Eiszeit zwischen Preining und Engel: Wieso seit vier Jahren Funkstille herrscht
Vom Werksfahrer-Vorbild zu Maro (B)Engel? Wieso Thomas Preining und sein Rivale seit vier Jahren nicht miteinander sprechen und was dem "Grello"-Piloten aufstößt
Früher war Maro Engel für Preining ein Vorbild, seit vier Jahren herrscht Eiszeit
Foto: Gruppe C Photography
Was läuft da zwischen Thomas Preining und Maro Engel? Laut dem österreichischen "Grello"-Porsche-Piloten herrscht zwischen ihm und seinem Mercedes-AMG-Rivalen seit einigen Jahren Eiszeit. "Offenbar bist du sehr gut mit Maro Bengel befreundet", neckt ihn Dries Vanthoor im Podcast Over the Limit, den dieser mit seinem Rennfahrer-Bruder Laurens betreibt.
"Du sollst noch enger mit ihm sein", grinst daraufhin Preining, bevor er über Engel Klartext spricht. "Ich bin offenbar nicht der Einzige, der ein schwieriges Verhältnis zu ihm hat. Ich kenne ihn tatsächlich schon seit langer Zeit, was ziemlich lustig ist. Als ich Porsche-Junior war, hatten wir denselben Sponsor. Deshalb haben wir uns ein paar Mal getroffen."
Dabei handelte es sich um den Energydrink-Hersteller Silberpfeil, der 2017 Engels Class-1-Mercedes in der DTM sponserte - und dessen Geschäftsführer Robert Stasny damals auch Manager des Porsche-Youngsters Preining war.
Warum Engel zunächst ein Vorbild für Preining war
Zu dieser Zeit sei die Beziehung zu Engel noch "gut" gewesen, sagt Preining. "Damals habe ich zu ihm aufgeschaut. Er war natürlich ein Profi. Und auch die Art und Weise, wie er mit Sponsoren umgeht und sich für AMG präsentiert, ist auf einem sehr hohen, professionellen Niveau."

Gleicher Sponsor wie Preining: Engels DTM-Mercedes in der Saison 2017
Foto: LAT
Doch dann fuhr man 2021 im ADAC GT Masters gegeneinander: Preining absolvierte mit Porsche-Kollege Christian Engelhart für das Team von Timo Bernhard seine zweite volle Saison in der Serie, Engel kämpfte mit Luca Stolz im Toksport-WRT-Mercedes um den Titel.
Crash mit Folgen: "Seit vier Jahren nicht mit ihm gesprochen"
"In einem Rennen fuhr er beim Start im Grunde durch mich hindurch - und ich habe gar nichts gesagt, weil mein Auto komplett kaputt war und er weiterfuhr. Wir haben also nicht gesprochen", erklärt Preining die Umstände. "Und nach dem Rennen ging er zum TV und meinte, dass es mein Fehler war. Und alle Kommentatoren drehten deswegen durch."
Vermutlich meint Preining die Kollision beim Saisonfinale auf dem Nürburgring, bei der Engel Preining ins Heck fuhr, wodurch dieser in den WRT-Audi von Dries Vanthoor donnerte. Engel wurde für die Aktion eine Durchfahrtstrafe aufgebrummt, die ihn und Stolz den Titel kostete.
Preining über Engel: "Fährt mir jedes Mal rein"
Seitdem herrscht laut Preining verbale Funkstille, während man sich auf der Strecke oft zu nahe komme. "Ich habe seitdem nicht mehr mit ihm gesprochen - und das ist ungefähr vier Jahre her", sagt Preining. "Und jedes Mal, wenn wir uns an der Strecke sehen, habe ich das Gefühl, dass er die Sache nicht überwunden hat, da er mir jedes Mal reinfährt."
Das sei speziell in der DTM der Fall. Er sei zwar selbst ein klarer Fürsprecher für hartes Racing, "aber wenn wir auf der Geraden nebeneinander liegen, dann hat er wirklich Schwierigkeiten, das Lenkrad gerade zu halten", wirft Preining Engel vor.
Engel reagiert auf Preining: "Aussagen überraschen mich nicht"
Aber was sagt Engel zu den Vorwürfen seines Porsche-Kontrahenten? "Ja es stimmt, ich habe versucht, Thomas Preining etwas zu helfen am Anfang seiner Karriere", erinnert sich der Mercedes-AMG-Werksfahrer bei Motorsport-Total.com an die Zeit, als die beiden den gleichen Sponsor hatten. "Seine Aussagen überraschen mich aber nicht."
Warum ihn die Aussagen nicht überraschen, möchte Engel nicht näher kommentieren. Für Preining macht die aktuelle Missstimmung laut eigenen Angaben jedenfalls keinen Unterschied.
"Es gibt immer Leute, die man mag, und andere, die man nicht mag, speziell im Rennsport", sagt er. Gegen manche sei das Fahren einfacher, während andere "gewisse Dinge probieren. Am Ende muss man sie aber alle schlagen."
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.