Ekström-Abschied: "Ein großer Mann verlässt die DTM-Bühne"

Auf den Abschied von Audi-Pilot Mattias Ekström aus der DTM reagieren Kollegen wie auch Konkurrent mit Bedauern

Sein Auto hat keiner gerne im Rückspiegel gesehen, so manch einer musste sich einen Spruch von ihm anhören und nicht immer wurde im DTM-Fahrerlager nur positiv über ihn gesprochen. Aber dass Mattias Ekström nun nach 17 Jahren die DTM-Bühne verlässt, bewegt Kollegen und Rivalen zugleich. "Mit Mattias verliert die DTM nicht nur eines ihrer prägendsten Gesichter, sondern auch einen der besten DTM-Fahrer aller Zeiten", heißt es zum Beispiel von Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz.

"Er war immer ein harter Fahrer gegen den wir in all den Jahren sehr gerne angetreten sind. Auch abseits der Strecke war Mattias eine absolute Bereicherung für die Serie. Schade, dass wir in unserer Abschiedssaison nicht noch einmal gegen Mattias fahren können. Unsere Duelle waren immer etwas Besonderes. Danke Mattias für die tolle Zeit und alles Gute für deine Zukunft. Du wirst der DTM fehlen."

 

Als zweimaliger DTM-Champion stand Ekström 2017 noch einmal mit im Titelkampf, galt lange als Favorit und stand auch oft in der Kritik. Vor allem die vermeintliche "Zusammenarbeit" mit Teamkollege Nico Müller trieb so manchen Konkurrenten auf die Palme. Müller schreibt in den sozialen Medien:

"Nicht nur ein großer Name, sondern auch ein großer Mann verlässt die DTM-Bühne. Auf Wiedersehen, Mattias Ekström und trete den Jungs in der Rallycross-WM in den Hintern. Danke für die lustigen Zeiten und bis bald!"

 

Versöhnlich zeigt sich derweil unter anderen BMW-Rivale Marco Wittmann. "Für die gesamte DTM ist das sehr schade", wird er von 'Speedweek' zitiert. "Sowohl auf als auch abseits der Rennstrecke war Mattias ein besonderer Charakter, der die DTM über all die Jahre geprägt hat. Ich persönlich hatte mit ihm immer sehr harte und meist auch faire Duelle. Ich wünsche ihm natürlich für die Zukunft alles Gute. Sowohl in der Rallycross-WM als auch privat. Und ich hoffe, dass er uns in der DTM das eine oder andere Mal besuchen kommt."

Timo Glock findet, "seine Entscheidung muss man akzeptieren. Das Doppelprogramm war sicherlich immer sehr herausfordernd." Und Audi-Kollege Mike Rockenfeller sagt. "Danke für die ganzen großartigen Jahre in der DTM!"

 

Mercedes-Kumpel Gary Paffett verrät derweil: "Ich bin nicht wahnsinnig überrascht. Ich habe mit Eki über den Winter ein paar Mal gesprochen und da hatte er schon Zweifel, ob er mit der DTM weitermachen soll. Daher war ich darauf vorbereitet. Ohne ihn wird die DTM eine andere sein."

Paffett fällt der Abschied außerdem besonders schwer: "Seit ich DTM fahre, war Eki da und er war immer der Eine, den man auf der Rechnung haben musste. Auch in Jahren, in denen es nicht so gut gelaufen ist, kam er immer wieder zurück. Er ist ein unglaublich talentierter Fahrer. Wir waren immer harte Rivalen, haben aber gleichzeitig einen riesen Respekt voreinander. Wenn wir uns auf der Strecke gesehen haben, wussten wir was wir zu erwarten haben. Neben der Strecke wurde er über die letzten Jahre ein guter Freund und einer der wenigen Personen die nicht bei Mercedes sind, mit denen ich mich auch außerhalb der Saison viel unterhalte. Wir werden Eki sicher vermissen."

 

Im Mercedes-Lager scheint man den Abgang generell nicht ohne Weiteres wegzustecken. "Er ist einfach eine riesen Legende", räumt Lucas Auer ein. "Ich habe einen wahnsinnigen Respekt vor dem Kerl. Nicht nur als Rennfahrer, sondern auch als Geschäftsmann. Wie er Sachen angeht, wie er sich äußert - ich bin eigentlich ein riesen Fan von Eki und wünsche ihm alles Gute für die Zukunft. Und ich sage es nochmal: What a Legend!"

"Vielen Dank an Mattias für die spannenden, harten aber immer fairen Duelle in den letzten Jahren", lässt sich auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff die Worte des Abschieds nicht nehmen. "Es ist immer ein trauriger und spezieller Moment, wenn ein Fahrer die DTM verlässt. Umso mehr noch, wenn dieser Fahrer die Serie über eine so lange Zeit mit geprägt hat. Es gibt nur wenige Fahrer, deren Namen so eng mit der DTM verbunden sind und die als Ikonen der DTM in Erinnerung bleiben werden. Eki ist einer davon."

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