Ekström & Audi: Es war eine gemeinsame Entscheidung

Gemeinsam mit Audi-Sportchef Dieter Gass räumt Mattias Ekström mit den Spekulationen über seinen DTM-Rücktritt auf - Warum Audi ihn lieber im Rallycross halten wollte

Wenn ein Fahrer vor Ende seines Vertrages seinen Rücktritt vermeldet, dann muss dahinter doch mindestens ein Zerwürfnis stecken. Nicht so bei Mattias Ekström und Audi. Nachdem sich der Schwede dazu entschieden hat, sich aus der DTM zurückzuziehen und zukünftig auf die Rallycross-WM zu konzentrieren, räumt er mit den Spekulationen zu den Hintergründen seines Rücktritts auf. Auch auf Audi-Seite gibt es schlüssige Argumente.

"Einige haben sich gefragt, ob es Audis Entscheidung, oder meine eigene war", so Ekström gegenüber Motorsport.com'. "Ich kann sagen: Wir haben das gemeinsam gemacht. Ich habe meine Gedanken sehr offen mit Dieter (Gass, Audi-Sportchef; Anm. d. Red.) geteilt. Und ich denke, dass das in den letzten zweieinhalb Monaten auch meine Beziehung zu ihm gestärkt hat."

Ekström und Audi verbindet eine treue Partnerschaft, die in der DTM über 17 Jahre hielt und in der WRX weitergeführt wird. "Ich habe immer gesagt, dass wir mit ihm einen Vertrag für 2018 und ich hoffe, dass er ihn erfüllt", räumt Gass ein.

"Aber es war mir auch klar, dass ich keinen Fahrer dazu zwingen will, an einem Programm teilzunehmen, auf das er keine Lust hat. Emotionen und Hingabe gehören zu den wichtigsten Eigenschaften eines Rennfahrers. Wenn es einem Fahrer daran mangelt, schaut man sich besser nach einem anderen zu - auch wenn dieser vielleicht nicht ganz auf dem gleichen Level ist. Wir kennen auch Mattias sehr gut - er macht keine halben Sachen. Deshalb war irgendwann klar, was zu tun ist."

 

Eine Zeitlang ließ er sein Team aber doch zappelt, wie Ekström zugibt: "Ich hatte lange Jahre Freude an der DTM. Und nach Hockenheim wollte ich auch wieder zurück. Dann habe ich aber angefangen, mir zu überlegen, ob ich das wirklich machen soll. Ich kann sagen, dass ich jede Kleinigkeit in die Waagschale geworfen habe. Am Ende muss ich sagen, dass ich zufrieden mit meiner Entscheidung bin."

"Es war ein langer Entscheidungsprozess", erinnert sich Gass. "Ich hätte die Entscheidung natürlich schon gerne im Oktober gehabt. So haben wir erst einmal mit Mattias geplant. Es gab ein paar Stimmen, die behauptet haben, er würde bleiben. Aber er persönlich hat nie diese Bestätigung gegeben. Wir haben die Diskussion am Laufen gehalten."

"Ein entscheidender Moment war vor genau einem Monat. Ich bin zu Mattias gefahren und wir haben den Tag damit verbracht, sehr offen alle Möglichkeiten durchzusprechen. Ich denke, das war auch in seinen Abwägungen ein entscheidender Moment. Kurz danach hat er seine Entscheidung mitgeteilt."

Mit Robin Frijns als Nachfolger ist Audi in der DTM einen Kompromiss eingegangen, der ihnen in ihren Rallycross-Bestrebungen zugutekommt. "In den vergangenen Jahren hat sich herausgestellt, dass sich unser Rallycross-Programm im Grunde um Mattias dreht", so Gass.

"Das Team arbeitet sehr gut, wenn er da ist und hat seine Probleme ohne ihn. In der DTM haben wir ein sehr starkes Team - mit sechs Fahrern und nicht nur zweien. Wir haben vor allen im vergangenen Jahr gesehen, dass wir da nicht nur auf Mattias setzen müssen. Deshalb war es am Ende ein wenig einfacher für uns, Ersatz für ihn in der DTM zu finden, als es in Rallycross der Fall gewesen wäre."

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