Robin Frijns, mit der auch der Österreicher selbst nicht einverstanden war. "Ich glaube, man hat vor Ort und im Fernsehen sehr schön gesehen, wie da mit ihm umgegangen wurde."

Eine Taktik, die aber Wirkung zeige, da die derzeit von Hankook bewusst weich gewählten Reifen nur eine gewisse Zeitlang einem harten Zweikampf standhalten. Das heiße zwar nicht, dass der Reifen komplett einbricht, "aber dann fehlt halt genau dieser Peak, der einem die Möglichkeit geben könnte, vorbeizukommen. Und wenn man sich bei solchen Aktionen aufreibt, dann geht halt für den Rest des Rennens nicht mehr viel."

BMW-Rückstand "Hundertstel oder wenige Zehntel"

Dass Audi seit Misano im Qualifying und im Rennen einen Vorteil habe, will Dittrich nicht gelten lassen: "Im Renntrimm würde ich das nicht sagen. Wir waren im Rennen ziemlich stark, aber das kommt manchmal nicht so heraus, wenn man immer im Verkehr steckt. Wenn man auf andere aufläuft, dann bauen die Reifen schnell ab, außerdem wissen unsere Gegner, wie sie das spielen und dafür sorgen, dass Marco immer im Verkehr steckt. Und dann kommt sowas dabei heraus."

Mike Rockenfeller

Immer im Verkehr? Wittmann wurde von den Audis das Leben schwer gemacht

Foto: Audi AG

Während Wittmann selbst bereits von einer Audi-Dominanz und einem Rückstand von drei bis fünf Zehntel spricht, relativiert Dittrich: "Dominanz im Ergebnis - ja. Dominanz in der Pace - hoffentlich nicht. Es ist nicht so, dass da Sekunden oder viele Zehntel zwischen uns und Audi sind. Es sind Hundertstel oder wenige Zehntel."

Wittmann habe vermutlich gemeint, dass es für die Zuschauer "nicht spannend" sei, "öfter solche Block-Ergebnisse zu sehen", ergänzt er. Das sehe er auch so.

BMW: Hatten 2019 nur ein schwaches Qualifying

Welche Ursachen es dafür gibt, dass Audi derzeit im Qualifying die Nase vorne hat? "Die Ursachen dafür sind sehr unterschiedlich", antwortet er. "Es kann sein, dass man Verkehr hat, dass das Timing auf der Runde nicht gepasst hat, dass der Fahrer die Reifen nicht auf den Punkt genau hinbekommen hat. Dann sind ein, zwei Zehntel schnell beieinander."

Audi

Am Sonntag in Brands Hatch hatte Audi beim Start alle acht Autos an der Spitze

Foto: Audi

Eine mangelnde Konstanz im Vergleich zu Audi sieht er aber nicht. "Ich kann mich an genau ein Qualifying erinnern, bei dem es nicht gepasst hat", spielt er auf den Sonntag in Brands Hatch an, als Audi die ersten acht Plätze belegte. "Sonst kann man das nicht sagen. Man kann nicht sagen, dass da ein großer Spread zwischen den BMW wäre. Aber wenn es so eng ist, dann können ein, zwei Zehntel in der Startposition einiges ausmachen."

Kann es sein, dass die BMW-Piloten im Vergleich zur Audi-Truppe größere Schwierigkeiten haben, den M4 ins richtige Set-up-Fenster zu bringen, in dem das Auto optimal funktioniert?

"Das Set-up gibt es nicht", verneint Dittrich. "Man hat auf jeder Strecke ein individuelles Set-up. Das entwickelt natürlich der Fahrer mit dem Team weiter."

Zu kleines Set-up-Fenster? BMW widerspricht

Er wüsste daher nicht, "dass man da jetzt spezifisch sagen kann, wir treffen ein Set-up-Fenster nicht. Das wäre mir nicht bekannt, aber wenn es um wenige Hunderstsel oder Zehntel geht, dann machen Kleinigkeiten den Unterschied. Und dann mag das vielleicht so aussehen von außen, aber das würde ich so nicht sehen."

Die Schwäche auf dem Lausitzring, wo man keinen Podestplatz holte und am Sonntag über die Plätze sechs und zehn nicht hinauskam, sieht Dittrich als Momentaufnahme. "Wir haben die Saison sehr stark angefangen. Misano war sicherlich ein Ausreißer. Danach war es eigentlich wieder okay. Aber in den letzten zwei Events scheinen sich die ein, zwei Zehntel wieder gefestigt zu haben."

Es sei nicht ausgeschlossen, dass man diesen Rückstand schon auf dem Nürburgring wettgemacht habe - "durch Strecken-Charakteristik, durch Set-up und so weiter. Das ist natürlich unser Ziel. Daran arbeiten wir."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie DTM
Urheber Sven Haidinger