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"Etwas gefunden": Wie Emil Frey den Evo-Ferrari auf Siegeskurs brachte

Das Emil-Frey-Team zeigte sich von der Dominanz in Zandvoort selbst überrascht: Wie die Schweizer das Set-up-Geheimnis der neuen Ferrari-Evoversion knackten

"Etwas gefunden": Wie Emil Frey den Evo-Ferrari auf Siegeskurs brachte

Cairoli war in Zandvoort mit der neuen Evoversion des Ferrari nicht zu stoppen

Foto: Gruppe C Photography

Wie gelang dem Ferrari-Team Emil Frey nach dem farblosen Saisonauftakt beim zweiten DTM-Wochenende in Zandvoort die Trendwende? Die im Vorjahr so starken Schweizer dominierten mit Top-Rookie Matteo Cairoli und der neuen Evoversion des 296 GT3 beide Freien Trainings und holten am Samstag die Pole und den Sieg. Am Sonntag, als Cairoli im Qualifying Pech mit dem Verkehr hatte, kämpfte Teamkollege Thierry Vermeulen um seinen ersten DTM-Triumph.

"Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich mein drittes Rennen gewinne", so Cairoli nach der Sternstunde am Samstag. "Jetzt freue ich mich auf die verbleibende Saison, denn wir haben etwas gefunden, das es uns ermöglicht, etwas konkurrenzfähiger zu sein", sagte der 30-jährige Italiener geheimnisvoll.

Auch Emil-Frey-Technikchef Jürg Flach zeigte sich von der Stärke überrascht. "Ich habe schon im Vorfeld gesagt, dass wir dort eigentlich schnell sein müssten", verweist er auf den Aerodynamikkurs, der dem Ferrari liegt. "Aber dass wir so schnell sind - zu Beginn auch gegenüber der Konkurrenz -, hätte ich nicht gedacht."

Evo-Ferrari: Brachte neue Set-up-Philosophie den Aufwärtstrend?

Hintergrund dürfte eine neue Set-up-Philosophie sein, die dem Team mit dem neuen Evo-Paket den Durchbruch brachte. "Das Evo-Paket hat gute und schlechte Aspekte. Und bei den schlechteren Aspekten haben wir einen Weg gefunden, besser damit umzugehen", verweist Flach auf eine neue Herangehensweise, die man schon Anfang Mai bei der GT-World-Challenge Europe (GTWCE) in Brands Hatch nutzte.

"Bei der Abstimmung haben wir wirklich viele verschiedene Dinge versucht, und das hat sich gut etabliert", sagt er. "Jetzt sind wir mit dieser Philosophie nach Zandvoort gereist, nachdem wir ausgiebig getestet haben." (SPONSORED LINK: Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2026 sichern!)

Das Emil-Frey-Team war eines von nur drei Teams, das im Vorfeld in Zandvoort den einzigen Joker-Testtag der DTM-Saison nutzte. Allerdings bereits am 19. März - und nicht mit dem neuen exklusiven DTM-Reifen von Pirelli, sondern mit den konventionellen DHG-Reifen. Nach dem DTM-Auftakt in Spielberg absolvierte man noch einen Pirelli-Test in Mugello - ebenfalls mit dem DHG-Reifen.

"Ist nichts Magisches": Technikchef erklärt Änderung

Aber was brachte beim Evo-Paket den entscheidenden Schritt nach vorne? "Das ist nichts Magisches", antwortet Flach. "Das Auto hat unterschiedliche Aufhängungsgeometrien, die man selbst bestimmen oder wählen kann." Damit könne man zum Beispiel die Traktion oder das Bremsverhalten optimieren. "Wir haben jetzt - würde ich sagen - aus kinematischer Sicht eine gute Lösung gefunden, wie sich das Auto in jeder Hinsicht gut verhält", erklärt er.

Jürg Flach

Emil-Frey-Technikchef Jürg Flach (re.) freut sich über den ersten Saisonsieg

Foto: Gruppe C Photography

Die Tatsache, dass das Evopaket bewusst mit weniger Abtrieb ausgestattet wurde als die frühere Version, hatte im Vorfeld für Überraschungen gesorgt.

"Es gibt gewisse Probleme, die früher nicht da waren und die auf einmal aufgepoppt sind, weil du vielleicht beim Bremsen weniger Last auf den Rädern hast. Wir haben bei den letzten Tests versucht, all diese Punkte zu adressieren. Und jetzt ist das Fahrverhalten wirklich so, dass wir sagen können: Jetzt macht es langsam wieder Spaß", sagt Flach grinsend.

Vermeulen: "Größter Lernprozess zwischen Red-Bull-Ring und jetzt"

Die Änderungen helfen dem Team laut Flach dabei, "die Balance in den Griff zu kriegen, damit wir eine neutralere Balance haben - Hinterachse und Vorderachse gleich stark sind - und wir nicht immer vom Übersteuern zum Untersteuern oder umgekehrt kommen".

Auch Vermeulen zeigte sich von den Änderungen begeistert. Vor dem Zandvoort-Wochenende zeigte sich Max Verstappens Schützling noch mit dem Fahrverhalten des 296 GT3 Evo unzufrieden. "Wir haben in den vergangenen Wochen viel Zeit damit verbracht, zu verstehen, warum sich das Auto anders verhält als erwartet", so der Emil-Frey-Ferrari-Pilot, der sich im Vorfeld vor allem im Qualifying über die Balance am Kurveneingang beklagte.

Ein Problem, das nun offenbar gelöst wurde, wie er am Samstag nach Startplatz zwei und Platz drei im Rennen andeutete. "Der größte Lernprozess hat zwischen dem Red-Bull-Ring und jetzt stattgefunden", spricht er ein Lob aus. "Seit wir hier angekommen sind, haben wir nicht viel am Auto geändert, denn die Basis, mit der uns das Team ausgestattet hat, war sehr stabil und gut."

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