Erfolgreiches Heimspiel: Mortara jetzt Titelkandidat?

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Erfolgreiches Heimspiel: Mortara jetzt Titelkandidat?
Autor: Rebecca Friese
Co-Autor: Julia Spacek
02.09.2018, 09:03

Mercedes-Pilot Edoardo Mortara gelangen in Misano zwei Podiumsplätze, womit er auf seine Markenkollegen in der Gesamtwertung aufschließt - Er habe aber auch einen Sieg verdient

Nicht nur BMW-Gaststarter Alex Zanardi feierte beim siebten Saisonlauf der DTM 2018 ein Heimspiel in Misano. Mercedes-Pilot Edoardo Mortara war es ebenfalls sehr wichtig gewesen, "Zuhause" gut abzuschneiden. Das ist ihm auch gelungen - sehr zu seinem Bedauern aber nicht bis zur Perfektion. Dafür hat er sich aber mit dem dritten Platz am Samstag und dem zweiten im Sonntagsrennen auch in der Gesamtwertung gut positionieren können. Seinen Markenkollegen Paul di Resta und Gary Paffett ist er jetzt auf den Fersen.

"Vor dem Rennwochenende in Zandvoort lag ich in der Gesamtwertung nur wenige Punkte hinter Gary und war der beste Qualifier", betont er. "Aber dann hatten wir ziemlich viel Pech und nur wenige Dinge liefen so, wie wir sie uns vorgestellt hatten. Normalerweise hätten wir viel mehr Punkte holen sollen. Man darf aber niemals aufgeben und solange ich eine Chance habe, werde ich Vollgas geben. Abgerechnet wird am Ende des Jahres."

Beim Nachtspektakel in Misano war mit dem in der Schweiz geborenen Mortara, der wegen seiner Eltern auch die italienische und sogar französische Staatbürgerschaft besitzt, jedenfalls zu rechnen. Bei dem Chaos, dass durch die Dunkelheit gepaart mit durchwachsenen Wetterbedingung entstand, gehörte er noch zu den Wenigen, die eine konstante Leistung hinlegen konnte. Aus zwei zweiten Startplätzen wurden zwei Podiumsplatzierungen.

"Wenn man zweimal auf dem Podium landet, liebt man dieses Event", freut er sich auch darüber. "Mir hat es sehr gefallen. Hier haben aber wahrscheinlich die schlimmsten Bedingungen in meiner Karriere vorgeherrscht. Wir hatten Regen und das in der Nacht. Am Samstag konnte ich gar nichts sehen. Es waren schwierige Rennen."

Bereits die Qualifyings fanden beide unter nassen Bedingungen statt. Am Samstag war es im Rennen zwar trocken geblieben. In der Nacht trocknete die Strecke aber deutlich langsamer als gewohnt ab. Es kam zum ersten Chaos. Dabei kollidierte Mortara im Positionskampf sogar mit Paffett, der daraufhin ausschied. Ohne selbst schuld zu sein, bedauert Mortara den Vorfall sehr. Samstags-Sieger di Resta wollte er daher nicht mehr mit allen Mitteln angreifen.

"Das war ein sehr langes Rennen und es ist viel passiert", sagt er. "Nach einem gutem Qualifying hatte ich im Rennen doch einige Probleme. Manche davon waren gar noch offensichtlich. Die Kollision mit Gary hat es auch nicht einfacher gemacht. Ich habe mich im Auto gefühlt, ich hatte eine gute Pace und es lief ganz gut. Aber nach dem kontakt hat ein ganzes Stück vom Auto gefehlt und die Aerodynamik ist an diesen Autos ja sehr wichtig. Ideal war es nicht. Aber das Auto war noch in der Lage, locker mit Paul mitzuhalten. Nach dem Kontakt mit Gary wollte ich da aber nichts Unvernünftiges mehr probieren."

Am Sonntag stieg das Chaos-Level sogar noch ein wenig. Ein kurzer Regenschauer vor dem Rennen veranlasste die meisten, auf Regenreifen zu starten und früh wieder auf Slicks zu wechseln. Mortara hatte Glück: er gehörte zu den lediglich fünf Fahrern, die die Bedingungen abgewarteten. Er kam sogar als Letzter an die Box und versuchte an der Spitze, den nötigen Abstand herauszufahren. An BMW-Rookie Joel Eriksson scheitere denkbar knapp.

"Ich hatte das Gefühl, dass ich alles richtig gemacht habe", betont er daher etwas geknickt. "Mehr ging nicht: Ich hatte ein gutes Qualifying, ich hatte einen guten Start, ich hatte einen guten Rhythmus als ich das Rennen angeführt habe und habe keine Fehler gemacht. Da Rennen habe ich verloren, weil das Safety-Car zum falschen Moment rausgekommen ist. Da hatten wir etwas Pech. Ich wusste, dass ich auf Eriksson ankämpfen musste, der schon er Box gewesen war. Und am Ende haben mir 1,8 Sekunden gefehlt. Ich glaube, ich hätte den Sieg auch verdient."

Nach sieben Rennwochenenden hat Mortara nun aber schon 138 Punkte gesammelt. Zum Vergleich: 2017 waren es zu dem Zeitpunkt nur 47 - und die aktuelle Saison hat sogar einen Lauf mehr! Mortara weiß, dass er sich nach dem Wechsel von Audi, wo er 2016 noch knapp am Titel scheiterte, bei Mercedes zunächst schwergetan hat. Nun sei aber sichtbar, wie gut er sich bei den Stuttgartern eingelebt hat.

"Es macht mich ein wenig entspannter", erklärt er. "Ich fahre jetzt wieder mehr an der Spitze und hatte nur diese beiden schlechten Wochenenden in Zandvoort und Brands Hatch. Dafür gibt es aber Gründe. In Brands Hatch habe ich auch selbst Fehler begangen. Aber es ist schon eine völlig andere Saison für mich als im vergangenen Jahr."

Das ausgerechnet der Nuller von Paffett dazu geführt hat, dass ihm nur noch 48 Punkte zur Tabellenspitze und 39 auf Paffett selbst fehlen, nagt aber noch an ihm: "Das war scheiße, ich kann es nicht anders ausdrücken. Ich habe mich echt mies gefühlt, dass er deswegen ausgeschieden ist. Das war das Letzte, was ich wollte. Denn ich mag ihn sehr."

Dennoch stimmt ihn seine derzeitiges Performance-Hoch positiv für den Saison-Endspurt: "In der DTM geht alles sehr schnell. Mit nur einem guten Wochenende ist man schon wieder dabei. Wegen einiger technischer Probleme, war ich nicht der glücklichste Fahrer im Feld. Ich habe nicht die Punkte geholt, die ich mir gewünscht habe. Aber ich gebe niemals auf. Es kommen jetzt drei Strecken, die ich sehr mag. Ich konnte da schon gewinnen. Ich hoffe, das klappt auch im Mercedes."

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