Entwarnung bei DTM-Motoren - Radlager weiter im Visier der Regelhüter
Wieso die Untersuchung der DTM-Motoren nach dem Nürburgring auf Regelverstöße so lange dauerte und warum die Radlager weiter im Visier der Regelhüter stehen
Beim "Grello" wurde am Nürburgring unter Aufsicht der Motor ausgebaut
Foto: Sven Sven
Entwarnung für die Teams Schubert, Winward und Manthey: Bei der routinemäßigen Nachuntersuchung der Motoren des BMW von Marco Wittmann, des Mercedes-AMG von Maro Engel und des Porsche von Thomas Preining wurden keinerlei Unregelmäßigkeiten entdeckt. Das hat der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB), der die Einhaltung des Reglements in der DTM sicherstellt, offiziell bestätigt.
Dadurch ist das Ergebnis des Sonntagsrennens auf dem Nürburgring, das vor dreieinhalb Wochen stattfand, nun auch offiziell. Nach dem Parc Ferme waren die Triebwerke der Top 3 noch an der Strecke unter Aufsicht ausgebaut, verplombt und in verplombte Kisten gepackt worden.
Denn die Untersuchung, bei der das Triebwerk komplett zerlegt werden muss und die Teile mit den Originalbauteilen aus der Homologation verglichen werden, kann nicht an der Rennstrecke durchgeführt werden. Sie findet in der Regel beim Hersteller im Beisein eines technischen Kommissars statt.
Warum die Motorenuntersuchung so lange dauerte
Der BMW-Motor wurde daher in München bei BMW M Motorsport, der Mercedes-AMG-Motor bei der neuen Affalterbach Racing GmbH in Untertürkheim und das Porsche-Triebwerk in Weissach bei Porsche Motorsport zerlegt. Die Tatsache, dass es dreieinhalb Wochen dauerte, bis das Ergebnis bestätigt wurde, ist laut den Verantwortlichen kein Hinweis darauf, dass es wegen Verdachtsmomenten zu Verzögerungen gekommen sei.
Die Untersuchung ist nicht nur komplex und langwierig, sondern fiel auch mitten in die Urlaubszeit.
Grundsätzlich handelte es sich um einen routinemäßigen Vorgang - der auch nicht zum ersten Mal stattfand: Denn bereits 2023 wurden nach dem vorletzten Wochenende die Motoren der Top 3 eingesammelt und überprüft. Auffällig ist aber, dass diese Saison intensiver überprüft wird als in der Vergangenheit.
Radlager weiter im Visier der Regelhüter
Und das blieb nicht ohne Folgen: Nach dem Sachsenring-Wochenende wurde der Grasser-Lamborghini von Sieger Mirko Bortolotti wegen Unregelmäßigkeiten am Radlager disqualifiziert. Die Berufungsverhandlung findet am 25. September statt, denn die österreichische Truppe fechtet das Urteil an.
Die Teams dürfen sich nach der Disqualifikation nicht in Sicherheit wähnen, denn gerade jetzt, wo es im Titelkampf ans Eingemachte geht, wäre es keine Überraschung, wenn Teams in Graubereichen operieren.
Teams nach DMSB-Rundschreiben gewarnt
Der DMSB hat die Teams vor dem Sachsenring-Wochenende per Rundschreiben informiert, sie mögen die Werkzeuge für den Ausbau und die Untersuchung der Radlager bei den verbleibenden DTM-Wochenenden mitbringen.
Dabei handelt es sich vor allem um eine spezielle Presse, ohne die der Vorgang vor Ort nicht durchführbar ist. So wollen die Regelhüter verhindern, dass die Radlager - wie nach dem Oschersleben-Rennen - eingesammelt werden müssen und an einem anderen Ort untersucht werden.
Mit dem entsprechenden Werkzeug ist dieser Vorgang auch kurzfristig in der Box durchführbar. Zudem wurden die Teams darauf hingewiesen, Ersatzteile mitzunehmen. Denn ein Radlager ist nach einer Untersuchung unbrauchbar und muss ausgetauscht werden.
Nach Grasser droht auch Winward Disqualifikation
Die Radlager sind aktuell besonders im Blickpunkt, denn nicht nur beim Grasser-Team wurde diesbezüglich ein Regelverstoß geahndet, sondern auch beim Winward-Team. Allerdings nicht in der DTM, sondern in der Sprintserie der GT-World-Challenge Europe in Misano. Sie wird von der SRO veranstaltet, die in der DTM für die Balance of Performance zuständig ist.
Das Mercedes-AMG-Team, das mit Engel und Jules Gounon in der DTM an den Start geht, ging ebenfalls in die Berufung, weshalb der Fall noch nicht endgültig geklärt ist. Durch die Bearbeitung eines Radlagers kann der Widerstand verringert werden, wodurch sich das Rad leichter dreht. Das wirkt sich positiv auf die Geschwindigkeit aus.
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