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Ekström verteidigt Ex-Teamkollegen: "Müller hat Rast die Stirn geboten"

Mattias Ekström lobt die Leistung von Nico Müller in der DTM-Saison 2020 - Der Schweizer landete hinter Meister Rene Rast auf Platz zwei der Gesamtwertung

Ekström verteidigt Ex-Teamkollegen: "Müller hat Rast die Stirn geboten"

"Nico ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen", sagt Mattias Ekström gegenüber 'Motorsport.com' über Nico Müller, der Rene Rast in der DTM-Saison 2020 im Titelkampf auf Trapp gehalten hat. Jedoch musste sich der Schweizer letztlich mit Platz zwei in der Gesamtwertung zufriedengeben, auch weil Rast zum Saisonende hin mit fünf Siegen aus sechs Rennen ein echtes Feuerwerk abbrannte.

Ekström, der Müller in den Jahren 2016 und 2017 als Teamkollege bei Abt geschlagen hat, ist von der Entwicklung des 28-Jährigen begeistert: "Als wir Teamkollegen waren, war er in der Anfangsphase seiner Entwicklung. Er hat sich von einem Mittelfeld-Fahrer zum Toppiloten gemausert. Die größten Schritte hat er in den vergangenen zwei Jahren gemacht und er ist jetzt ein Weltklasse-Fahrer."

Obwohl Müller in den Jahren 2019 und 2020 zweimal im Titelkampf gegen Rast den kürzeren gezogen hat, stellt Ekström klar, dass der Schweizer nicht an seine Fähigkeiten zweifeln dürfe. "Er hat, was es braucht, um in Zukunft in jeder Kategorie zum Titelkandidaten zu werden", so der Ritterschlag des DTM-Altmeisters aus Schweden.

Außerdem sieht Ekström in Müller eine Führungsperson, der ein Team voranbringen kann, statt nur die zweite Geige zu spielen. "Ich habe die Rennen von außen verfolgt und habe einen cleveren Fahrer gesehen, der das Risikomanagement sehr gut drauf hat. Es gibt Leute, die kritisieren, dass er nicht aggressiv genug ist, aber zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass er es immer mit Rene aufgenommen hat, wenn es zum Duell kam."

Berger: Das war der "wahre Nico"

Einer der Kritiker war ITR-Chef Gerhard Berger, der Müller früher zu wenig Aggressivität attestiert hat. Doch hat der DTM-Strippenzieher seine Meinung nach der Saison 2020 geändert? "Ich glaube, wir haben gestern den richtigen Müller gesehen", sagt Berger nach dem DTM-Finale in Hockenheim. Ich finde, er da hat er genau das richtige Maß an Aggressivität gezeigt, was er brauchte. Es war fair und korrekt, aber es war hart."

"Von Außen fallen einem natürlich immer einige Sachen auf", so Berger weiter. "Das hat aber auch mit Erfahrung zu tun. Ich bin mir sicher, dass niemand die seine Saison kritischer analysieren wird als Nico selbst, um zu erkennen, was er hätte anders machen können. Aber mit Rene hatte er einfach auch einen sehr starken Konkurrenten, der kaum Fehler gemacht hat. Nico hat fantastische Arbeit geleistet."

Müller hat das Potenzial zum Champion

Für Berger hat Müller das Potenzial eines Tages DTM-Champion zu werden, auch in der neuen GT3-DTM, die als Nachfolger der Class-1-Ära feststeht. Dabei ist aber noch nicht klar, ob Müller überhaupt weiterhin in der DTM starten wird. Immerhin: Sein Audi-Team Abt hat bereits zwei Fahrzeuge in der GT3-DTM bestätigt - der Fahrerkader ist aber noch unbekannt.

Berger hofft, dass Fahrer wie Müller und auch Champion Rast der DTM treu bleiben: "Genau so etwas brauchen wir in der DTM. Solche Fahrer brauchen wir. Und ich hoffe, sie bleiben uns erhalten. So sehr ich auch Müller die Daumen gedrückt habe, weil er jung ist, auf einem sehr ähnlichem Level ist - aber in manchen Detail hat Rene es an sich gerissen. Es ist schade, das es Müller in diesem Jahr wieder verpasst hat."

Mit Bildmaterial von ITR.

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