Erneuter Rennleiter-Wechsel in der DTM: Formel-E-Mann Elkins ersetzt Wittich

Die DTM wechselt erneut den Rennleiter und setzt ab 2022 auf Formel-E-Mann Scot Elkins: Wie dieser seinen Stil beschreibt und was bei Überschneidungen passiert

Erneuter Rennleiter-Wechsel in der DTM: Formel-E-Mann Elkins ersetzt Wittich

Die DTM erhält nächste Saison schon wieder einen neuen Rennleiter: Wie die DTM-Dachorganisation ITR in einer Pressemitteilung bekanntgegeben hat, wird der US-Amerikaner Scot Elkins 2022 als Nachfolger von Niels Wittich in der DTM und auch in der Rahmenserie DTM-Trophy dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden.

Der 51-Jährige, der unweit der legendären Rennstrecke in Indianapolis aufgewachsen ist, gilt als sehr erfahrener Mann und ist seit 2018 auch als Rennleiter in der Formel E aktiv. Diese Funktion wird er auch weiterhin innehaben.

Die Elektrorennserie war aber bisher nicht sein einziges Aufgabengebiet: In den vergangenen Jahren fungierte er auch regelmäßig als stellvertretender Rennleiter in der Formel 1, der Formel 2 und der Formel 3. Für diese Aufgabe war er noch vom legendären Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting auserkoren worden, der 2019 verstarb.

Wie Scott Elkins seinen Stil beschreibt

Elkins führt in der DTM eine 15-köpfige Delegation des Automobilclubs von Deutschland (AvD) an, der auch im kommenden Jahr sportlicher Ausrichter der DTM und ihrer Rahmenserien ist. Man darf gespannt sein, wie die Personalie in Zukunft die DTM-Rennen prägen wird. Elkins gilt als Rennleiter amerikanischen Stils, der in der Formel E nicht durch übertriebene Bestrafungen aufgefallen ist.

Wie er seine Herangehensweise selbst einschätzt? "Ich denke, ich bringe einen etwas anderen Ansatz durch meine Erfahrungen aus den USA mit, hoffe aber, dass sich dadurch nur wenig ändert und die Entscheidungen fair und konsistent bleiben", so Elkins.

"Für mich geht es im Rennsport vor allem um Menschen, deshalb freue ich mich darauf, im DTM-Umfeld neue Kollegen, Fahrer und Teams kennenzulernen."

Vorgänger Wittich bei Saisonfinale in der Kritik

Vorgänger Wittich war beim DTM-Titelfinale auf dem Norisring in die Kritik gekommen, als AF-Corse-Ferrari-Pilot Liam Lawson am Samstag ungeschoren davon kam, obwohl er Winward-Mercedes-Pilot Philip Ellis umgedreht hatte.

Und am Sonntag erhielt Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde nur eine Fünf-Sekunden-Strafe, obwohl er DTM-Leader Lawson nach dem Start in der ersten Kurve abgeschossen hatte und um den Titel brachte.

Wittich war bis Ende 2020 unter anderem als Rennleiter im ADAC GT Masters aktiv gewesen und hatte dann mit Sven Stoppe, der bis 2020 DTM-Rennleiter war, den Posten getauscht. Das war darauf zurückzuführen, dass Stoppe nach dem Aus der DTM als Herstellerserie und der unsicheren Zukunft Klarheit benötigte und sich somit auf die ADAC-Rennserie festlegte. So kam Wittich zur DTM.

Was passiert bei Formel-E-Überschneidungen?

Wie Wittich, der neben seiner DTM-Rolle dieses Jahr in der Formel E als stellvertretender Rennleiter aktiv war, wird auch Elkins 2022 nicht bei allen DTM-Wochenenden vor Ort sein. Bei Kalender-Überschneidungen mit der Formel E wird wie im Vorjahr Oliver Grodowski bereitstehen, was nach aktuellem Stand bei den Rennen in Portimao sowie am Norisring nötig sein wird. Als Stellvertreter steht ihnen sowohl in der DTM als auch in der DTM-Trophy Christian Vormann zur Seite.

Obwohl das neue Jahr noch nicht einmal angebrochen ist und der Saisonauftakt erst Ende April in Portimao steigt, war Elkins vergangene Woche bereits in den Reglement-Workshop der ITR eingebunden, bei dem das aktuelle Regelwerk auf Grauzonen überprüft wurde.

"Man spürt, dass Scot Elkins für die DTM-Plattform regelrecht brennt", freut sich DTM-Manager Frederic Elsner über den Neuzugang. "Sein Support ist schon jetzt bemerkenswert. Aufgrund des Zeitunterschieds fand unser Reglement-Workshop für ihn mitten in der Nacht statt, und trotzdem war er hellwach und mit vollem Elan beim Thema und beim Team."

DTM-Manager lobt Elkins: "Mitten in der Nacht hellwach"

Elkins strahle "eine unglaubliche Präsenz aus und zeigt enorm großes Engagement bereits bei der Vorbereitung der neuen Saison. Mit seiner ganzen Erfahrung wird er die DTM und die DTM Trophy bereichern und prägen. Davon sind wir überzeugt." Zudem werde er mit "all seiner Expertise im elektrifizierten Motorsport eine Bereicherung für die weitere Entwicklung der DTM Electric" sein, ist Elsner überzeugt.

Wie man beim AvD die Personalie kommentiert? "Wir freuen uns sehr, mit Scot Elkins einen äußerst erfahrenen und auf internationalem Parkett anerkannten Renndirektor für die kommende Saison vorstellen zu können", sagt AvD-Generalsekretär Lutz Leif Linden, der sich mit der ersten DTM-Saison "sehr zufrieden" zeigt.

Zudem bedankt er sich bei Niels Wittich für seinen Einsatz und die gute Zusammenarbeit. "Seine hohe Kompetenz steht außer Frage und wir freuen uns, wenn sich unsere Wege wieder kreuzen." Abschließend wünscht er ihm stellvertretend für den AvD "viel Erfolg für seine neuen Aufgaben".

Mit Bildmaterial von DTM.

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